Liebe Mitstreiter/innen, - es ist endlich geschafft!! Abflug von Frankfurt am Mittwoch, 12.Mai, mit Ethiopian Airlines nach Addis Abeba, von dort nach Lusaka.
Ethiopian Airlines ist sehr zu empfehlen, da sie 2 Gepäckstücke mit jeweils max.23kg erlaubt (außerdem wird guter äthiopischer Kaffee serviert!) Am Flughafen Lusaka ( 50 US $ Gebühr für Visum, es werden nur US$ akzeptiert! und dort auch Einreiseformular ausfüllen ), wurden wir von Herman Striedl, PMG von DWLF in Siavonga und Besitzer der „Sandy Beach Lodge" in Siavonga begrüßt und abgeholt.................. Tarife-Kosten - Sambia-Siavonga
Die Haupstadt Lusaka liegt ca.1600m hoch und ist deshalb frei von Moskitos (Malaria) Die Autofahrt nach Siavonga dauert bei „normalen" Verhältissen ca. 3,5 Stunden (ca.180 km Teerstraßen). Die Helfer von DWLF wohnen bei Herman Striedl (im folgenden Text: H. ) in der sehr schön gelegenen „Sandy Beach Lodge", direkt am Ufer des Kariba Stausee (ca. 280 km lang und bis zu ca. 40km breit), sehr ruhig, mitten in der Natur. Durch diese enorme Wassermassen ist das Klima dort auch ausgeglichener, angenehmer als in den anderen Landesteilen, H. stellt den Helfern zum Übernachten ein Minihäuschen mit 2 Zimmern (2 Bettzimmer und 1 Bettzimmer) jeweils incl. Dusche und Toilette, zum Mieten zur Verfügung.
Frühstück und Abendessen können nach Bestellung in seinem Restaurant eingenommen werden (Speisekarte vorhanden). Für Helfer, die weiniger Geld für die Übernachtung ausgeben möchten, hat Heiner 2 Zelte mit Vorzelt gespendet (ungefähr Stehhöhe), die auf dem Grundstück aufgestellt werden können. Die entsprechende Liste der anfallenden Kosten werden in einem ausführlicherem Artikel nachgereicht. Da Heiner Kraft der DWLF auch ein geräumiges Allradfahrzeug gespendet hat, ist somit der tägliche Transport von Sandy Beach nach Siavonga in das Krankenhaus, in der die DWLF Zahnstation eingerichtet ist und zurück gesichert (einfach ca. 15km „Naturpiste"!). Hierbei fallen bei der Benutzung des Wagens, Kilometergeld pro Person( als Rücklage für Reparaturen und Verschleißteile des Fahrzeugs, z.B.Reifen, Bremsen ect.) an neben den Kosten für Diesel.
Bei unserem ersten Besuch des KH lernten wir die 5 dental Therapists kennen ( 3 weiblich, 2 männlich) und die dortigen Verhältnisse im KH. Der bisherige Behandlungsraum ist ziemlich „vollgepackt" und mit einer kürzlich von einer italienischen Organisation gespendeten, gebrauchten Behandlungseinheit ausgestattet, die jedoch nur eine Turbine aufweist, keinen Motor für ein Winkelstück. Unter den von Italienern gespendeten dentalen Gegenständen, haben wir auch einen regelbaren Technikmikromotor entdeckt, den wir an der Behandlungseinheit platziert und mit einem Winkelstück versehen haben, so dass an dieser Behandlungseinheit auch Karies entfernt werden kann. Ein altes , aber gebrauchsfähiges Folienschweißgerät ist vorhanden, nebst einer Rolle Schlauchmaterial. Ferner gibt es in diesem Raum auch einen Kompressor, eine dentale Rö-Kugel , einen fahrbaren „stummer Assistenten", einen Schreibtisch, einen gespendeten Autoklav (Funktion?), einen Kühlschrank für Materialien, ein Kapselmischgerät (für Am- oder Glasionomer Kapseln) und einen Unterschrank mit Arbeitsplatte.
Für die DWLF wurden nun 3 Räume in dem KH geschaffen.
2 Behandlungsräume, die nach der bewährten standardisierten Planung von Dr. Wolfgang Credner, Berlin, mit handwerklich angefertigten Unterschränken aus heimischen Holz mit Arbeitsplatte und eingebautem Waschbecken, Fliesenboden, Wandfliesen, den entsprechenden elektrischen Steckdosen, Deckenbeleuchtung und Abflussleitung, unter der Regie von Herman Striedl schon vorbereitet waren.
Der dritte Raum ist für die Desinfektion/Sterilisation mit einer Kombination aus Edelstahlfläche mit Becken ausgestattet, 2 Kompressoren sind dort platziert und der Raum teilabgetrennt für ein Handwaschbecken und Toilette für die Behandler. Im KH wird die Sterilisation normalerweise zentral durchgeführt (Anlieferung der Instrumente in den üblichen Sterilisationstrommeln), es kann aber auch, wenn nötig, in den beiden gelieferten Autoklavtöpfen in der Zahnstation selbst sterilisiert werden. (vor allem gedacht für outreach)
Die nun endlich in Siavonga eingetroffenen Ausrüstung war inzwischen ausgepackt.
