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Zahnärztealltag in der Ferne- Dr. Rasch- Gruppenleiter der Gruppe 1a Tov aimag/Lun sum Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Mathias Rasch Veröff. Franka Maria Selz   
Montag, 9. Januar 2012
rasch_mongolei_23.7.-8.8.11_240_pxl2.jpg  Ein Bericht von Dr. Rasch zum Mongoleiaufenthalt vom 23.07.-08.08.2011
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Nach unspektakulärer  Fahrt  von UB nach Lun Sum kamen wir, Dr. Robotka-Rau, Alexandra Bartholomäus, Elisabeth Eisner, Dr. Rasch und Dolmetscher Tuxu im dortigen Krankenhaus an. Begrüßt wurden wir von der Direktorin, (Bürgermeister und sein Stellvertreter waren nicht erreichbar)  mit Käse, Airag, Tee und Wodka.  Danach wurde uns unser Quartier  gezeigt.
In einem Nebengebäude teilten sich Dr. Robotka-Rau und ihre Kinder sowie Frau Eisner und Frau Bartholomäus einen Raum, Tuxu sowie die mongolischen Zahnärztinnen mit Mann und Kind einen zweiten. Ich wurde im Krankenhaus in einem Zimmer untergebracht.




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Die Toilette im Nebengebäude funktionierte nicht, so dass wir eine im Krankenhaus benutzten konnten.
Ebenso war im Krankenhaus eine Dusche, die, wenn kein Stromausfall war, genutzt werden konnte.
Gearbeitet wurde in 3 Zimmern. In einem war Prophylaxe und Chirurgie möglich, die
beiden anderen waren mit den zur Verfügung stehenden Stühlen und Einheitenkoffern ausgerüstet.
Tagsüber gab es in der 1. Woche und an einigen Tagen der 2. Woche keinen Strom, sodass
die Geräte mit Generatoren versorgt wurden. Da ohne Elektrizität auch kein fließend Wasser zur Verfügung stand, fand die Handhygiene über Handschuhwechsel und Desinfektion statt.

Nach anfänglich etwas chaotischem Patientenandrang, wurde dies durch Aushang von Namenslisten schnell geregelt.
Pro Tag wurden bis zu 90 Patienten behandelt: Füllungen und Extraktionen, sowie vereinzelt Wurzelbehandlungen. Röntgen stand nicht zu Verfügung, Anästhetika nur, soweit wir sie dabei hatten. Das chirurgische Instrumentarium war ausreichend, wenn man improvisierte. Die Hygiene im Allgemeinen war befriedigen, wobei die Sterilisation natürlich nicht überprüft werden konnte.

Grundsätzlich wurden wir im Krankenhaus gut unterstützt, wobei ich bei Personal und Patienten doch eine große Reserviertheit feststellte.
Die offiziellen Arbeitszeiten wurden regelmäßig, wegen des hohen Patientenaufkommens, mittags wie abends überzogen.

Die mongolischen Zahnärztinnen übernahmen Assistenztätigkeiten, weil sie sagten, wenn wir da wären, würden die Patienten nur ungern von ihnen behandelt werden. Die Zusammenarbeit mit ihnen  war ausgezeichnet, ebenso mit Tuxu, unserm Dolmetscher. Das Essen war ausreichend wenn auch sehr eintönig, es wurde mittags und abends aus Blecheimern geschöpft, meistens Eintopf und Karottensalat, sowie Tee und Joghurt.
Zweimal wurde für uns eine Ziege geschlachtet und zubereitet, eine sehr schmackhafte Abwechslung.

Die Betreuung in der (geringen) Freizeit war dürftig und wurde hauptsächlich von Tuxu organisiert: Ein paar Mal Volleyball und Basketball in einer Halle, Wanderungen in der Umgebung von Lun Sum. Am Wochenende ein Picknick mit dem Krankenhauspersonal am Fluss, sowie ein Besuch bei der Verwandtschaft einer Angestellten in deren Jurte. Der zeigte sehr anschaulich und eindrucksvoll die Lebensumstände einer Pferdezüchterfamilie. Außerdem gab es an einem Abend einen Ausflug zum Fluss zum (vergeblichen) Angeln.

In der zweiten Woche ein Abendessen mit dem Bürgermeister, sein einziger Kontakt mit uns.
Zum Abschluss meiner Tätigkeit (ich musste 2 Tage früher abreisen) gab es im Büro der Krankenhausleiterin noch ein Abschiedsessen (Ziege) mit viel Wodka und geselligem Beisammensein.

Zusammenfassend empfand ich diesen Aufenthalt als sehr interessant, weil doch sehr fernab der deutschen täglichen Zahnarztroutine. Die meisten Menschen, die wir trafen, waren eher zurückhaltend.
Bei der enormen Menge an Arbeit die wir dort leisteten, hätte ich eine herzlichere und deutlichere Betreuung in der spärlichen Freizeit erwartet. Ein Kennenlernen der Landes/Lebensumstände fand so leider kaum statt.

Dr. Mattias Rasch



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