„‘Tumen Ekh‘ is one oft the best national song and dance ensembles in Mongolia“
hieß es in der Programmbeschreibung. Für mich war es ein schönes Erlebnis
und zugleich ein Einblick in die mongolische Tradition und Geschichte.
Musiker und Tänzer von Tumen Ekh
Nach fast einer Stunde toller Musik, Tänzen und Kostümen folgte das nächste
Highlight für mich, das erste Mal mongolisches Essen. Es war ein kleines mongolisches
Restaurant, das sehr gemütlich eingerichtet war. Es gab Hühnchen
mit Reis und Gemüse und es war sehr lecker.
Um neun Uhr morgens, am nächsten Tag, holte mich Tseegii dann vom Hotel ab
und es ging Richtung Bahnhof. Dort lernte ich Chana kennen, eine Mongolin die
seit 8 Jahren in Osnabrück studiert und gerade zum Heimatbesuch wieder in
der Mongolei war. Sie sollte mich nun nach Batsumber begleiten und mir vor
allem als Dolmetscherin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und ich kann nur sagen,
vielen Dank dass ich Sie an meiner Seite hatte, sonst wäre mir der Start in
Batsumber nicht so gut gelungen.
Den Weg von Ulan Bator nach Batsumber bestritten wir beide mit der Eisenbahn.
Es war eine alte grüne Eisenbahn, die aber von innen sehr viel Charme
hatte. Wir saßen zu zweit in einer Kabine und Chana erzählte mir viel über das
Land und die Menschen.
Als wir dann so gegen Mittag, nach zweistündiger Fahrt, in Batsumber angekommen waren, wurden wir von der Zahnärztin Nyamsuren (Nyamka) und dessen Mann vom Bahnhof abgeholt. Dieser brachte uns dann zu unserer Unterkunft. Vor Ort war ebenfalls das Ehepaar Lehmann (Zahnärzteehepaar), sie saßen bereits auf gepackten Koffern und konnten uns nur noch kurz in die wichtigsten Dinge einweisen. Die Unterkunft bestand aus einem kleinen Häuschen,
direkt gegenüber vom Krankenhaus. Zwei Schlafzimmer mit jeweils zwei Betten, einer kleinen Küche und einem Bad - alles was man zum Leben braucht.
Am Nachmittag haben wir uns dann das Hospital von innen angesehen, wobei dieses nicht nur für zahnärztliche Zwecke genutzt wird, sondern auch der Allgemeinmedizin dient. Ebenfalls ist eine Apotheke und ein kleines medizinisches
Labor im Gebäude mit untergebracht. Allerdings werden hier keine Operationen o.ä. durchgeführt - Patienten die eine benötigen müssen extra in die
Am dritten Tag, so gegen Mittag, trafen wir uns mit der Zahnärztin im Hospital, wo auf uns schon eine Menschenschlange wartete. Heute war mein erster Arbeitstag.
Das Behandlungszimmer war mit einem Behandlungsstuhl und den
wichtigsten Materialien ausgestattet, wobei diese zum größten Teil gespendet wurden. Die Behandlung als solches lief eigentlich sehr schnell und unkompliziert ab, wer zu erst da war, kam auch zu erst dran, es gibt hier keine Terminvergabe
o.ä., dann wurde kurz geschildert was der Patient für Probleme hat
und schließlich wurde probiert das Problem schnellstmöglich zu beheben.
Natürlich unterschieden sich die Behandlungen in der Mongolei von denen in

Deutschland, allerdings ist das Ziel das gleiche: schmerzfreie und glückliche Patienten.
Die Zahnärztin behandelt in diesem Hospital ganz alleine und man kann sich vorstellen,
wie anstrengend es für eine einzelne Person sein muss, so viele Menschen in kürzester
Zeit hintereinander zu behandeln.
Nyamka (mongolische Zahnärztin) und ich konnten trotz Verständigungsprobleme
gut miteinander arbeiten. Nyamka spricht nur Mongolisch und sehr schlecht Englisch.
