Bei minus 40 Grd. Kälte began das Jahr 2010 für DWLF mit Highlights (youtube-Filme)in der Mongolei
Geschrieben von Dr. Claus Macher
Mittwoch, 6. Januar 2010
Der 1.1.10 war ein großer Tag für Arkhangai aimag, zudem erreichte die DWLF Geschäftsstelle die frohe Botschaft, dass der neue russische Allradbus UAZ (Furgeon) für die Versorgung der Nomadenstämme (besonders in der Wüste Gobi) günstig gekauft werden konnte.
Die neue Kinderklinik wurde pünktlich um 14.00 Uhr vom mongolischen Gesundheitsminister Lambaa eingeweiht und damit auch die neue kindergerechte Zahnstation von DWLF, die den zwei bereitstehenden Zahnärztinnen die Möglichkeit eröffnen, nach mittlerem europäischen Standard zu arbeiten. Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den Helfern und Kollegen aus Europa, die im Augenblick fast nur aus Deutschen bestehen. Sehen Sie unter www.youtube.com/mrkhasbaatar ........
......Erst Mitte 2009 wurde ein Vertrag zwischen dem Gesundheitsminister und DWLF geschlossen, der das Vertrauen besiegelt, welches das Gesundheitsministerium der Arbeit der Helfer, die den DWLF Ausweis besitzen und den durchdachten Investitionen von DWLF entgegenbringt.
Die bürokratischen Hürden für eine situationgerechte und ans Land angepassten Direkthilfe auf Augenhöhe konnten für die DWLF Ausweisinhaber weitestgehend für die Mongolei beseitigt werden. Diese existieren leider in vielen Ländern noch, so dass das Arbeiten dort sehr erschwert wird und erst nach "Überprüfungsgebühren" und viel Bürokratie offiziell möglich ist. Das Umgehen des offiziellen Weges hat schon zu Verhaftungen von gutherzigen europäischen Zahnärzten geführt - das ist für DWLF keine Lösung.
Ein Beispiel, dass der Slogan von DWLF auch in den benachteiligten Ländern selbst seine Freunde findet:
Manpower is more important than moneypower.
Arkhangai aimak liegt in der Nähe von Karakorum, der alten Königstadt von Dschingiskhan. Deutsche Archaologen sind hier auch an der Ausgrabung beteiligt.
Am Neujahrmorgen fuhr die Delegation des Gesundheitsministeriums und die mongolische Delegation von DWLF bei minus 40 Grad Kälte los. Für die Mongolei ein normaler Zustand. Die Fahrt dauerte 4 Stunden.
Nebenbei: auf dem Rückweg kam die DWLF Delegation in einen Schneesturm, so dass in der Nacht noch 2 Stunden Schnee geschaufelt werden mußte. Auch das ist in der Mongolei normal.
Die Vorarbeit war enorm, da die Möbel und Einrichtungsgegenstände von der Hauptstadt Ulanbaatar hergebracht werden mußten.
Was DWLF sehr gefreut hat:
Die Frau des stellvertretenden DWLF Verantwortlichen Mr. Khasbaatar ist Architektin und hat schon einige von Dr. Credner, Berlin geplanten Zahnstationen gesehen, sich die Systematik angesehen und für Arkhangai aimak die Pläne gemacht. Man kann sagen: Diese Zahnstation wurde allein von unseren mongolischen Freunden konzipiert, montiert und bauseits überwacht!
Das ist das was DWLF will: durch unsere Anleitungen anregen zum Selbermachen.
Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Sendung des mongolischen Fernsehen wurde in das Internet (youtube.com-siehe oben) gegestellt.
