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Die Zahnärztin Frau Helga Wuttke (
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) war Juni / Juli 2009 mit ihrem Mann Arno für 3 Wochen in der Mongolei.
Nach 2 Wochen Arbeitseinsatz in Batsumber sie haben als Pioniere noch 1 Woche die Wüste Gobi durchfahren........
Dort werden wir ab nächstem Jahr auch die Betreuung der Nomaden aufnehmen. Dazu werden wir noch den Furgon von UAZ (Ein russischer Allradbus für max 11 Personen, der alle Jap. Cars lt. vieler Mongolen in den Schatten stellt, was das Durchzugsvermögen in der Wüste anlangt. Kann dort überall repariert werden.) ordern. Praktische Technik. Kosten ca.8t -9000 Euro)
Dankenswerter Weise hat sie neben ihrem Erfahrungswbericht noch eine Kostenaufstellung gemacht, was für 2009 für 2 Personen in 3 Wochen aufzuwenden war. Der dickste Batzen waren die Flugkosten - bleibt man länger, sieht die Rechnung / Woche immer günstiger aus. Die Preise können sich jedes Jahrt ändern - auch sollte jeder sich über die Touristeninformationsbüros kundig machen und sich das günstigste Angebot raussuchen.
Aber ein Anhaltspunkt ist diese Aufstellung schon und die Kosten liegen weit unter denen, die man bei einem Reiseveranstalter bezahlen müßte.
Kostenaustellung für 2 Personen:
6 Tage Batsumber mit Strom und Wasser für 2 Personen: € 22,00
5 Tage Ger-Camp für Ger-Miete: € 35,00
2 Tage Krankenhaus-Essen: € 60,00
1 Tag Ger-Miete für Wilkommensfeier: € 7,00
14 Tage Dolmetscher (€ 15x14 geteilt durch 2): € 105,00
6xReiten (je ca. 1Stunde): € 30,00
14 Tage Auto (14x€ 30,00 geteilt durch 2): € 210,00
Flug über Peking, rel. spät gebucht für 2 Personen: € 2178,10
zusätzliche Kosten:
Hotel in Ulanbator je Nacht + DZ: € 17,50
1.Nacht nach Ankunft
2 Nächte am Wochenende
2 Nächte vor Abreise: insges. € 87,50
6 Tage Rundreise mit Jeep, Fahrer: € 360,00
mit Dolmetscher (geteilte Kosten für Christine und uns): € 45,00
Benzin: € 190,00
Übernachtungen und Essen ca. € 220,00
insgesamt: € 815,00
Naadam in Ulanbator (pro Person €12,00): € 24,00
Auto für Naadam (proPerson €10,00): € 20,00
Arbeiten und Flug mit Dolmetscher zusammen:€ 2617,10
Reisekosten insgesamt (2 Personen, 3 Wochen): ca.€ 3600,00
Reisebericht Mongolei, Batsumber 20.06.-13.07.2009
Ein Bericht in den zm Juli 2008 brachte mich auf die Idee: Arbeitseinsatz für dwlf in der Mongolei, Arbeiten und Reiten (wie zu Hause), aber das in dem Land, das meine Sehnsucht schon lange geweckt hatte, weite Steppe, wilde Reiterscharen, viel Ursprünglichkeit.