Aufgrund der schlechten Englischkenntnisse der meisten Mongolen, auch im Hospital, wurde von
der Hospitalleitung angeordnet, dass alle Mitarbeiter am Ende des
Jahres an einem Englischkurs teilnehmen müssen.
Am darauffolgenden Tag, es fand keine Behandlung statt, denn es war Wochenende,
gab es hier in Batsumber ein Dorffest. Dieses Fest nennt man „Naadam“
und ist ein Nationalfeiertag, der normalerweise vom 11.-13. Juli gefeiert
wird - in Batsumber wurde etwas später gefeiert.
Mit verschiedenen Ansprachen wurde das Naadamfest eröffnet, bei denen mir
unter anderem vom Bürgermeister, für mein Kommen und Bemühen im Namen
des Dorfes gedankt wurde. Es fanden verschiedene Veranstaltungen und Spiele
wie Ringkämpfe, Pferderennen oder Schach statt. Als kleine Stärkung für zwischendurch
gab es Stutenmilch und selbstgemachten Käse.
Bedeutung von Naadam
In der Mongolei heißt es: “Wenn der Staub der Rennpferde die Götterwelt erreicht,
herrscht in der Menschenwelt Friede, Glück und Wohlstand.“
Die „drei Spiele der Männer“ so die Übersetzung von Errin Gurvan Naadam,
sind Pferderennen, Bogenschießen und Ringkämpfe. Es wurde früher immer
dann Naadam gefeiert, wenn man aus besonderem Anlass in großer Anzahl zusammenkam.
Und das wird bis heute noch fortgeführt, wobei einige Sportarten hinzu- oder
ausgetauscht wurden. Wenn Naadam in Ulan Bator stattfindet, befindet sich
die Stadt im Ausnahmezustand und wer nicht live im Stadion mit dabei sein
kann, verfolgt es im Fernsehen.

Die Ringkämpfer tragen traditionelle Kostüme und bevor sie in einen Kampf
treten, müssen sie vor der mongolischen Flagge einen Adler imitieren, denn der
ist ein Symbol für Kraft und die braucht man schließlich beim Ringkampf. Diese
Tradition musste auch der Gewinner eines jeden Kampfes wiederholen.
Naadam in Batsumber
Ein weiteres Spiel das man oft finden kann ist „Shagai“ und wird mit Lammknöchelchen
gespielt. Dieses Knöchelchen besitzt vier Seiten, wobei jede Seite eine
Bedeutung und eine andere Wertigkeit im Spiel hat: Kamel, Pferd, Ziege und
Scharf. Man würfelt insgesamt vier dieser Knöchelchen gleichzeitig und der
Spieler mit der besten Paarung gewinnt das Spiel.
Am späten Nachmittag brachte uns dann Nyamkas Mann in ein Jurten camp in
einem nahe gelegenen Dorf. Dort wollten Chana und ich die nächste Nacht
verbringen, doch bevor wir es uns in der Jurte gemütlich machen konnten, haben
wir noch einen ca. 1,5 Stunden Ausflug mit den Pferden durch die Wälder
unternommen. Es war wirklich sehr eindrucksvoll und hat sehr viel Spaß gemacht.
Jurten camp.
Am Abend haben wir in der Jurte den Ofen angemacht, sodass man wirklich die
Nacht über nicht gefroren hat, trotz unter 10 °C Außentemperatur, was in der
Mongolei trotz heißer Tage nicht ungewöhnlich ist.
Das übernachten in einer Jurte, in einer atemberaubender Natur, zählt wirklich
für mich persönlich zu den schönsten und aufregendsten Erlebnissen bei dieser
Reise.
