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2011-1 / Mit UNMIRA das 2. Mal in Nepal von Dr. Peter Roth Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Peter Roth, Kempten Email: peter.roth@allgaeu-web.de   
Dienstag, 1. Februar 2011
Dr. Peter Roth, Kempten       Email: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können    

Zahnmedizinischer Einsatz in Nepalmit Unmira-United Mission to rural Areas
und im Amppipal Hospital

pr01klein.jpgUNMIRA ist eine regierungsnahe nepalesische Organisation, mit der DWLF einen Vertrag geschlossen hat. UNMIRA erkennt die DWLF ID Card als alleinigen Qualifikationsnachweis an - damit entfallen die unsinnigen Prüfgespräche und die teuren Prüf- bzw. Helfergebühren. 
       
Im November 2009 war ich zum 2.Mal in Nepal zahnmedizinisch tätig, zuerst wieder mit der Organisation Unmira in den Bergen im Free-Camp am Fuße des Gaurishankar  und dann zwei weitere Wochen im abgelegenen Hospital in Ampipal.
Die Fahrt zu solchen Free-camps in remote areas verläuft auf halsbrecherischen Straßen,die bei uns als unbefahrbar gelten. 




pr02klein.jpgOftmals erreicht man das Tagesziel nicht,dann wird man immer wieder herzlich von           pr03klein.jpg
Einheimischen aufgenommen und versorgt. 
Aus diesem Grund trafen wir erst am nächsten Tag  in unserempr04klein.jpg ersten Camp ein,wo wir sehnlichst von einer riesigen Patientenschlange erwartet wurden. 
pr06klein.jpgAm Eingang wies uns ein Plakat hin auf die Organisation UNMIRA und die Spender,die      pr07klein.jpg diesen Einsatz erst ermöglicht haben. 
Jetzt musste ganz schnell sterilisiert,der Instrumententisch hergerichtet und der              Patientenstuhl aufgebaut werden.
Eine hervorragende  DH,die hier geboren ist,aber schon 16 Jahre in Deutschland lebt,
meisterte die Koordination auf Nepali Art mit großem Geschick.








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Sie nahm die Registrierkarten entgegen,machte die Erstuntersuchung und schrieb die vorläufige Diagnose auf,so waren wir schon informiert. 
In solchen Camps beschränkt sich die Behandlung auf Extraktionen,die aber nicht immer sehr einfach sind.
Drei sehr tüchtige DH standen mir zur Seite,sie konnten sehr gut spritzen und leichtere Zähne ziehen ..
Eine DH spezialisierte auf Legen von provisorischen Füllungen an erhaltungswürdigen Zähnen,sie konnte nur von Hand excavieren,da wir keinen Strom hatten.


Alle waren dankbar,dass ich ihnen so vieles zeigen konnte.Bei solchen Einsätzen gilt das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe,denn wenn pr10klein.jpgpr12klein.jpgandere Kollegen  oder ich nicht anwesend sind,sind sie gefordert. 
Ich war in Begleitung einer Gynäkologin ,eines HNO-Arztes und eines Allgemeinarztes. Alle Nepalesen,ich war der einzige Fremde.
Die Instrumente mussten schnellstens gereinigt und desinfiziert werden,nur so konnten wir den 900 Patienten in den ersten 3 Tagen gerecht werden.





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Am Abend nach getaner Arbeit wurde es dann richtig nepalesisch mit local wine,beer,
gegrilltem Lamm,Dalbat,Sherpamusik und Tanz. 
Am nächsten Tag sollten es 6 Stunden zum zweiten Camp sein,daraus wurden 11 Stunden.Trotzdem konnte ich die Schönheiten des Weges aufnehmen.            pr20klein.jpg