Ein Telefonat mit Dr. Macher ermutigte mich, die Reise zu planen. Im September fuhren mein Mann Arno und ich zum dwlf-Treffen nach Nürnberg und informierten uns weiter über die Mongolei und die zahnärztlichen Projekte dort. Dann stand es fest: Sommer 2009 wollten wir für drei Wochen nach Batsumber, bzw. zwei Wochen arbeiten und in der dritten Woche noch etwas Urlaub machen. Der Termin war auch bald gefunden und so mußten wir nur noch die bürokratischen Formalitäten erfüllen. Das dauerte dann allerdings bis in den Januar 2009 und bis die Terminabsprache perfekt war, wurde es März. Schnell die Flüge gebucht, Visum beantragt und plötzlich war es soweit. Wir sind mit Air China geflogen über Peking. Leider hatte unser Anschlussflug zehn Stunden Verspätung, die wir auf dem Flughafen verbrachten. Ich rief Baagi an, der uns in Ulanbator abholen sollte, ob er mich verstanden hat war nicht sehr eindeutig, aber als wir am Sonntag Abend in Ulanbator ankamen, war er da. Und Gana auch, der uns erstaunlicher- und erfreulicherweise auf deutsch begrüßte.Gana blieb die ganzen drei Wochen als Dolmetscher bei uns, dadurch hatten wir nicht nur nie Verständigungsprobleme, sondern haben auch alle Fragen zu Geschichte, Kultur, oder was uns sonst interessierte, beantwortet bekommen. Außerdem half er mit, für uns zu organisieren, was immer wir brauchten.
Nach einem schnellen Bier vor Kneipenschluss ging es dann ins Hotel, wo wir fast ausschlafen durften. Gegen 9:00 Uhr wurden wir abgeholt und mit Christine Neubert und ihrer Tochter Kathi bekannt gemacht, die morgens gelandet waren. Christine, meine deutsche Kollegin, und ich hatten uns für die gleiche Zeit für Batsumber angemeldet und ich glaube, das war gar keine schlechte Idee. So konnten wir abwechselnd in Batsumber und auf dem Land im Ger-Camp die Bevölkerung behandeln.
Mit dem Zug ging es dann vormittags nach Batsumber. So ein weites Land und so leer, kein Wunder, dass "Entwicklung" in unserem Sinne mit Stromleitungen und Asphaltstrassen hier extrem schwer ist. Aufgeregt und neugierig standen wir auf dem Gang im Zug, schauten raus und fragten Gana Löcher in den Bauch. Dann, nach ca. zwei einhalb Stunden kam die Station Batsumber. Endlich am Ziel, hier wollten wir also 2 Wochen bleiben. Das Gästehaus ist prima eingerichtet, wir hatten genug Platz, fließend warmes Wasser,und eine "normale" Toilette. Das wäre gar nicht erwähnenswert, wenn es das wenigsten im Krankenhaus auch gäbe...
Der Rundgang durch das Krankenhaus mit der Chefärztin Ojuna und der Zahnärztin Nyamka war dann schon eher ernüchternd: kein fließend Wasser, kein Abwasser, keine Toiletten, alles sah sehr einfach und improvisiert aus. Die Behandlungseinheit in der Zahnstation funkioniert nur ohne Absaugung, weil ja kein Abwassser liegt, also müssen die Patienten in Nierenschalen spucken. Na, mal sehen, wie man so arbeiten kann...
Anschließend gab es eine Willkommenseinladung im Ger-Camp, ca. 15km außerhalb von Batsumber. Christine beschloss direkt, die erste Woche ab Mittwoch mit Kathi dort zu verbringen, da man hier auch reiten konnte, was Kathi (und mich auch ) begeisterte.
Dann kam der erste Arbeitstag. Ab 9:00 Uhr warteten schon die viele Patienten auf Nyamka und uns. Bei den ersten schauten wir erstmal zu, was an Möglichkeiten überhaupt vorhanden ist. Nyamka machte Wurzelkanalbehandlungen, Füllungen und Extraktionen. Klingt ganz normal, ist aber sehr umständlich ohne Papierspitzen, Spüllösungen med. Einlagen, ohne Wattekügelchen, Absaugung und was wir sonst so alles dringend brauchen. Klappt aber wohl trotzdem. Nach einer Stunde fingen wir an uns abzuwechseln.
Oje, das wa schon sehr gewöhnungsbedürftig im ersten Moment. Aber man gewöhnt sich schnell an alles mögliche, also arrangirten wir uns gut mit den örtlichen Gegebenheiten.
