 v.l. Dr. Credner, Samitha, Dr. Lehmann Erkenntnisse und Überlegungen nach der Nepalreise (vom 6.2.-26.2.2010) zur Inspektion der DWLF Zahnstationen von Wolfgang Credner -Berlin und Dieter Lehmann- Nürnberg.
• Die drei Zahnstationen der DWLF in Nepal ( SKMH in Sankhu - PME Dr. Sybille Keller, in Trishuli - PME Birgit Calenberg und Amppipal - PME Dr. Sybille Keller) sind prinzipiell gut ausgestattet und „laufen" gut , geringe örtliche Defizite in der Ausstattung wurden schriftlich aufgenommen und werden durch Kauf vor Ort oder durch „Ameisentranporte" ergänzt.
1002SKMHListefehl.Instr 1002TrishuliListefehl.Instr 1002AmppipalListefehl.Instr
In den Stationen, in denen Einkünfte erzielt werden ( z.B. Trisuli), sollen evtl. notwendige Reparaturen oder benötigte Materialien ( z.B. Desinfektionslösungen, Verbrauchsmaterialien) aus den Einkünften bezahlt werden, sofern dies nicht durch Spenden abgedeckt werden kann..
Die Stationen müssen eine Einnahmen-Ausgaben- Überschussrechnung an die Stiftung senden, aus denen die Verwendung der Gelder hervorgeht. Es geht nicht an, dass nur Forderungen gestellt werden, vereinnahmte Gelder aber nicht in der Station reinvestiert, sondern anderweitig verwendet werden.
Wir bitten alle Projektmanager, die Kollegen/innen, die in diese Stationen gehen, in diesem Sinne zu instruieren. Es kann nicht sein, wie leider in der Vergangenheit geschehen, dass die Kollegen aufgefordert ( genötigt) werden, diese Materialien aus eigener Tasche in KTM zu besorgen.
- Die Unterbringungsmöglichkeiten an den 3 Orten sind durchweg sehr gut und die Verpflegung landestypisch gut, eigene ergänzende „Kochaktivitäten" sind überall möglich.
- Das Hospital in Amppipal steht unter Leitung von Dr.Wolfhard Starke, der einen bewunderungswürdigen Einsatz rund um die Uhr zeigt. Wir empfehlen die Zahnstation mittelfristig baulich noch zu verbessern. Sollte im Zuge der eingeleiteten Bemühungen, die Zahnstationseinrichtung aus dem leider staatlicherseits geschlossenem „Buddha-Hospital" in Pokhara heraus zu bekommen (sie ist immer noch Eigentum der DWLF) erfolgreich sein, ist geplant, diese noch nicht gebrauchte Behandlungseinheit nach Amppipal zu transportieren und dort zu installieren. Dabei würde dann auch der Fußboden gefliest, ebenso die Wände teilweise mit Fliesen versehen.
- Dr.Starke hat gebeten, den dort tätigen dental-assistant in der Füllungstechnik („the process of placing a filling", cavity debridement, base and liner technique, indirect pulp capping and so on) zu schulen. Wir haben den dental assitant gebeten extrahierte kariöse Zähne zu sammeln und in Alkohol aufzubewahren, damit sie zu Demo- und Übungszwecken verwendet werden können. Wir möchten die Kollegen/innen, die dort im Einsatz sein werden, bitten sich entsprechend darauf vorzubereiten und mit dem dental-assistant zu üben.
Dr.W. Starke bittet darum, nicht mehr als 4-5 Kollegen per anno nach Amppipal zu entsenden, auch nicht in der Regenzeit und während des 14tägigen Nepalifestes irgendwann im Sept./ Oktober, da kommt nämlich kein Patient! Es ist auch nicht möglich, sich von Famulannten begleiten zu lassen. Dies gilt ebenso für die Zahnstation Im SKM Hospital, Sankhu
Eine Begleitung durch Famulanten ist nur in Trishuli möglich, da hier 2 Zimmer für die Unterbringung zur Verfügung stehen.
- Wir empfehlen allgemein den ZÄ, in den festen Zahnstationen, wenn möglich, nicht selbst „rund um die Uhr" zu behandeln, sondern vermehrt den behandelnden „dental assistant" bei seiner Behandlung durch Assistenz oder/und kollegiale fachliche Hilfestellung zu unterstützen. Eine entsprechende persönliche Abwägung, der in den verschiedenen Zahnstationen vorgefundene Situation ist dabei natürlich unerlässlich. Damit ist eventuell auch das Problem des „Verdienstausfalls" des dental assistant, während der Behandlungszeit der ZÄ nicht mehr relevant. Sind Gratis-Behandlungen von Schul- oder Kiga-Kindern (oder sonstige bedürftige Personen) geplant, sollte auch hier eine Regelung angestrebt werden, die prinzipiell der vergüteten Regelbetrieb der Zahnstation möglichst wenig beeinträchtigt.
