Gruppenarbeit: Drei Famulanten der Uni Würzburg helfen aktiv in Nepal mit /Feb. 2010.
Geschrieben von Natalie Kraszewski Email: nataliekas@aol.com
Mittwoch, 19. Mai 2010
Famulatur in Nepal, Februar 2010 von der Famulantin Natalie Kraszewski, Würzburg
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Schon länger hatten wir den Wunsch eine Famulatur im Ausland zu machen.
Die Idee zusammen mit einem erfahrenen Zahnarzt zu arbeiten gefiel uns, und so wendeten wir uns an DWLF.
Schon allein der Gedanke an Nepal faszinierte uns von Anfang an, und nach einem lustigen Kennenlern-Wochenende in Dresden bei Karla Roeding und ihrem Mann Holger war die Reise beschlossene Sache......... .........Mit Sack und Pack (ca 40 Kilo Spenden) flogen wir nach Kathmandu, wo wir die ersten hektischen, bunten und aufregenden Tage verbrachten.
Vom Großstadtchaos ging es weiter in die Himalaya Idylle - ein Naturerlebnis das man so schnell nicht wieder vergisst. Super Wetter, tolle Weggenossen, blühender Rhododendron, weiße Gipfel, stramme Waden und jede Menge Spaß. Danach ging es auf zum Elefantenbaden in den Chitwan National Park und nach einigen weiteren Tagen in Kathmandu kam das lang ersehnte Wiedersehen mit Holger und Karla. Schon während der ganzen Reise freuten wir uns darauf, mit den liebenswerten Nepali zu leben und zu arbeiten in einem Ort den uns Karla als „real nepal" angekündigt hatte- frei von Touristen und fern von Großstadtmief.
Von der Wohnsituation waren wir begeistert, wir hatten eine eigene kleine Wohnung in Ramesh's Haus mit einem Drei und Zwei Bett Zimmer, einem tollen Bad und einer extra Toilette auf dem Gang. In der gemütlichen Küche verbrachten wir viele schöne Abende mit Karten und Tiger and Goats spielen, Desinfektion von innen, Zaubertricks mit Ramesh und Binaya, lesen und Postkarten schreiben.
Von Ramesh‘s Frau wurden wir meisterlich bekocht. Sie zauberte uns jeden morgen Omelette und Massala Tee, und abends super Dhaal Bhat von dem wir jetzt noch träumen.
In der Zahnstation gab es auch jede Menge zu tun. Der Zahnarzt Arun und seine Helferin Bagwati nahmen uns sehr herzlich auf, und standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem waren wir auf ihre Hilfe bei der Übersetzung Englisch-Nepali angewiesen. Die Behandlungen waren entgegen unserer Erwartung sehr vielseitig, denn einen Ultraschallscaler, Lichthärtelampe und ein Röntgengerät für Wurzelkanalbehandlungen machten fast alles möglich. Arun stellt sogar einfache Prothesen und Zahnspangen her.
Wir waren wirklich begeistert von seinen Fachkenntnissen. Unter Karlas Anleitung legten wir Frontzahn und Seitenzahnfüllungen, trepanierten und extrahierten Zähne und scalten. Vor allem bei den vielen Extraktionen gab sie uns wertvolle Tipps und dank ihrer unglaublichen Geduld hatten wir fast immer Erfolgserlebnisse. Es war schön, ohne Zeitdruck und mit einer solch positiven Ansprache zu arbeiten. Diejenigen, die gerade nicht behandelten, beschäftigten sich mit Mundhygieneinstruktionen, dem Lernen nepalesischer Vokabeln, sortierten und putzten Schubladen, erstellten endlose Bestandslisten oder spielten mit Aruns kleinen Töchtern.
Highlight unserer Zeit in Trishuli war das Dental Camp in einem kleinen Bergdorf fern von zahnmedizinischer Versorgung. Die Menschen begrüßten uns feierlich mit Blumenketten und Musik und begleiteten uns zur Schule, wo wir ein Klassenzimmer zum Behandlungsraum umfunktionierten. Ramesh organisierte das Camp, Karla übernahm die Regie über die Behandlungen und Holger nahm die Patienten auf- alles funktionierte wie am Schnürchen. Es wurden immer drei Patienten gleichzeitig behandelt, was aufgrund des großen Andranges auch nötig war.
Je einer von uns und ein erfahrener Zahnarzt zogen zusammen Zähne, ausgespuckt wurde in große Pappkartons, Watte zu Aufbisstupfern umfunktioniert, geleuchtet mit Taschenlampen.
Mit nur einer mobilen Einheit im Gepäck funktionierten wir zwei Holzstühle zu Behandlungsstühlen um, ohne Kopfstütze sicher für den einen oder anderen etwas unbequem... Trotzdem waren die Menschen tapfer und dankbar, geduldig warteten sie auf ihre Behandlung und schauten uns mit großem Interesse bei der Arbeit zu.
Vor allem die Kinder beeindruckten uns sehr, es wurde selten gejammert und mit einem kleinen Geschenk in der Hand verließen uns die meisten dann wieder lachend.
Für uns war die Reise nach Nepal aus vielerlei Hinsicht eine große Erfahrung. Ein Land das uns überrascht und begeisert hat und unsereHorizonte erweitete und auch fachlich weiterbrachte.