Als wir am nächsten Morgen wieder in Batsumber angekommen waren, kamen
Tuul, Baggi und Klaus Macher vorbei, die erst am Tag zuvor in der Mongolei
angekommen waren. Nach einem lustigen Beisammensein und einem ca. 1,5
stündigen Stromausfall in der Nacht, ging dann auch somit für mich der 4. Tag
in der Mongolei zu Ende.
Zahnärztliche Behandlungszeit war immer von Montag bis Freitag von 9-13 Uhr

und von 14-18 Uhr. Und somit startete die neue Woche für mich wieder mit
neuen Erlebnissen.
Zwei große Besonderheiten fielen mir während der Behandlung auf:
1. Sowohl Erwachsene als auch Kinder ziehen ihre Schuhe aus, bevor sie
sich auf den Behandlungsstuhl setzen, um ihn nicht schmutzig zu machen
2. Viele Kinder setzten sich auf den Behandlungsstuhl und machen ohne zu
fragen den Mund auf und vor allem lassen sie ihn auch auf, egal ob man eine
Spritze setzt oder bohrt o.ä.
Die Behandlung wird teilweise immer wieder gestört von Leuten die vor der Tür
ungeduldig auf ihre Behandlung warten und die Tür auf machen, um zu sehen
wie weit die Behandlung des Vorgängers fortgeschritten ist. Trotzdem sind die
Patienten immer sehr freundlich und vor allem auch sehr dankbar gewesen.
Hauptsächlich werden bei den Patienten Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen
und Extraktionen durchgeführt. Wobei man insbesondere bei Wurzelkanalbehandlungen
im Seitenzahnbereich zweimal überlegt, ob man sie macht, denn
es stehen dort keine Röntgengeräte zur Verfügung um eine Wurzelkanalbe-
handlung guten Gewissens durchführen zu können – „dann Extrahiert man
doch eher mal einen Backenzahn (Molar)“. Röntgengeräte stehen deshalb nicht
zur Verfügung, da die Flüssigkeiten zur Entwicklung der Bilder besonders entsorgt
werden und regelmäßig erneuert werden müssen, dafür fehlt das Geld
und die Entsorgungsmöglichkeiten. Eine regelmäßige Wartung der Geräte würde
es auch nicht geben!
Für die prothetische Behandlung fehlt ebenfalls das Geld, aber vor allem auch
die Räumlichkeiten und die komplette Ausstattung, wie u.a. ein Zahntechniker,
Materialien (Gold, NEM...), Öfen etc. Allerdings ist dieser Teil der zahnmedizinischen
Versorgung genauso wichtig wie der konservierende Teil und vor allem
dringend notwendig. Viele ältere Menschen besitzen keine Zähne mehr und
sind deshalb beim Essen häufig eingeschränkt. Was ebenfalls sehr erschreckend
aber zu erwarten war, dass vor allem viele Kleinkinder und Jugendliche sehr
schlechte Zähne haben. So sind die bleibenden Zähne oft kariös zerstört. Jugendliche
besitzen häufig nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer Zähne, weil
die anderen gezogen werden mussten!
Als ich mit Nyamka über dieses Problem gesprochen habe, hat sie mir erzählt,
dass es bei den Menschen nicht an finanziellen Mitteln liegt (wie der Kauf einer
Zahnbürste o.ä.), sondern oftmals an der Faulheit. Und was soll ich sagen, in
Deutschland ist es oft genau dasselbe Problem. Wenigstens gibt es Hoffnung,
vor allem für das prothetische Problem, denn es soll bis zum nächsten Jahr ein
neues Hospital gebaut werden, indem angekündigt wurde, dass der zahnmedizinischen
Abteilung mehr Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und somit einem
Dentallabor nichts mehr im Wege stehen dürfte.
Noch zu erwähnen wäre, dass sich das Krankenhauspersonal sehr viel Mühe
mit uns gegeben hat, jeden Tag haben wir einmal ein warmes Essen bekommen
und einmal die Woche wurde unser Haus aufgeräumt.
