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Indien - im Süden bei den bedürftigen Kindern / v. ZA Rico Glaevke+Laura Sebastian/ April 2010 Drucken E-Mail
Geschrieben von Zahnarzt Rico Glaevke und Laura Sebastian EMail:ricoglaevke@web.de   
Samstag, 31. Juli 2010

"Indien anders gesehen"         Zahnarzt Rico Glävke und Laura Sebastian aus Berlin setzten ihre DWLF Kulturreise fort....
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gl10_glaevkeselbstklein_klein.jpgNachdem uns unser erster Einsatz im Namen von „Zahnärzte ohne Grenzen" 2008 nach Nepal        gl10_haare_flechtenkleinklein.jpg führte, planten wir für den April 2010 eine Reise nach Indien. Bei einem Treffen mit Frau Dr. Heilemann (Projektmanagerin der Zahnstation im „Ingrid Kowski Hospital" Coonoor) wurden die näheren Umstände erläutert und der Entschluss war schnell gefasst............
Da diese Zahnstation direkt an ein Kinderheim des Christian Mission Service (CMS) angeschlossen ist, sollten wir dieses Mal hauptsächlich kleine Patienten behandeln.
Um den Bedarf an Arbeitsmaterialien und Instrumenten festzustellen, nahmen wir Kontakt zu der Kollegin auf, die vor uns in diesem Ort arbeitete. Die auf diese Weise übermittelten Informationen sind sehr wichtig für ein erfolgreiches Arbeiten. Die Materialienschränke der Zahnstationen können oft nur durch regelmäßige „Ameisentransporte" der Behandler wieder aufgefüllt werden........

.......Am 23.4.2010 ging es endlich los. Nach ca. 14 Stunden Flug erreichten wir            gl10_teeplantage_coonoorklein.jpg Chennai (Madras) mitten in der Nacht bei immer noch über 30°C.

Nach unserem Weiterflug ins Landesinnere wurden wir von einem Fahrer des CMS am Flughafen Coimbattore abgeholt. Auf der Fahrt zu unserem Stützpunkt ging es durch Palmenplantagen und Zuckerrohrfelder in die Berge, bis wir nach 3 Stunden das über 2000 m hoch gelegene Coonoor erreichten.
gl10_gstehaus_coonoorklein.jpg

Mit zunehmender Höhe fielen glücklicherweise      die Temperaturen, so dass wir nach dem Bezug unserer Zimmer in einem christlichen Gästehaus recht erfrischt die Zahnstation besichtigen konnten.
Vor Ort ist Herr Mariappan der ständig anwesende Ansprechpartngl10_ingrid_kowski_hospital_coonoorklein.jpger und Helfer. Er ist ehemaliger Bewohner des angrenzenden Kinderheimes, ausgebildeter Krankenpfleger und die „gute Seele" der Zahnstation.
Der erste Eindruck war sehr positiv. Alles, was man für eine gute Behandlung braucht, war an seinem Platz. Fehlende Materialien hatten wir mitgebracht.

