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Projekt-Beschreibung Airag Sum Dr. Schlichtenhorst Email:
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Das Dorf Airag Sum (deutsch: Stutenmilch-Dorf) liegt in der Provinz (Aimag) Dornogov in der Ost-Gobi an der Bahnlinie Ulan Bator - Peking. Der Bahnhof liegt 7 ½ Zugstunden von UB im NW und 2 ½ Zugstunden von der Provinzhauptstadt Saynshand im SO entfernt.
Das Dorf hat ca. 3.500 Einwohner, eine Schule für 700 Kinder (davon viele aus Nomaden-Familien) und verfügt über div. Einkaufsmöglichkeiten, incl. einen kleinen Supermarkt, ein „Hotel" (nicht begutachtet) und eine Karaoke-Bar.
Die Ost-Gobi ist Halbwüste, trocken, flach bis sanft-hügelig, mit karger Vegetation aber doch grün(lich). Die Temperaturen können 45 Grad erreichen, aber es kann auch mal im Hochsommer unter 20 Grad abkühlen, Winterkleidung wäre aber fehl am Platze. Manchmal treibt heftiger Wind riesige Staubwolken vor sich her, gelegentlich abendliche Gewitter, aber meist mit wenig Regen einhergehend.
Für unsere Unterkunft wurden 2 Ger´s vor dem Krankenhaus aufgebaut, eines für die deutschen Helfer, das andere für Dolmetscher und die einheimischen Kollegen. Die Ger´s sind schmuck und bringen etwas Nomaden-Feeling in unser Leben, ein Mosquito-Netz ist nicht wirklich nötig.
Das Essen kommt aus der Klinik-Küche und ist einfach (Nudeln mit Kartoffeln und Kartoffeln mit Nudeln wechseln sich ab, gelegentlich etwas Reis, Gemüse oder Fleisch (Hammel) dabei. Auch Brot, hart gekochte Eier, Marmelade und Lipton´s Teebeutel werden gestellt. Während der Sprechzeiten bekommen wir ausreichend Trinkwasser. WC und Dusche (spärlich fliessend und kalt) sind im Krankenhaus von uns nutzbar.
Die Praxisräume befinden sich im Krankenhaus, gearbeitet wird an 2 mobilen Einheiten, bestehend aus 3 Patienten-Klappstühlen mit verstellbarer Lehne, 2 mobilen Einheiten mit Turbine, Mikromotor mit Winkelstück und Absaugung (letztere gaben ihren Geist am 2.Tag auf), und einer separaten, funktionstüchtigen Absaugung. 2 Kapselmischer, 2 Poly-merisationslampen, 1 Apex-Finder und 2 Ultraschall-Geräte (welche wir erst beim Zusammenpacken entdeckten!). An Instrumenten finden sich je 40 Mundspiegel, Sonden (doppelendig: Sichelförmig + Distalsonde), Pinzetten (ohne Riffelung an den Branchen, was die Handhabung sehr erschwert), Unterfüllungsstopfer (doppelendig: Planstopfer + spatelförmig), Excavatoren (doppelendig) und Anrührspatel. Weitere Instrumente sind nicht vorhanden (wie Am-Pistolen, Am-Stopfer, Heidemann-Spatel oder Kugelstopfer etc.).
2 Injektions-Spritzen mit je 3 Ersatzspitzen sind aspirationsfähig, sofern Carpulen mit Lochstopfen Verwendung finden.
Von den 3 Op-Lampen (Halogen mit sehr gelbem Licht) sind 2 gleich kaputt gewesen (Trafo-Schaden), Stirnlampe ist also zwingend. Die Turbinen-Wasserkühlung erreicht die Präparations-Spitze des Diamanten nicht. Es sollten deshalb extra kurze Dia´s Verwendung finden. Füllungsmaterial (Amalgam, Composites, Glasionomer), Anaesthetica, Endo-Instr. + Mat., Dia´s, Bohrer, Kleinteile sind abhängig vom Spenderwillen der Einsatzleute vorhanden oder auch nicht. Dasselbe gilt für Desinfektionsmittel, Mundschutz und Handschuhe.
Gearbeitet wird von 8-12 Uhr und 13-17 Uhr. 2 mongolische Kollegen stehen uns zur Seite, extrahieren gelegentlich und schauen interessiert beim Füllungslegen zu. Sarah erwies sich dabei als sehr interessiert und hilfsbereit.
Die Patienten erwarten von uns Wunder, total zerstörte Zähne wieder aufzubauen. Da eine Endo im Seitenzahnbereich nicht möglich ist, bleibt so mancher Zahn ohne Therapie, wenn die empfohlene Extraktion abgelehnt wurde.
Die Wochenenden sind frei und ausgefüllt mit Freizeit-Aktivitäten, die vom Bürgermeister fürsorglich organisiert werden (Besuch von Nomaden-Familien, ein Picknick in der Wüste, Besuch eines Konzertes, ein Wochenende im Ger-Camp südlich von Saynshand etc.). So ist für Abwechslung gesorgt und bleibende Erinnerungen an die mongolischen Freunde sind garantiert.
Dr. Ekkehard Schlichtenhorst, 20.7.-4.8.2010 Email:
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