Das Essen ist für Europäer
bzw. insbesondere für mich etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, denn
die Mongolen essen morgens, mittags und abends Fleisch. Meistens wird Rindfleisch
oder Hammelfleisch zubereitet. In den Einkaufsläden in Batsumber bekam
man kein Gemüse oder Obst, was wirklich sehr schade war, denn so fehlte
vor allem die Abwechslung. Der Import von Gemüse und Obst aus der Hauptstadt
ist für die meist sehr kleinen Einkaufläden zu teuer und zu Aufwändig
(Merke: Hauptfortbewegungsmittel, das Pferd!).
Am Samstag den 8. August fuhren Nyamka und ich um 5 Uhr morgens mit dem
Zug nach Ulan Bator, es war leider am Wochenende der einzige Zug der einen
in die Hauptstadt brachte, der andere fuhr erst gegen späten Nachmittag.
Nyamka wollte ein paar Kleinigkeiten erledigen und ich wollte ein bisschen
Sightseeing machen.
In Ulan Bator angekommen haben wir einen Studenten (Christian Knipfer) vom
Hotel abgeholt, er verbringt die nächsten 4 Wochen in Batsumber, um uns zu
helfen und sollte mit uns am Abend zurück fahren.
Zu dritt machten wir uns erst mal auf die Suche nach Frühstück. Gefunden haben
wir mitten in Ulan Bator eine kleine deutsche Bäckerei „Cafe Sanders“ mit
wirklich vielen deutschen Spezialitäten wie z.B. Marmorkuchen, Berliner, belegten
Brötchen, Leberkäse usw. .

Nach dem guten heimischen Essen, haben wir uns dann in die Innenstadt aufgemacht.
Zuerst sind wir in ein Einkaufszentrum „Department Store“ gegangen.
Der erste Eindruck als man das Kaufhaus betrat war: „ ups, das sieht ja hier
aus wie bei Kaufhof“. Über mehrere Etagen verteilen sich Haushaltsgeräte, Klamotten,
Kosmetik und Spielsachen. Nach einer kleinen Shoppingtour machten wir
uns dann auf zum Parlament, ein großes Gebäude mitten in Ulan Bator. Vor dem
Gebäude befindet sich ein Reiterdenkmal mit einer kleinen Inschrift am Sockel:
„Wenn wir, ein ganzes Volk, in gemeinsamer Anstrengung und gemeinsamem
Willen, zusammenkommen, so gibt es nichts auf der Welt, was wir nicht erreichen
und lernen können.“ Nicht weit von diesem Denkmal, erblickt man das gigantische Denkmal von
Dschingis Khan, das erst 2006 eingeweiht wurde. Danach haben wir uns auf den Weg in eine der größten Kaschmir
Fabriken gemacht. Hersteller des berühmtesten und vor allem teuersten Kaschmir in der Mongolei heißt Gobi.
Gobi heißt auch die Wüste im Süden der
Mongolei . Tolle Farben, tolle Schnitte aber teure Preise. Für einen Schal muss
man mit Preisen von bis zu 80$ rechnen. Nach einer kleinen Stärkung am Mittag
liefen wir ein bisschen in Ulan Bator herum, bevor wir uns dann um halb
fünf mit Klaus und Tuul am Bahnhof getroffen haben. Sie gaben uns ein paar
gespendete klinische Geräte für die Zahnstation mit. Abends so gegen halb
neun kamen wir dann wieder in Batsumber an und somit ging der 11. Tag für
mich in der Mongolei zu Ende.
Am nächsten Tag versuchte ich mich am Nachmittag mal daran, meine Wäsche
zu waschen, per Hand. Anfangs war ich auch hochmotiviert, allerdings schon
nach dem zweiten T-Shirt verließ mich die Motivation und nach zwei Stunden
harter Arbeit wedelten nun meine fünf T-Shirts und meine drei Hosen im mongolischen
Wind.