Unsere Aufgabe war es nun, unter der handwerklichen „Meisterarbeit" von Herman Striedl, die nagelneuen Einheiten richtig zu platzieren, zu befestigen, an Wasser, Abwasser, Strom anzuschließen und mit Turbine, Winkelstück, Ultraschallzahnsteinentferner und last but not least Oralkamera mit Bildschirm komplett einsatzfähig zu machen.
Es würde nun zu weit führen, die kleineren und größeren „Problemchen" die uns bei dieser Aufgabe überraschten, aufzuzählen. Man muss aber feststellen, dass man z.B. eine fehlende spezielle Schraube nicht einfach „um die Ecke" kaufen kann, außerdem war die mitgelieferte so genannte Betriebsanleitung leider nur in chinesischer Sprache. Durch die tatkräftige Hilfe und das Organisationstalent von Herman, seine Verbindungen, z.B. auch zu chinesischen Ingenieuren in Siavonga , die das Wichtigste der Anleitung übersetzten, konnten wir nach etwa einer Woche intensiver Arbeit die 2 neuen zahnärztlichen Einheiten zur Behandlung benutzen und erste Patienten damit behandeln.
Nebenbei wurden auch die mit gelieferten Instrumente gesichtet, von den dental Therapists eingeräumt, die ihre täglichen Behandlungen in dem „alten" Raum weiterhin durchführten. Heiner Kraft konnte sie in schwierigen Fällen ab und zu in der Behandlung unterstützen. Eine weitere Aufgabe war, die 2 tragbaren neuen chinesischen Behandlungseinheiten einsatzfähig zu machen, die 2 transportablen Patienten-Stühle mit Halogenlampe, gemeinsam mit den dental therapists zusammenzubauen, die beiden chirurgischen Absaugmaschinen und die 2 Generatoren startklar zu machen. Nachdem auch diese Aufgaben gemeistert waren, haben wir in einem meeting die 5 dental therapists mit der Bedienung, Wartung und Pflege der neuen Ausrüstung vertraut gemacht.
Eine Vielzahl von organisatorischen Notwendigkeiten , z.B. woher destilliertes Wasser nehmen usw , wie werden die „outreach Behandlungen" organisiert, was wird dafür gebraucht, usw. mussten geklärt werden. Viele Teambesprechungen vor allem mit Herman Striedl als dem PMG für Siavonga und gemeinsam entwickelte Ideen waren nötig um befriedigende und sinnvolle Lösungen zu finden.
In Sambia gibt es nur in Lusaka eine dental school in der Lernende von einem Zahnarzt mit Hochschulabschluß in 3jähriger Ausbildung zu „dental Therapists mit Diplom" ausgebildet werden. Somit sind sie sehr interessiert an einer weiteren Schulung bewährter und effektiver zahnärztlicher Behandlungsmethoden, und ihr Wunsch war nun an uns, ihr Wissen über die Wurzelkanalbehandlung zu erweitern.
Heiner Kraft und ich haben nun damit begonnen, den 5 dental Therapists in einem nachmittäglichen meeting in Sandy Beach, die Grundzüge einer einfachen Wurzelkanalbehandlung zu vermitteln. Als Hilfe und Anschauung haben wir entsprechendes Lehrmaterial (Kopien) erstellt und mit englischen Fachbegriffen versehen. An von ihnen extrahierten Zähnen wurde eine einfache, aber effektive Aufbereitungstechnik mit den mitgebrachten Wurzelkanalinstrumenten (Reamer, Feilen usw.), VDW Interimsstand und Meßlehre geübt. Da sowohl ein moderner Apexfinder (China) als auch ein Rö-gerät (Paralleltechnik möglich) vorhanden ist, hoffen wir, dass folgende Zahnärzte diese Schulung der WK-Behandlung fortsetzen werden. (Unter den dortigen Verhältnissen ist im Augenblick keine maschinelle Aufbereitung sinnvoll und wünschenswert) Am Ende unseres Aufenthalts wurden quasi als „Feuerprobe" 2 Outreach Behandlungstage mit dem Behandlerteam geplant. Zunächst in dem „Namumu orphane centre" in Siavonga, einem Waisenhaus und Schule. Hier wurden von den dental therapists eine Zahnputz- und Ernährungsberatung der Kinder durchgeführt. Anschließend erfolgte die Untersuchung und die Behandlung von ca. 25 Kindern durch die 2 Behandlungsteams mit den 2 tragbaren Einheiten und Behandlungsstühlen.
Die dort gemachten Erfahrungen wurden analysiert und die aufgetretenen Schwierigkeiten wurden, wenn möglich, abgestellt und der gesamte Arbeitsablauf im Detail verbessert. Somit konnten wir erreichen, dass der 2.Einsatz am folgenden Tag erheblich „flüssiger", effektiver und entspannter verlief.