Die Träger hatten es nicht leicht .
Bei Dunkelheit kamen wir erschöpft in Bigou an,wo wir schon letztes Jahr waren.
Im open air Wartezimmer bot sich das gleiche Bild wie im vorigen Camp.
Zur Begrüßung wurden wir mit Blumenbändern,Seidentüchern und vielen kleinen Geschenken überschüttet.Es ist immer wieder ergreifend und ein schönes Gefühl,dort zu sein,wo man gebraucht wird.
pr21klein.jpgGeduldig steht man an,während wir die üblichen Vorbereitungen treffen.
Der arbeitsreiche Tag konnte beginnen.
Am letzten Tag des 4-tägigen Camps mussten wir noch aufsteigen nach Tingsang (3300m) ,Ausgangspunkt für die letzte  und zugleich anstrengendste Etappe nach          pr23klein.jpg
Charicot,wo wir am nächsten Morgen mit dem Jeep abgeholt und nach Kathmandu gefahren wurden.
Den 2. Teil meines Einsatzes verbrachte ich im abgelegenen Hospital von Amppipal,das vor 45 Jahren von United Mission to Nepal gegründet wurde und seit 2001 von Nepal Med und die Zahnstation von DWLF unterhalten wird.
Das Hospital liegt auf einer großen Naturterasse und bietet im Umkreis von 20 km oder 2 bis 3Tagesfußmärschen für 200000 Nepali die einzige medizinische Versorgungsmöglichkeit.
pr32klein.jpgDie andersartige Landschaft mit den Reisfeldern,den Bananenstauten, den Orangenbäumen,den riesigen Weihnachtsternbäumen vor schneebedeckten Bergen beeindruckte mich sehr.Jeden Morgen , wenn ich um 6,30 aus dem Fenster schaute, bot sich dieser grandiose Blick auf die Annapurna und den Machhapuchare in der aufgehenden Sonne.                
Mit dem Hospitalleiter Dr. Wolfhard machte ich die morgendliche Visite mit.
 Die Patienten kommen z.T. am frühen Morgen schon weit her 


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Manche werden in Zwei -Mann -Ambulanzen zum Hospital gebracht.
Wenn ich nach der Visite noch etwas Zeit hatte,begleitete ich Dr.Wolfhard                     
in den OP und bewunderte seine Vielseitigkeit 








pr35klein.jpgEine zahnmed. Versorgung war bis vor 3 Jahren nur bedingt möglich. Erst als die Initiatoren der Stiftung DWLF über Altgoldspenden vieler Patienten und Kollegen eine einfache Zahnarzteinheit bezahlen konnten,ist heute fast jede Art der Behandlung möglich,außer  Prothetik.
Das ist Prem,ein sehr vielseitiger DH,der Zähne zieht,Zahnstein entfernt,kleine Füllungen   pr42klein.jpg macht und Prophylaxe durchführt,wenn kein Zahnarzt da ist. 
Hier gilt wieder das oberste Gebot der Hilfe zur Selbsthilfe.
Mittags pünktlich um 13.00 Uhr bekamen wir von Maily Didi Dalbat in vielen Variationen.
Maily Didi,eine ganz reizende Nepalesin,war sehr um unser Wohl bemüht,schaute immer,dass der Kühlschrank gefüllt,die Wäsche gewaschen war und wir täglich frisches Brot hatten.
Das guesthouse wurde vor 2 Jahren renoviert,bietet jetzt mehrere Doppelzimmer,einen pr44klein.jpggroßen Aufenthaltsraum,Küche Bad und Gemeinschaftstoilette.
Nach getaner Arbeit trifft man sich downtown bei local wine und beer ,meistens mit Babu Ram,Prem und Dr.Wolfhard,den unverzichtbaren Stützen des Hospitals.
Der Aufenthalt in dieser abgelegenen Berggegend war für mich etwas ganz Besonderes und seh r erfüllend. Ich sah großes Leid,aber noch mehr Freude und Dankbarkeit.
Es ist  höchst beeindruckend,wie Menschen in ihrer Armut doch Würde und Menschlichkeitpr47klein.jpg zeigen.
Am Abschiedstag standen  Annapurna,und Machhapuchare  im Morgenlicht wie noch nie.
Unvergessliche Momente!!


 

 
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