Am Dienstag den 11. August kam eine weitere Zahnärztin zu uns nach Batsumber,
Isabella Piekos, die uns kurz vor ihrer Abreise noch einmal besuchen wollte.
Sie verbrachte die letzten drei Wochen in einer anderen Zahnstation der
Mongolei, in Sükhbaatar Amiga. Wir tauschten uns gegenseitig über Erfahrungen
und Erlebnisse aus. Am darauffolgenden Tag, sind wir mittags zusammen mit Nyamka
und deren
Mann reiten gegangen. Was mir bei der Hinfahrt zu den Pferden aufgefallen ist,
ist das viele Jurten eigene Solaranlagen besitzen, um sich
dort draußen, weit weg von der Zivilisation, eigenen Strom zu produzieren.
Am Abend, wieder zurück in Batsumber angekommen, gab es einen kleinen
zahnmedizinischen Notfalleinsatz. Ein Mann mit ziemlich starken Zahnschmerzen
klopfte nachts um 23 Uhr bei uns an der Haustür und „bettelte“, ob wir in
behandeln könnten. Nyamka war telefonisch nicht zu erreichen, also standen
wir zu dritt in Jogginghosen im Hospital und zogen dem Mann noch einen Zahn.
Er war uns sehr dankbar. Nach dieser letzten guten Tat für diesen Tag, konnten
wir alle sehr gut schlafen.
Mit dem 14. August war mein Einsatz, schneller wie gedacht, in Batsumber
nach knapp drei Wochen beendet. Die Zeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht
und ich konnte vor allem viele praktische Erfahrungen sammeln. Was ich aber
vor allem Nyamka zu verdanken habe, denn sie hat mir viel gezeigt und eine
Menge Geduld gehabt. Vielen Dank!
Von links nach rechts: Christian Knipfer,
Sarah Steube, Nyamka und Isabella Piekos
Am Nachmittag sind wir dann zu dritt nach Ulan Bator gefahren, Isabella und
ich schon mit gepackten Koffern, denn sowohl für mich als auch für sie ging die
Mongolei-Reise schon in wenigen Tagen zu Ende.
Am selben Abend trafen wir uns noch mit Klaus und Tuul zum Essen. In einem
mongolischen Barbecue konnte man sich sein ausgewähltes Essen frisch vom
Koch zubereiten lassen, es war sehr lecker und vor allem seit langen mal wieder
etwas Abwechslung beim Essen.
Der nächste Tag sollte ein sehr aufregender werden. Am frühen Morgen, fuhren
wir zu einer neuen Zahnstation
direkt in Ulan Bator, die erst
vor wenigen Tagen fertiggestellt
und von „Zahnärzte ohne Grenzen“
gesponsored wurde. An diesem
Tag sollte nun die Eröffnung
gefeiert werden. Die Zahnstation
war sehr modern eingerichtet und
wirklich rundum gelungen. Isabella
übernimmt für diese Station die
Projektleitung und war somit an
diesem Tag auch eine sehr wichtige
Person. Zur Eröffnung erschienen
unter anderem der Gouverneur
von Ulan Bator und das mongolische
Fernsehen. Nach einer
schönen Eröffnung, vielen Danksagungen
und ein bisschen Sekt, ging
diese sehr interessante Erfahrung
dann auch zu Ende.
Diese Zahnstation wurde in einem Stadtteil von Ulan Bator gebaut, in dem über
8000 Menschen ohne zahnärztliche
Versorgung lebten, d.h. hier
war unsere Hilfe dringend notwendig.
Um 16 Uhr am Nachmittag kam
ein weiterer Höhepunkt meiner
Reise; der Bericht der Eröffnung
kam im mongolischen Fernsehen
und wir waren mit dabei.
Am Sonntagmorgen besuchte ich dann zuerst das Bogd-Khan-Museum. Es besteht
aus einem einstöckigen Holzhaus und sieben Tempeln:
1. Maharani –Tempel
2. Rasa – Tempel
3. Nadia – Tempel
4. Neogen – Tempel
5. Judika – Zum – Tempel
6. Winterpalast
7. Bibliothek
In diesen Tempeln befinden sich Staturen, Filzapplikationen, religiöse Bilder,
ausgestopfte Tiere und alte Musikinstrumente.