- Bei dental camps sind die Verhältnisse natürlich sehr verschieden, auf alle Fälle müssen alle Beteiligten zusammen helfen
- Es macht unserer Meinung wenig Sinn, Materialien, die in Nepal einfach bei den dental suppliern zu bekommen sind, aus Deutschland mühevoll mit zu schleppen,wie z.B. Desinfektionsmittel in größeren Mengen, Kältespray, Zemente, Handschuhe usw.
- Wir empfehlen den Kollegen/innen ein kleines persönliches „Behandlungsset" zusammen zustellen, das sie auch wieder bei Ihrer Rückreise nach Deutschland mitnehmen. ( Inhalt z.B. : 2-grün Ring-Winkelstück, roter Schnellläufer für FG, eigene „Lieblingshebel", eigene „Lieblingsknochenfräsen" mit Tupfern steril eingeschweißt, bei persönlichen Spezialgrößen Handschuhe für den Eigenbedarf, neue große Rosenbohrer, div. neue Diamanten für Kavitäten u. Komposit (Ausarbeitung, ect.........)
• Wir bitten alle Kollegen/innen, die in einer der Zahnstationen eine gewisse Zeit arbeiten, die Material- und Instrumentenausrüstung der Station zu überprüfen und Fehlbestände bzw. Reparaturbedarf von Ausrüstung möglichst schnell an den zuständigen PME zu melden, bzw. eventuell selbst, aber nur nach Absprache mit dem PME, Abhilfe zu schaffen.
- Auch hier gilt das oben Gesagte: zuerst ausloten, inwieweit aus vereinnahmten Eigenmitteln Abhilfe geschaffen werden kann. Ziel der Unterstützung ist, dass die Zahnstationen selbständig aus eigener Kraft existieren sollen/ müssen.
- Wir bitten außerdem die Kollegen/innen sich per e-mail mit dem nächst folgenden Kollegen/in in dieser Zahnstation, in Verbindung zu setzten (Adressen bei PME holen!) und einen aktuellen Bericht über alles Wichtige, auch aktuelle Infos über Transport, Taxikosten ect., zu geben, bitte auch diesen e-mail Bericht in Kopie an den PME!
- Falls ein Helfer sich eine SIM-Karte für sein mobile phone in Nepal besorgt hat (z.B. Mero mobile) wäre es hilfreich, diese dann an den nächsten Helfer bei der Rückkehr nach Deutschland zu schicken, incl.Auflade-Bons, eventuell auch nicht mehr benötigte NR!
• Abschließend sind wir der Meinung dass die DWLF keine weiteren Zahnstationen in Nepal gründen sollte, da die weitere politische Lage und der zu erwartende Umgang von Regierungs- bzw.Oppositionseite mit den NOG´s nicht abschätzbar ist. Die stärkste Partei in Nepal, die Maoisten sind im Augenblick nicht an der Regierung beteiligt. Häufige, kurzfristige Streiks, die die Infrastruktur lahm legen, sind an der Tagesordnung. Das bedeutet auch, dass zeitliche Planungen, z.B. Rückflüge, Fahrten zum Flughafen ect. mit großen Zeitpuffer und nach aktueller intensiver Recherche geplant werden müssen.
- Ein weiterer Grund einer Beschränkung auf die bestehenden Zahnstationen liegt darin, dass die nepalesischen Anstrengungen einer Weiter-bzw. Ausbildung von ZÄ oder dental assitants ein großer boomender Markt, zumindest in Kathmandu und Pokhara, geworden ist. Bei unserem Besuch der Ausbildungsstätte von Samitha (deren Ausbildung zum dental assistant von der DWLF bezahlt wird) haben wir staunend den großen Neubau des Kantipur Dental College , Teaching Hospital & Research Center, Basundhara, Ring Road ( near Polish Bit) Kathmandu-3 , besichtigt. Auf mehreren Ebenen sind „-zig" neue Behandlungseinheiten von KaVo, do Brasil installiert und noch viele leere Installationsplätze frei. Bei einem Gespäch mit dem Chairman und Chief Executive Director Dr.Buddhi Man Shresta, erfuhren wir, dass das Konsortium in nur 5 Jahren ca. 35.000 dental assistants (und ZÄ) ausbilden wird/möchte, die dann über das ganze Land verteilt werden sollen. Angesichts dieser „rosigen" Aussichten, die zahnärztliche Versorgung Nepals betreffend, erscheint ein weiteres Investitionsengagement der DWLF in Nepal überflüssig und unnötig!
Ein weiterer grosser Ausbildungskomplex des Kantipur Dental Colleges ist in der New Road in Pokhara im Bau. Das Kantipur Dental College ist nur eines von vielen Dentalausbildungsstätten!
|