Asien / Indien / Dharamsala / Tibetan Children Village (TCV) / v. Tuul Sodnompil / 1.2009
Geschrieben von Tuul Sodnompil -Geschäftsführerin von DWLF - DWLF ID 0047 -Tel. 0049-176-6467 7896
Sonntag, 11. Januar 2009
Tuul Sodnompil aus Nürnberg schreibt über die
Teil-Einlösung eines Geschenkes von DWLF, das von dem Oberbürgermeister Nürnbergs, Dr. Ulrich Maly Ihrer Holiness, dem Dalai Lama XIV. im April 2008 übergeben wurde:
Eine Zahnstation und die Adressen von über 20 Nürnberger Zahnärzten, die dort in den nächsten 3 Jahren ehrenamtlich arbeiten wollen.
Anmerkung:
Die Zahnstation wurde im April 2009 eingeweiht, jetzt können die Nürnberger Kollegen nach Dharamsala reisen.
9 Tage in Indien wurden effektiv genutzt.
Die nötigen administrativen Hürden wurden genommen und die verantwortlichen Leute besucht. Genau am 31.12.08 um 17.00 waren die Unterschriften unter unseren Kooperationsvertrag gesetzt; wir entschieden uns für die Mitarbeit beim Tibetan Children Village, das die Schwester vom Dalai Lama betreut und das 8000 Flüchtlichgskinder an 8 verschiedenen Schulen eine neue Heimat gibt. Wir trafen eine schon bestehende Zahnstation an, die der Franzose Dr. Philippe Ouvrard aus Orlean mit seiner Hilforganisation "Apolline 45" mit viel Herz und Verstand aufgebaut hat. Dr. Philippe Ouvrard als Chef und Kooardinator teilt die vier Teams sinnvoll ein. Sie kommen aus Frankreich, Belgien, Australien und jetzt auch aus Deutschland........ Die "Paramedic" Tsomo hatte Dr. Philippe Ouvrard schon nach Frankreich eingeladen und in Frankreich in der Zahnmedizin angelernt. Sie betreut jetzt die Zahnstation.
Dr. Philipe Bourgain von Dr. Ouvrards französicher Organisation "Appoline 45" hat schon im Jahr 1990 das Programm in Ladakh begonnen und dann in Dharamsala, Suja, Bir und Majnu Ka Tilla mit der AOI (Indische Gruppe) fortgesetzt. Dr.Guido Poriau aus Belgien feilte an dem Aufbauprogramm in Suja und Mussorie mit DDM seit 1990 und später in Dharamsala und Ladakh. Dasselbe machte Dr. Denis Cosgrove aus Australien. Seit 15 Jahren arbeitet er zusammen mit dem Gesundheitsministerium und dem Delek Hospital.
Die Pionierarbeit dieser Kollegen ist unschätzbar; die Zahnmedizin wäre ohne ihren ehrenamtlichen Einsatz in der tibetanischen Gemeinschaft in Indien noch lange nicht so weit.
Und an diese Gruppen kann sich jetzt die deutschsprachige Gruppe von DWLF anhängen. So sind wir ein Gemeinschaft aus 4 Länderteams, die alle an einem Strang ziehen und jeder das Seinige zum Gelingen beiträgt.
Dr. Philipe Bourgain, Australien - Dr. Denis Cosgrove, Belgien - Dr. Guido Poriau und Deutschland - Dr. Walter Niederalt unter der Leitung des Koordinators von Dr. Philippe Ouvrard, Frankreich in Dharamsala und Ladakh.
Wir sind froh darüber, dass wir nicht von ganz vorne beginnen müssen und sind unseren Vorgängern und Pionieren dankbar. DWLF unterstützt dieses multinationale Projekt sowohl finanziell - es ist noch einiges zu investieren - als auch personell.
Dharamsala bze. Mcload Gamj liegt 1800m hoch und galt zur Kolonialzeit als Erholungsgebiet und Kurort. Selbst im Sommer sind hier angenehme Temperaturen und die Umgebung erinnert einen an die Schweiz.
Allem vorangegangen war eine lang zurückreichende Geschichte. Die Idee kam - wie so oft - über Nacht, als sich der Dalai Lama zu einem Besuch im März 2008 in Nürnberg ankündigte.
DWLF hatte die Idee, eine Zahnstation in dem Exilort des Dalai Lama XIV zu etablieren.
Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, überreichte dann im Namen von DWLF die Zahnstation als Geschenk Ihrer Heiligkeit und dazu noch eine Liste mit über 20 Namen von Nürnberger Zahnärzten, die sich bereit erklärten, in den nächsten 3 Jahren ihren Jahresurlaub dort ehrenamtlich arbeitender Weise zu verbringen.
