Home arrow Blog Aktuell arrow Ein Rentner wird zum DWLF Aktivisten - ein Briefwechsel/ Dr. Heiner Kraft / 06.08.2010
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Ein Rentner wird zum DWLF Aktivisten - ein Briefwechsel/ Dr. Heiner Kraft / 06.08.2010 Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Heiner Kraft - Dr. Claus Macher   
Samstag, 7. August 2010

Lebensplanänderung eines Kollegen.

Eigentlich hatte Dr. Heiner Kraft aus Nürnberg für die Zeit nach der Berufstätigkeit ganz andere Pläne....
Z.B. mit dem Fahrrad die Seidenstraße abfahren.
Doch jetzt hat er sein Herz auch ein bisschen in Sambia verloren, hat dafür persönlich schon beträchtliches Geld und Zeit gespendet und DWLF hat dort eine Zahnstation finanziert.
Der Artikel zeigt, dass er die Fähigkeit des Vernetzens besitzt........ 


.............----- Original Nachricht ----
Von:     Heiner Kraft < Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können >
An:      Herman Striedl < Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können >, "Macher,  Dr. Claus" < Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können >, Tuul Sodnompil < Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können >, Dieter Lehmann < Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können >
Datum:   06.08.2010 10:25
Betreff: Zahntechnisches Labor in Siavonga


 Hallo lieber Herman,

 lange hast Du nichts von mir gehört, aber der Sommer in Franken fordert alle meine Kräfte - Transalp-Tour von der Haustüre in Nürnberg bis nach Venedig, Rennradtouren, meine 2 Motorräder (!)  - wie Du siehst, totaler Rentner-Stress.

Aber jetzt auch einmal eine neue, ich hoffe für Dich positive Meldung:

Ich bringe am 5. November eine Zahnärztin und einen Fachzahnarzt für Oralchirurgie mit. Wir bleiben 14 Tage.
Und zusätzlich kommt Joseph Janbazian mit. Er ist Zahntechniker und hat in meiner Praxis als Laborchef 8  Jahre gearbeitet. Er hat mir damals mein zahntechnisches Praxislabor aufgebaut. In der Zwischenzeit war er 3 Jahre in der Universität der 
Hauptstadt Accra in Ghana als Lehrlingsausbilder tätig. Er hat sich ein variables Flugticket besorgt mit vorläufig fixiertem Rückflug Mitte März 2011, kann aber den Rückflug bis zu einem Jahr hinausschieben. Er freut sich  sehr auf die neue Aufgabe. Das heißt, wenn es im Krankenhaus in Siavonga oder in der Nähe einen Raum geben würde, dann können wir ein zahntechnisches  Labor einrichten. Wenn Du das mit dem Raum baldmöglich zusagen könntest, würden wir sofort die nötigen Geräte einkaufen und schon nach Siavonga
liefern lassen. Der Joseph würde dann mit Dir den Laborraum einrichten - Schreiner, Installateur etc. - und könnte dann auch gleich für eine längere Zeit dableiben, um Lehrlinge auszubilden. Diese könnten dann nach einiger Zeit selber kleine Technikarbeiten ausführen wie Kunststoffprothesen und -kronen. Was hältst Du von dem Vorschlag. Ist das sinnvoll? Könntest Du einen Raum finden?
 
Liebe Grüße von Heiner Kraft 


Antwort von Dr. Claus Macher

Lieber Heiner,

das ist ja gigantisch, was Du da wieder auf die Beine stellst. Ich finde es großartig! Dann hat DWLF im Sambia Projekt den ersten Zahntechniker an Bord - der die Basisversorgung in der Prothetik übernimmt. Wie wir es auch in der Mongolei angedacht haben, aber leider es noch nicht geschafft haben! Vielleicht kann Joseph für DWLF bei seiner Innung die Werbetrommel rühren!

Von solchen Menschen braucht DWLF noch mehr! Manpower is more important than moneypower!

Da könnte man dann noch besser zeigen, was DWLF leisten kann, wenn Regierungen mit DWLF zusammenarbeiten.

Das ist jetzt außer in Sambia in der Mongolei und in Sri Lanka der Fall.

Ich denke, dass die weitergehenden Gedanken des Gesundheitsministers - bei der Zusammenarbeit mit DWLF keine Korruption zuzulassen, an das eigene Volk zu denken, die Armutsschere im eigenen Land verkleinern zu wollen - eine gute öffentliche Presse bewirken, die sicher bei der nächsten Wahl in Sambia auch ein ausschlaggebender Faktor sein wird.
Daher ist der Zeitpunkt der Einweihungszeremonie nicht unwichtig - kurz vor einer Wahl wäre optimal.

Dazu kann der Name des Gesundheitsministers nicht oft genug in möglichst vielen Medien wegen seiner Hilfe und seiner Geisteshaltung genannt werden und deshalb muss eine rauschende Einweihungsfeier mit allen Medien her.
Kannst Du Heiner das mit Herman und Emily organisieren?

Danach werden wir auch Beziehungen mit der Sambianischen Universität aufzubauen versuchen. In der Mongolei hat der Leiter der Zahnärztlichen Abteilung der staatlichen Uni um ein Gespräch mit DWLF ersucht. Er hat über die Presse von uns erfahren, nachdem wir das vierte Jahr dort tätig waren. Wir haben ein ausführliches Gespräch gehabt. Er ist ein fantastischer Mensch, spricht 5 Sprachen, liegt ganz auf unserer Linie und wir haben beschlossen,  in Zukunft eng zusammenarbeiten zu wollen.

Im Leben ist es immer ein Geben und Nehmen.

Die Helfer von DWLF werden vielleicht am Anfang oberflächlich als nützliche Idioten betrachtet, weil DWLF vordergründig keinen Vorteil hat und nur am Geben ist, aber wir haben drei große Vorteile:

- Wir haben einen guten Draht zu den Politikern und Ministerien und der eigenwillige DWLF Weg in der Entwicklungshilfe ist äußerst effektiv und hat eine Superresonanz bei der Bevölkerung. In diesen Ländern können wir wirklich etwas bewirken und es wird dann auch nicht bei einer Zahnstation bleiben - so wie es eben die finanziellen Mittel ermöglichen.
- Der europäische Gedanke: "Frieden ist auf die Dauer nur möglich in ausbalancierten Gesellschaften in ausbalancierten Ländergemeinschaften" gewinnt Anhänger und DWLF trägt einen kleinen Teil dazu bei.
Rassismen und Nationalismen bringen die Welt nicht weiter.
- Ich denke, dass wir mit unserem Konzept viele deutsche Zahnärzte dazu bewegen können, DWLF finanziell zu unterstützen. Die einen arbeiten, die andern spenden - dann wird ein Schuh daraus. 

Wir haben doch die Mongolei als Beispiel, dass es funktionieren kann.

Als unverbesserlicher Optimist und Visionär (Spinner) grüße ich alle recht herzlich.
Bis jetzt hat es mir und vielen einen riesigen Spaß gemacht, DWLF wachsen zu sehen und zu erleben, wie alle Mitwirkenden einen Sieg nach dem anderen feiern - auch wenn wir persönlich keinen finanziellen Vorteil davon haben (außer die Freude).

Jemand sagte mir einmal: Manche Entscheidungen sind ökonomisch nicht sinnvoll, aber sie sind sehr wichtig für das eigene Leben selbst.


Also weiter Vorwärts!


Herzlichst Claus

 
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