Wir besuchten bei diesem 2.Einsatz die Mubuyu Christian Academy, eine secondary school für Mädchen mit Internat . Diese Schule wurde mit Mitteln von dem deutschen Entwicklungsministerium erbaut, auch unter Mitwirkung von Herman Striedel. Die damalige Entwicklungsministerin Frau Wieczoreck-Zeul hat diese Schule in Siavonga persönlich eingeweiht. Ingesamt kann nun gesagt werden, dass außer Kleinigkeiten, die noch von Herman Striedel in nächster Zeit erledigt werden, die feste Zahnstation der DWLF im Krankenhaus in Siavonga für die ZÄ und Famulanten Teams einsatzbereit ist, ebenso können outreach Behandlungen in Kindergärten, und Schulen stattfinden. In Zusammenarbeit mit den regelmäßigen AIDS relief Aktionen des KH in Siavonga (Geldgeber dafür ist die „Bill Gates Stiftung") können auch begleitende zahnärztliche Behandlungen mit den „portable units" in den besuchten Dörfern durchgeführt werden, ohne dass dabei zusätzliche eigene Transportkosten anfallen. Eine Zweier- oder Dreier-Gruppe, jedoch max. 4 Helfer sind zur gleichen Zeit in Siavonga sinnvoll Herman Striedl, als PMG und Hotelier wird die Gruppen hilfreich und kompetent betreuen, mit Rat und Tat helfen und die Organisation durchführen. Wir haben ihn als solchen Menschen kennen und schätzen gelernt. Wir und die DWLF haben ihm viel zu verdanken und ohne ihn wäre das DWLF Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen.
Heiner Kraft hat durch seine großzügige Spende auch zu der Realisierung in dieser Weise entscheidend beigetragen. Natürlich möchte ich nicht verschweigen, dass Heiner und ich uns auch 2 Tage Auszeit gegönnt haben.
An einem Tag waren wir zum 50-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Kariba Staudamms, der ganz nahe bei Siavonga liegt, eingeladen.Vor 50 Jahren wurde der Damm, damals noch von „Queen Mum", eingeweiht. An einem Sonntag machten wir einen kleinen Ausflug zu einem „Canooing Camp" am „Lower Sambesi" (unterhalb des Staudamms). Wir konnten dort aus der Nähe Affen und verschiedene Vogelarten beobachten, aber auch aus der Ferne einen grasenden Elefantenbullen. Die Nilpferde zogen es leider vor, weiter weg von unserem Standort umher zu „plantschen", nur ihr typisches lautes Grunzen war zu hören und mit viel Glück ein kurzes Auftauchen ihrer Köpfe zu sehen, trotzdem ein tolles Erlebnis.
Da der Sambesi zur Zeit Hochwasser führt, der Wasserspiegel ist bis zu 3m höher als normal, ist natürlich auch der Karibastausee mehr als randvoll, so dass alle Tore am Damm zusätzlich geöffnet sind, damit Wasser abfliessen kann.
Direkt am Damm ein imposantes Schauspiel, wie die tosenden Wassermassen in den Lower Sambesi mit einem ohrenbetäubenden Rauschen stürzen. Die Sonnenauf- und untergänge, das Wolkenspiel, der nächtliche Sternenhimmel (Kreuz des Südens), die Ruhe am See, das Frühstück und Abendessen in „Sandy Beach" auf der Wiese direkt am Wasser haben uns für die viele Arbeit entschädigt.
Da am Seeufer meist Wind herrscht (je nach Tageszeit, Land- oder Seewind) ist die Mückenplage nicht groß und viele Fledermäuse helfen am Abend, die Moskitos in Schach zu halten. In einem bald folgenden Artikel werden eine Kostenliste und weitere Einzelheiten dargestellt.
P.S. In Lusaka gibt es die „Gospel Outreach Felloship" (www.go.org.zm). Diese kirchliche Vereinigung von Pastor Helmut Reutter wird, wieder mit Hilfe und Beratung von Herman Striedl, eine aus Kanada gespendete, gebrauchte zahnärztliche Behandlungseinheit in ihren Räumen in Lusaka installieren und damit eine Zahnstation gründen. Pastor Helmut Reutter würde es nun sehr begrüßen, wenn deutsche ZA-Teams, bevor sie in die DWLF Zahnstation nach Siavonga weiterreisen, 1 oder 2 Tage (auch mehr) dort in dieser Zahnstation Patienten behandeln könnten. Dafür können sie in dem angegliederten kleinen Hotel gratis übernachten und verpflegt werden und sich nebenbei auch die Hauptstadt Lusaka ansehen. Da die zahnärztliche Einheit noch nicht installiert ist und der Ablauf noch nicht endgültig organisiert ist, sind Kollegen/innen mit etwas Pioniergeist gefragt, die auch hier helfen möchten. Näheres bzw. diesbezügliche Anfragen an Dr. Heiner Kraft, e-mail :
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