|
Letztes Jahr haben wir unser Haus in Batsumber aufgebaut und möbliert.
Letztes Jahr hat Britta Schneider, eine hochqualifizierte ZMF aus Deutschland, unter vielem auch 4 Monate lang Nyamka, (die mongolische Zahnärztin, die die Geschäftsführein Tuul Sodnompil 5 Jahre lang an die Zahnstation vertraglich gebunden hat ) Englisch beigebracht und dem Krankenhaus einen Kurs in Englisch-Mongolisch geschenkt.
Was ist daraus geworden? Waren unsere Bemühungen nachhaltig?..........
..........Was hatte uns die Wahl so leicht gemacht, in Batsumber das Hauptquartier von DWLF für die Mongolei aufzuschlagen?
Batsumber liegt 80 km nördlich von Ulaanbaatar direkt an der transsibirischen Eisenbahn.
Neuangekommene Helfer können direkt in den Zug steigen und für ca. 3 Euro dorthin fahren.
Es ist eine Kreisstadt - verglichen mit europäischen Verhältnissen aber ein elektifiziertes mittelalterliches Dörfchen ohne Kanalisation und Wasserleitungen.
In Verhandlungen mit der Gemeinde hat die DWLF Geschäftsführerin erreicht, dass DWLF ein 1800 qm großes Grundstück für vorerst 15 Jahre kostenfrei nutzen darf.
Von dort aus kommt man in reizvolle grüne wunderschöne grüne Gegenden. Hier kann man oben in den Bergen Wölfe und Bären jagen und im Tal Fische fangen.
Es ist eine arme Gegend, also genau das, was DWLF sucht.
Das Haus wurde in wenigen Wochen auf Betreiben unseres unersetzlichen Baagii aufgebaut. Es hat 2 Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein Duschbad und ein Wassertank mit 1800Liter.
Er hat es fertig gebracht, ehe Dr. Klassen, der Oralchirug aus Würzburg mit seinen 2 Kindern kam, das Haus innerhalb von 2 Tagen über das Wochenende komplett zu möblieren. Dr. Klassen. baute dann noch die Hängeschränke in der Küche an die Wand, einige brachten deutsche Bücher mit, ein anderer spendete eine Gitarre, wieder andere 3 europäische Reitsättel.
Inzwischen sind genügend Töpfe und Schnittbretter vorhanden - es wird immer perfekter.
Alles muss zwischen den Behandlungen laufen; aber das innen und außen holzverkleidete Häuschen wird immer gemütlicher.
In der Mongolei muss man singen - auch wenn wir hier immer unterlegen sein werden. Liederbücher sind auch da.
Es hat keine Heizung und wird im Winter nicht bewohnt.
Schon nach einem Jahr sieht man von außen, dass die enormen Termperaturunterschiede an dem Haus nagen. Zudem fallen Reperaturen an - das Klosett ist verstopft, es ist kein Wasser
Vorhanden, das Schloss klemmt.
So enschloss sich DWLF, Fundamente zu bauen, auf der ein Hausmeister mit seiner Familie
in einem Geer (mong.Zelt) wohnen kann. Zudem ist noch an ein Gästezelt gedacht, wird doch Batsumber unsere Zentrale werden.
Es ist uns gelungen, eine absolut zuverlässige und ehrliche Familie (mit 2 Kindern) zu finden, die für Reparaturen und das Wasser zuständig sind und das Haus im Herbst winterfest machen. Ob die Frau Kochen und das Haus gegen einen kleinen Betrag putzen soll, kann jeder selbst entscheiden - auch, wie er sich ernähren möchte. Das Krankenhaus bietet Essen an, es gibt aber auch Restaurants, die wohl billiger sind, aber qualitativ nicht so gutes Fleisch bieten -wie man munkelt - und man kann sich auch selbst etwas kochen.
Zudem ist der Hausmeister ein hervorragender Automechaniker und auch ein guter Fahrer, hat schon bei einer Ralley in der Wüste Gobi mitgemacht und DWLF hat nichts dagegen, wenn er seine Dienste den Gästen anbietet. Zudem hat er einen Kleinbus und kann die Helfer und unsere tragbare Zahnstation an die gewünschten Stellen fahren.
Er wird auch unsere mobilen Zahnstationen warten und gegf. Ersatztreile besorgen, so dass sie im nächsten Jahr einsatzbreit sind.
Hierzu wird eine Garage gebaut, in der sich alles unterbringen lässt.
Von hier aus können die Helfer dann mit einer tragbaren Zahnstation mittels eines Allrades durch die Wüste Gobi fahren und Nomaden behandeln oder mit der transsibirischen Eisenbahn nach Shanshand in den östlichen Teil der Wüste Gobi fahren. Dort werden die Helfer dann am Bahnhof abgeholt und in die zu versorgenden Gebiete mit einem Allrad gebracht.
Was besonders schön ist, dass ein Bild unserer Nyamka jetzt im Rathaus von Batsumber hängt mit dem Vermerk: "Beste Ärztin 2008 von Batsumber", sie, die noch letztes Jahr mit dem Gedanken gespielt hat,
doch vielleicht nach Ulaanbaatar zu gehen.
(Nicht zuletzt sind auch die vielen Helfer schuld, die meiner Bitte gefolgt sind, Ihr beim Abschied 30 Euro zu geben. Einen herzlichen Dank!)
Und der neue Bürgermeister hat von dem großen Anklang der DWLF bei der armen Bevölkerung gehört.
So teilte er uns in einem Gespräch mit, dass er nächstes Jahr selbst die Aufteilung der einzelnen Gruppen übernehmen möchte - das eine Tal ist schon saniert. Aber es warten noch 5 weitere Sums (Städte) auf uns.
Er hat das Ziel von DWLF zu seiner Sache gemacht und wird uns mit Logistik und Autos unterstützen.
Alles sind Demokratien, wo wir tätig sind. Und überall muss man gewählt werden. Wahlen kann man durch Geld
gewinnen - aber noch viel eher, wenn man ehrlich an seine Bevölkerung denkt und etwas für sie tut.
Für seine Einstellung danken wir dem Bürgermeister von Batsumber - sie ist nicht selbstverständlich.
Dr. Claus Macher Nürnberg im August 2009
|