Ab dem nächsten Morgen war ich dann allein mit Nymaka. Unsere Konversation war anfangs etwas schleppend, Gana half etwas nach, und irgendwann ging es dann auch ganz gut auf Englisch. Der nächste Stolperstein kam um 10:30 Uhr. Gerade noch eine Füllung fertig bekommen und schon ging das Licht aus. Der Strom wurde abgestellt, weil die Leitungen in Batsumber repariert werden mußten. Also, arbeiten ohne Strom. Das heißt, Zähne ziehen bei Taschenlampenschein so lange die Instrumente reichen. Derweil kümmerten sich Gana und mein Mann um ein Notstromaggregat. Eins stand im Gästehaus, doch mit 600 Watt kommt man nicht weit. Also ab zum Bürgenmeister, tatsächlich, das Theater leiht uns ein größeres Aggregat. Jetzt mußte nur noch Sprit dafür her. Tankstellen brauchen aber auch Strom... Irgendwo haben sie dann einen LKW gefunden, aus dessen Tank 1-2 Liter abgesaugt werden durften. Keine 3 Stunden später hatten wir tatsächlich wieder Strom. Schnell wieder den Bohrer zur Hand genommen und weiter ging´s. Leider nicht allzulange, denn bald schon platzte der Druckluftschlauch am Kompressor, dann rauchte das Verlängerungskabel ab. Also doch wieder ziehen bei Taschenlampenlicht... Nachts gab es Strom, zum Sterilisieren der Instrumente war das gut, aber tagsüber blieb es die ganze Woche so. Wir machten das Beste draus, viele viele Extraktionen, wer Füllungen bekommen sollte, wurde auf nächste Woche vertöstet. Die Patienten nahmen alles sehr gelassen hin, lange Wartezeiten, Vertröstungen, Absagen. Das wäre hier ganz anders...
So war das Arbeiten schon Abenteuer genug für den Anfang. In der zweiten Woche wurde es einfacher, da tatsächlich Strom zurückkehrte. Christine und ich tauschten die Arbeitsplätze. Bis auf riesige Pferdebremsen war das Leben im Ger-Camp wie Urlaub und das Behandeln machte Spaß. So ging die zweite Woche um wie im Flug. Donnerstags wurde uns ein Schaf geliefert, abends gab es eine vorgezogene Abschiedsfeier mit Ojuna und Nyamka, Schaf in Milchkanne und viel Wodka. Wir hatten viel Spaß mit den mongolischen Gebräuchen und zur Gitarre wurde noch lange gesungen. An unserem letzten Wochenende in Batsumber wurde das Naadan Fest gefeiert, wir waren hautnah dabei, mit Jeeps begleiteten wir das Fohlenrennen. Das war nochmal ein ganz besonderes Highlight. Dann hieß es Abschied nehmen von dem Ort in der staubigen Steppe.
Sonntags morgens brachen wir gemeinsam auf zu einer Woche Rundreise über Kharakhorum in die Grobi, die uns unvergessliche Erlebnisse bescherte. Viel leeres Land, doch irgendwie leben auch hier Menschen und Tiere. Diese unendliche Weite läßt den gestreßten Geist endgültig zur Ruhe kommen. Dinge bekommen andere Wertigkeiten. Viel von der Gelassenheit nahmen wir mit. So vergingen 3 Wochen sehr schnell und das Naadam in Ulanbator bildete einen abschließenden Höhepunkt. Die Mongolei wird uns als ein liebenswürdiges, schönes Land in Erinnerung bleiben mit sehr herzlichen, lieben Menschen. Entwicklung und Fortschritt sind sicherlich dringend notwendig und Hilfe von außerhalb wird gerne angenommen. So kann ich nur jeden ermutigen, sich auf einen "Arbeitsurlaub" einzulassen und aktiv zu unterstützen wo immer es möglich ist.
Ich glaube, daß dies nicht mein letzter Einsatz für dwlf war.
In diesem Sinne.
Helga Wuttke
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