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Von Trishuli ins Outback: ein unvergessliches Erlebnis / Nepal /10.2009 Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Achim Sieper MSc DWLF ID 0230   
Samstag, 6. Februar 2010

hpteamwalk_klein.jpgDas erste Mal in Nepal, in einer anderen Welt                  hpbegrungmitblumenk800_304_klein.jpg   
Erfahrungsbericht von Dr. Achim Sieper  6.2.10
DWLF ID 0230

Im Oktober 2009 begaben sich die 3 Kamener Zahnärzte Dr. med. dent. Friederike Knolle, Dr. med. dent. Sabrina Lange und Dr. med. dent. Achim Sieper MSc mit dem Berliner Kollegen Florian Freese zu einem Hilfseinsatz in Nepal.
Das erste Erlebnis hatten wir bereits beim Zwischenstopp in Bahrain. .........

........Die Maschine nach Kathmandu war hoffnungslos überbucht, so dass mehrere Dutzend Passagiere nicht mitfliegen durften. Nur dem Servicemanager der Fluggesellschaft, dem zu Ohren gekommen war, dass wir für Dentist without Limits unterwegs waren, war es zu verdanken, dass wir doch noch mitfliegen durften und zwar in der unterbelegten Business Class, Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut und sind dann auch ziemlich relaxed in der quirligen Hauptstadt Katmandu angekommen. Nach einer Übernachtung im einfachen, aber schönen Pilgrims Guests- House sind wir am nächsten Abend nach 5-stündiger Autofahrt für 70 km in Trisuli angekommen. Dort erwartete uns eine schön eingerichtete 1-Zimmer Praxis, in der wir Möglichkeiten hatten für die gesamte Bandbreite der Zahnmedizin, außer natürlich Kieferorthopädie und Prothetik.

Zu unserer größten Überraschung waren jedoch keine Patienten anwesend! Der stets hilfsbereite und engagierte  hpmuaufklrungk800_img_3080_klein.jpgNepali Ramesh, vom örtlichen Lions Club, ermöglichte uns dann aber in der benachbarten Schule vorhpaufdemlkw_ausschnitt_klein.jpg zahlreichen Kindern Mundhygiene und Prophylaxeunterweisungen vorzuführen. Die Kinder waren sehr interessiert an allem, was sie von uns sehen und erfahren konnten. In den nächsten Tagen arbeiteten wir zu viert in der Zahnarztstation. Zwei behandelten, zwei assistierten und konnten vormittags und nachmittags täglich zwischen 20 bis 30 Patienten auf recht hohem Niveau von konservierender Zahnheilkunde, Endodontie und hauptsächlich Zahnextraktionen behandeln.
Die Mittagspause verlebten wir im Dorf bei heimischer Küche oder in      Trisuli Downtown, wozu ein Fußmarsch von ca. 1,5 km erforderlich war. Die frühen Abende und Nächte verbrachten wir recht komfortabel in zwei 2-Bettzimmern, mit angrenzender Dusche und WC im Haus der Familie Ramish. Für gute Verpflegung war stets gesorgt!


Am ersten Wochenende machten wir uns dann mit Bussen über Kathmandu zu den im Westen gelegenen Ort Pokara auf (für 180 km 17 Stunden Busfahrt!), um von dort in Dental Free Camps, die abgelegene Landbevölkerung zahnmedizinisch vor allem mit Extraktionen und gelegentlichen Füllungen zu versorgen.           hpaufdemwegzumeinsatzk800_234_klein.jpg
Unsere tragbare Dental Unit (Satelec-Koffer) haben wir für diesen        hp2aufdemlkwk800_p1010967-klein.jpg Einsatz mitgenommen. Die Fahrt zu den Out- Camps in die abgelegenen Bergdörfer führte in halsbrecherischer Fahrt über Serpentinen, auf LKW Ladeflächen, wobei wir meistens schon Patienten mitnahmen.

Die Tage in den primitiven Dörfern waren für alle ein wirkliches Abenteuer. Ohne Elektrizität und sanitäre Versorgung übernachteten wir auf einfachsten Holzpritschen in Lehmdörfern, wurden aber von der einheimischen Dorfbevölkerung stets mit den besten, zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln versorgt.

hpbehandlungimfreienk800_288_klein.jpgDiese bestanden natürlich in erster Linie Morgens- Mittags- und Abends aus Reishppatientenwartenk800_201_klein.jpg mit Linsensoße. Das Wasser kochten wir uns stets ab oder versahen es mit antibakteriellen Silbernitrattabletten. Von Magen-Darmerkrankungen sind wir nicht zuletzt auch deshalb verschont geblieben.
In den Dental Free Camps, die wir im Freien errichteten, konnten wir über 500 Patienten zahnmedizinisch behandeln. Die Bevölkerung zeigte sich sehr interessiert. Es wurden Fußmärsche von bis zu 6 Stunden aufgenommen, um von Zahnschmerzen befreit zu werden.
Die Nepali sind ein sehr stolzes selbstbewusstes Volk. Das Wort „Bitte" und „Danke" kommt bei ihnen nicht vor. Allen Menschen, denen wir in Nepal begegnen machten jedoch einen zufriedenen ausgeglichenen und glücklichen Eindruck. Stress und Hektik scheint ihnen unbekannt zu sein.
Die letzten 2 Tage verbrachten wir wieder im Katmandu wo wir es uns 1 ½ Tage in einem komfortablen Hotel mit Swimmingpool richtig gut gehen ließen. Nach 18stündiger Reise sind wir gesund und um einige Kilos erleichtert in Frankfurt angekommen.

Allen Zahnmedizinern, insbesondere Berufsanfängern kann eine Reise nach Nepal empfohlen werden. Die Erlebnisse mit Land und Leuten bleiben ein Leben lang unvergesslich.

Das ALL DENTE Team Friederike, Sabrina, Florian und Achim..

 
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