Es hatte nur 4 Stunden Telefongespräch bedurft und die über 20 Kollegen waren zusammen. Ein Lob für die Hilfsbereitschaft der Nürnberger Zahnärzte!
Erst im Dezember konnte die Geschäftsführerin Frau Sodnompil alle Vorbereitungen beenden. Die Korrespondenz und Kontaktaufnahme in diesem für DWLF völlig neue Terrain waren aufwändig und vielfältig; dann klappte es aber wie geschmiert.
Wir wurden in Dehli am Flughafen abgeholt und nachts am 28.12.08 um 0.30 Uhr zu einem Hotel gebracht. Am nächsten Tag war der Flug und das Taxi schon organisiert, so dass wir um 13.45 Uhr nach Kangra, dem Flughafen von Dharamsala starten konnten.
Ein Taxi brachte uns dann zu einem Hotel, das genau gegenüber des Klosters vom Dalai Lama gelegen war; unterwegs trollten sich ein paar Affen an der Straßenseite.
Wir hatten ein paar Grußworte von Oberbürgermeister Dr. Maly und ein paar Geschenke aus Nürnberg für den Dalai Lama dabei - darunter auch eine Glühweintasse vom Christkindlesmarkt und einen Wimpel mit Tischständer von Nürnberg dabei.
In seiner persönlichen Geschäftsstelle gaben wir dies ab - er hatte verständlicher weise zu wenig Zeit, um sich mit uns zu treffen.
Dann ging die Arbeit richtig los. Da für DWLF das wichtigste ist, für die europäischen deutschen Zahnärzte eine Arbeitsgenehmigung gangbar zu machen, sprachen wir zuerst bei den wichtigsten Personen der Administration. Immer von oben nach unten; so wie wir es immer machen, wenn wir einen neuen souveränen Staat betreten.
Hier sprachen wir mit Herrn Sonam Chompel dem Direktor des Health Centre in Dharamsala und unten mit
Herrn Tupthen Dorjee - dem Sekretär von TCV
Viele Ratschläge, viele Meinungen und viele Perspektiven - Anerkennung fanden wir stets für unser Vorhaben. Es galt abzuwägen, wo am besten zu investieren wäre.
Schon in Nürnberg wurde in Emails immer das Tibetanische Kinder Dorf genannt (Tibetian Children Village - TCV) - es sind 8 Internate mit über 8000 Waisenkinder, die in einem 4 wöchentliche Marsch über das Himelayagebirge von ihren Eltern nach Nepal geschickt worden waren. Nachts über Schnee- und Eisfelder marschieren und tagsüber schlafen, damit die Scharfschützen einen nicht erwischen. Das kleinste Kind war 4 Jahre alt; viele kamen dann mit starken Erfrierungen an Händen und Füssen in Nepal an. Von dort ging es dann nach Dharamsala - im letzen Jahr waren es im Durchnitt 50 Kinder im Monat.
Wie wir erfahren haben, macht eine große Zahl der Waisenkinder das Abitur - nur zum Studieren fehlt das Geld. Hier können über TCV Patenschaften erfragt werden.
Die buddhistischen Mönche aus dem Kloster des Dalai Lama sind sehr aufge-schlossen und wir erfuhren viel von Ihnen. Über 10 Jahre dauert das Studium mit einem harten Auswahlverfahren, bis man Lama wird. Wir luden drei aus der Mongolei zum Essen ein und Tuul konnte wieder mongolisch reden, was sie sehr erfreut hat.
Wer nach getaner Arbeit weiter in die tibetanische Kultur einsteigen möchte: es werden vielfältige Kurse angeboten.
Wir mußten dann noch nach Dehli zurück um beim Dental Supplier Besorgungen zu machen und um Ramesh Shrestha aus Nepal / Trishuli noch das ausstehende Geld für die Renovierung der Beherbergungsunterkünfte zu geben.
Hier nutzten wir die Zeit, etwas von der alten Kultur Indiens und der Philosopie und der schönen Vision des M.K. Gandhi in seinem Museum mitzu-bekommen. Es war sehr beeindruckend. 8 Std. lang fährt Sie ein Taxi für 15 Euro in der Stadt von einem Monument oder Museum zum anderen. Indien ist wahrlich ein preiswertes und interessantes Reiseland.
Weitere wichtige Hinweise und Adressen finden Sie demnächst in dem inneren Bereich der Homepage unter Forum.