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2011-6 / Ruanda - Prof. Bernhard Tenckhoff und Dr. Martin Westhues bei DWLF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Cony Deuerlein Email: kolmann.ulla@arcor.de   
Mittwoch, 15. Juni 2011

Sondierungsgespräch am 14.6.2011: Neues Einsatzland Ruanda

Interplast Germany e.V., Sektion Vreden, engagiert sich seit Jahren in dem ostafrikanischen Binnenstaat Ruanda. Im Westen des Landes, 30 Kilometer von der kongolesischen Grenze entfernt, liegt die Kleinstadt Murunda, in der die katholische Diözese Nyundo unter Bischof Alexis Habyambere ein Krankenhaus unterhält.  Interplast unterstützt die Klinik durch  regelmäßige Arbeitseinsätze europäischer Ärzte vor Ort  und steuert erhebliche Beiträge zur Klinikausstattung bei: vom Narkosegerät bis hin zum neu erbauten guest house gegenüber.........


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Von li oben nach re unten:

Cony Deuerlein, Dr.Claus Macher, Prof. Bernhard Tenckhoff, Dr. Martinompil Westhues,
Frau Tuul Macher


Was der Klinik noch fehlt ist eine Zahnstation. Was liegt also näher, als die Leistungen von Interplast und von DWLF in Murunda zu kombinieren?
Getragen von dieser Idee haben uns am 14.06. Herr Dr. Martin Westhues, Zahnarzt in Ostbevern, und Herr Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Tenckhoff, Independent Author und ausgewiesener Kenner Afrikas und gerade Ruandas, hier in Nürnberg besucht.
In Europa ist uns Ruanda vor allem wegen seiner Population von Berggorillas (Dian Fossey, „Gorillas im Nebel") bekannt. Leider aber auch wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen der Tutsi und der Hutu, die im Völkermord an den Tutsi 1994 gipfelten. Auch deshalb zählt das Land zu den ärmsten in Afrika. Gleichwohl waren in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte bei der Befriedung zu verzeichnen und besonders die Verbesserung des Gesundheitswesens auch und gerade auf dem „flachen Land" haben die Regierungsbehörden zuoberst auf ihre Agenda gesetzt.

Was heißt hier „flaches Land"? Der größere Teil Ruandas ist Hochland, das von 1.000 Meter bis auf 4.500 Meter Seehöhe in den Karisimbi-Vulkanbergen reicht, das „Land der tausend Hügel". Dieses Gebiet teilen sich 11 Millionen Einwohner, ca. 314 Personen je Quadratkilometer, was Ruanda zum am dichtesten bevölkerten Land Afrikas macht. Und der Bevölkerungsdruck nimmt mit einer Rate von 2,1% jährlich weiter zu. Auf einen Arzt kommen 25.000 Einwohner. Und auf einen Zahnarzt???

Die Sicherstellung der Ernährung, die (Aus-)Bildung der Bevölkerung und die Verbesserung des Gesundheitswesens sind die wesentlichen Schlüssel zur weiteren Stabilisierung der ökonomischen und politischen Verhältnisse Ruandas. So waren wir sehr schnell vom Charme der Idee unserer beiden Gesprächspartner, die Fähigkeiten und Leistungen von Interplast und DWLF in Murunda zu verbinden, überzeugt.

Murunda bietet wegen der schon bestehenden Infrastruktur (eingeführtes Krankenhaus mit freien Räumen für eine Zahnstation, guest house ...) gute Voraussetzungen für ein DWLF-Engagement. Prof. Tenckhoff konnte aber auch aufzeigen, dass der politische Wille vorhanden ist, aktive Hilfe ausländischer Ärzte und Zahnärzte zu unterstützen. Das muss von der Zollfreiheit für unsere Hilfsgüter und Einrichtungen bis zur Anerkennung des DWLF-Ausweises als generelles Qualifikationskriterium vor Ort reichen. Und wenn der politische Wille einmal hier oder dort nicht zufriedenstellend vorhanden sein sollte, würde man sicherlich bei Bischof Alexis um Unterstützung nachsuchen können.
Ein erstes Gefühl aus unserer Besprechung: Tolle Idee von Martin und Bernhard! Wir sehen gute Ansatzpunkte, dass Ruanda / Murunda ein weiteres Betätigungsfeld für DWLF werden könnte.

Nächste Schritte: Kontaktherstellung zu den Regierungsbehörden mit Abklären der Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit (Memorandum of Understanding usw.) und Kontaktaufnahme zu Bischof Alexis.
Der Flugtermin Ende Januar 2012 zu einem gemeinsamen Besuch bei den Behörden Ruandas wurde festgelegt.

15.6.2011 Cony Deuerlein
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