Am nächsten Morgen begannen wir unsere Arbeit und nach kurzer Eingewöhnungszeit   klappte alles wie gewohnt. Lediglich die immer wieder unverhofft agl10_kallupatti_behandlungklein.jpguftretenden Stromausfälle brachten den Tagesablauf durcheinander. Da in Coonoor in diesem Jahr schon einige Kollegen vor Ort tätig waren, gibt es hier einen guten Behandlungsstand. Wir haben hier hauptsächlich   Füllungen, viele Zahnreinigungen gl10_sims_park_coonoorkleinklein.jpg und einige Extraktionen durchgeführt. Die fröhlichen und tapferen indischen Kinder haben wir sehr schnell in unser Herz geschlossen und so verging die erste Woche wie im Fluge.
Für die nächsten Tage war geplant, in zwei weiter entfernten Kinderheimen in Kodaikanal und Kallupatti zu arbeiten.
gl10_frhstckkleinklein.jpgDafür suchten wir in der Zahnstation die wichtigsten Instrumente und Materialen zusammen, die von Mariappan und unserem Fahrer Rajavel in einen Kleinbus verladen wurden. Die 20 Jahre alte mobile Einheit war glücklicherweise kurz zuvor auf Veranlassung unserer Vorgänger repariert worden und sollte gut funktionieren.gl10_kallupatti_untersuchungkleinklein.jpg
Nach ca. 6 Stunden Fahrt durch das unerträglich heiße Flachland erreichten wir Kodaikanal. Dieser Ort liegt ähnlich wie Coonoor über 2000 m hoch, und ist mit seinem angenehmen Klima und einem kleinen See für Inder ein beliebter Erholungsort. Das Kinderheim gehört mit seinen 74 Bewohnern zu den kleineren und sehr familiären Einrichtungen. Da ein Sturm die Telefonleitungen gekappt hatte, war man auf unsere Ankunft nicht vorbereitet. Trotzdem richtete man innerhalb kürzester Zeit einen Behandlungsraum und ein kleines Zimmer für uns her, so dass wir nach einer Stunde mit den Untersuchungen beginnen konnten.
Da es dort, anders als in Coonoor, bis jetzt keine regelmäßigen Zahnarztbesuche gab, war bald ein größerer Behandlungsbedarf erkennbar. So nutzten wir die drei folgenden Tage sehr intensiv, um wenigstens alle Schäden an bleibenden Zähnen versorgen zu können. Wir hatten wiederum gl10_kodaikanal_spaetkleinklein.jpgmit stundenlangen Stromausfällen zu kämpfen und mit dem Generator des Heimes konnten Turbine und Absaugung nicht gleichzeitig betrieben werden. Aus diesem Grund arbeiteten wir sogar einmal bis 23.00 Uhr, was aber unsere kleinen Patienten mit großer Geduld ertrugen. Pünktlich zum Stromausfall des vierten Tages war der letzte Zahn gezogen.
Die Herzlichkeit und Wärme, die wir in Kodaikanal spüren konnten, hat uns tief beeindruckt. Wir wurden liebevoll umsorgt und auch immer wieder mit neuen indischen Leckereien verwöhnt. Dementsprechend schwer viel uns der Abschied.

Kallupatti, der nächste Ort den wir besuchten, lag im Flachland. Dort herrschen im Sommer Temperaturen um die 40°C. Die mobile Einheit wurde in einer offenen Halle aufgebaut, die sonst  für Unterricht, zum Essen und für verschiedene Veranstaltungen benutzt wird. Trotzdem war die Hitze kaum zu ertragen. In diesem Heim leben 274 Kinder und es war noch nie ein Zahnarzt vor Ort!
Wir hatten uns vorgenommen alle Kleinen zu
untersuchen,   damit der nächste Einsatz gut vorbereitet werden kann. So arbeiteten wir wieder bis zum späten Abend, gl10_nach_der_behandlung_kodaikanalkleinklein.jpg auch in der Hoffnung, dass fallende Temperaturen alles etwas leichter machen. Leider ärgerten uns stattdessen in der Dunkelheit die gl10_vorderbehandlausschnittkleinklein.jpgMoskitos und wir waren froh, als wir endlich unser Pensum für diesen Tag erreicht hatten. Am nächsten Morgen starteten wir früh, um die kühleren Stunden zu nutzen und hatten am Nachmittag alle Untersuchungen und noch einige Schmerzbehandlungen abgeschlossen. Hier wartet viel Arbeit und wir hoffen, dass bald ein anderes Behandlungsteam den Weg nach Kallupatti findet.
Wer einmal die Freude und Dankbarkeit in den Augen indischer Kinder sehen konnte, den lassen diese Erfahrungen nicht mehr los. Man kann hier mit einfachen Mitteln und seiner Arbeitskraft viel bewirken. So hoffen und glauben wir, dass das nicht unser letzter Einsatz in Indien gegl10_abschied_kodaikanalgroklein.jpgwesen sein wird.

Vor unserer Reise haben unsere heimischen Patienten wieder große Spendenbereitschaft bewiesen und so konnten wir Instrumente und Verbrauchsmaterialien im Wert von 592 € kaufen und mitnehmen.

Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken


Rico Glävke und Laura Sebastian

 
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