Am Nachmittag besuchte ich dann das wohl berühmteste
und wichtigste Kloster der Mongolei,
der Komplex Gandan. Im Jahre 1838 gegründet,
1938 zerstört und im Jahre 1944 wiedereröffnet,
gehört dieses Kloster bis heute zu den intellektuellsten
der Mongolei. Das Kloster wird von Jurten
umgeben, wobei zu dem Gandan-Komplex viele
Tempel gehören. Am meisten beeindruckt hat
mich der Majid Janraiseg Süm – Tempel, er beherbergt
wohl die Hauptattraktion von ganz Gandan,
eine ca. 30 m große Statur von Mejid Janraiseg,
des „Gottes“, der in alle Richtungen schaut. Diese ist aber nur eine Nachbildung,
denn die echte Statur verschwand im Jahre 1937. Die Statur selber besteht
aus vergoldeter Bronze und besitzt im Inneren eine Jurte, womit man die
Wiederbelebung des Buddhismus betonen
wollte.
Wenn man diesen Tempel betritt ist man
erst einmal sprachlos von der ganzen Atmosphäre
und der riesigen Statur. Vor
dem Mejid Janraiseg befindet sich ein Altar
mit kleinen Staturen, Bildern und Kerzen.
Die Statur und den Tempel umgeben ca.
100 Gebetsmühlen. Möchte man sich
etwas wünschen, so besagt der Glaube,
je fester man eine Gebetsmühle
zum rotieren bringt, desto mehr Glück
wiederfährt einem. Die Gebetsmühlen
bringt man alle nach der Reihe zum
rotieren und betet zu „Gott“ und
schickt ihm seine Gebete und Wünsche.
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Weitere Rituale findet man überall, z.B. bindet man farbige Tücher an die Tempel,
Baumstämme, Zäune etc., überall dort wo gebetet wird und/oder sich Gedenkstätten
befinden.
Am letzten Tag in der Mongolei habe ich mich mit Amart getroffen, den wir vor
zwei Tagen kennengelernt haben. Er ist gebürtiger Mongole und hat sechs Jahre
in den USA gelebt. Wir fuhren gegen Nachmittag auf den sogenannten
„schwarzen Markt“, ein Markt wo man alles bekommt „was das Herz begehrt“.
Vor allem wird hier chinesische Ware verkauft.
Als Resümee meiner Reise kann ich jedem die Mongolei als Reiseland empfehlen,
der Lust darauf hat keinen Luxusurlaub zu machen, sondern sich hier vor
allem das „wahre Leben“ anzuschauen. Sowohl die Landschaft als auch die
Menschen mit ihrer Kultur waren für mich wirklich atemberaubend und ich
freue mich wirklich sehr darüber, dass ich diese Reise machen durfte. Als Dankeschön
für meine Arbeit, habe ich eine Urkunde vom Bürgermeister von Batsumber
erhalten. Desweiteren bot mir die Organisation die Möglichkeit an, als
Projektmanagerin für die Zahnstation in Karakorum zu fungieren, die ich dankend
angenommen habe und mich auf die Zusammenarbeit sehr freue.
Mit dem 14. August war mein Einsatz, schneller wie gedacht, in Batsumber
nach knapp drei Wochen beendet. Die Zeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht
und ich konnte vor allem viele praktische Erfahrungen sammeln. Was ich aber
vor allem Nyamka zu verdanken habe, denn sie hat mir viel gezeigt und eine
Menge Geduld gehabt. Vielen Dank!
Hauptstadt nach Ulan Bator gebracht werden. Trotz fehlenden OP verfügt das
Hospital in Batsumber über einen eigenen „Kreißsaal“