Hier ein Ausschnitt in Deutsch übersetzt:
Film MOVO2E.MOD
Mr. Khasbaatar, der stellvertretende DWLF Verantwortliche für DWLF (Der DWLF Verantwortliche für die Mongolei hatte sich zwei Tage zuvor ein Bein gebrochen) sagte nach der Begrüßung:
"Das ist die Zahnstation von DWLF aus Deutschland mit mittlerem europäischen Standard für Arkhangai aimags neues Kinderklinikum. Da sind 2 Behandlungstühle, alle Instrumente und Ausrüstungen. Hier ist das Ärztezimmer und das Wartezimmer.
Jedes der Projekte von DWLF hat eine ProjektmanagerIn in Deutschland. Sie wird mit den unseren beiden Zahnärztinnen hier ständigen Kontakt haben, damit aus Deutschland im Ameisentransport benötigte Sachen mitgebracht werden können. Jeden Sommer kommen Zahnärzte aus Deutschland zum ehrenamtlichen Zusammenarbeiten mit unseren beiden Zahnärztinnen."
Anmerkung von Verfasser:Die Projektmanagerin heißt Sarah Steube. Sie ist im Augenblick noch Famulantin an der Univ. Klinik in Hamburg und macht 2010 ihr Staatexamen. Daher wird auf dem gezeigten von Dr. Volker Schmidt gestalteten Schild - wie bei DWLF Zahnstationen üblich - die Herkunftstadt des ersten ProjektmanagersIn von DWLF als "Freundschaftsstadt von.... in diesem Fall von: Hamburg von Zerzerleg sum/Arkhangai aimag" bezeichnet.
So nach und nach wird Sahra Steube auch schöne Bilder oder Poster von Hamburg hier aufhängen. Wie man Völker verbindet? Es muss von Mensch zu Mensch von unten ohne Zwang beginnen.
"Vielen Dank an DWLF in Deutschland für diese schöne Zahnstation, die sie uns gegeben hat und ich wünsche DWLF viel Erfolg und für die Zukunft eine gute Zusammenarbeit.
Unsere Zahnärzte müssen gut und ganz fleißig arbeiten, ihr Fach gut beherrschen und gut auf die Instrumente aufpassen."
Film MOVO31.MOD
Herr Dr. Delgerhangai (Chefarzt vom gesamten Zentral-Krankenhaus von Arkhangai aimag)
"Alle Bewohner und die Kinder von Arkhangai aimag sagen vielen Dank an DWLF für diese schöne Zahnstation.
Vielen Dank für diese unschätzbare großzügige Hilfe von Euch zu uns.
Wir versprechen, dass wir immer gut aufpassen und regelmäßig und mit guten Ergebnissen arbeiten werden und hoffen, dass unsere Zusammenarbeit in Zukunft ewig dauern wird.
Herzlich willkommen deutsche Zahnärzte, wenn Ihr im Sommer kommt!
Hier ist eine Urkunde und ein kleines Souvenier an DWLF."
Ist das nicht eine Freude, so etwas zu hören?
Wir denken, dass DWLF mit ihrer Art von Entwicklungshilfe richtig liegt:
Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen kauft Ihre Sachen selbst günstigst und zweckmäßig ein, überzeugt die Menschen durch ihr uneigennütziges Tun und die Helfer geben ihre Erfahrungen, Fertigkeiten und ihr Wissen an die einheimischen Kollegen weiter. Das ist nur möglich, weil viele Helfer mit Freude mitmachen und verschiedene Aufgaben übernehmen.
Das ist ehrlich und überzeugend. Das bringt die Völker zusammen, schafft Verständnis und Vertrauen.
Zahnschmerzen verbinden eben Völker und Kulturen.
Wir sind Macher und keine Schwätzer. Dr. E. van Engelen schrieb ganz richtig in ihrem Artikel von 4/08:
"Es zählt nur das, was realisiert ist."
Und das sind immerhin jetzt über 20 Zahnstationen in 6 verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen, die das ganze Jahr mit einheimischen ZahnärztenInnen besetzt sind, an welche die deutschen Helfer ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben und von wo aus sie mit mobilen Zahnstationen in die entlegenderen Gegenden aufbrechen können.