Abschlussbericht eines 5 monatigen Aufenthaltes als Vegetarierin in der Mongolei

Anmerkung: Britta Schneider (lebt im Augenblick in Stuttgart)
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ist weitergebildete zahmmedizinische Fachhelferin und wollte sich eine Auszeit gönnen und dabei mal etwas Außergewöhnliches machen. Im Augenblick arbeitet sie wieder in einer Zahnarztpraxis in Stuttgart. Feststellung: Die mutigen Frauen werden immer mehr... 7.01.2009 C.M.
Bild: zwei Freundinnen:
li Britta Schneider, re Tuul Sodnompil
Die ersten zwei Tage nach meiner Anreise in der Mongolei erlebte ich wohl das was man Kulturschock nennt,...
.... und den ich bis jetzt nur aus Büchern kannte, denn das fettige Essen, die kargen Unterkünfte und auch die einfache Lebensart der Menschen sind doch etwas anders als bei uns in Deutschland.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der neuen Kultur zähle ich die ersten drei Wochen, die ich mit Dr. Klaus- Dieter Behrling und unseren beiden Begleiter Mascha und Baagii verbringen durfte, zu einer der schönsten Erlebnisse während meines Aufenthaltes. Gemeinsam besuchten wir die drei Zahnstationen in Zuunmod, Batsumber-sum und Baruun-Urt, die von der DWLF unterstützt werden.
Auch die Straßenverhältnisse in der Mongolei sind nicht mit den hiesigen in Deutschland zu vergleichen denn größtenteils sind die Straßen nicht asphaltiert somit sind manchmal schon die Anreisen oft eine Abenteuer für sich.
Unsere persönlichen Arbeitszeiten waren von ca. 9:00Uhr bis ca. 14:00 Uhr aus diesem Grund hatten wir nachmittags genug Zeit um Land, Leute und Kultur kennen zu lernen.
So wurden wir beispielsweise einen Abend von dem Krankenhauspersonal in Zuunmod eingeladen. um mit ihnen zu feiern. Es wurde gemeinsam gegessen, gelacht und auch Vodka getrunken was wir dann natürlich am nächsten Morgen auch gemerkt haben.
Nach den ersten drei spannenden Wochen hieß es dann schon Abschied nehmen und ich fuhr alleine mit dem Zug nach Batsumber (von Ulaan Baatar bis Batsumber gute Verbindung ca. 2 Std. Zugfahrt), wo für mich erst das richtige Abenteuer begann.
Trotz meiner in Deutschland angeeigneten ersten Sprachkenntnissen in mongolisch war es doch ungewohnt ohne Dolmetscher in Batsumber-sum zu leben und zu arbeiten.
Gemeinsam mit der mongolischen Zahnärztin behandelte ich die Patienten in Batsumber-sum, erstellten eine Patientenakte und gingen in die Schule. Dort betrieben wir Aufklärung im Bereich der Prophylaxe.
Eines meiner stark in Erinnerung gebliebenen Erlebnissen war, wie ich neben dem vierjährigen Sohn der Zahnärztin sitze und einer der Krankenhausangestellten ein Wort auf mongolisch sagte (z.B. Nase).Wer als erstes darauf zeigte, hatte gewonnen. Dieses Spiel verlor ich zwar, aber so lernte ich schnell einige Vokabeln, wodurch nach und nach mein Sprachschatz in mongolisch erweitert wurde. So konnte ich schnell ohne Probleme einkaufen gehen.
Anfang Juli war Naadam, der traditionelle mongolische Volksfeiertag. Gemeinsam mit Freunden aus Ulaan- Baatar sind wir zum Pferderennen und zum Ringen gegangen (der Sieger wird als Held gefeiert).
Mitte Juli war das Gästehaus der DWLF in Batsumber-sum bezugsfertig. So konnte ich vom Krankenhaus, in dem ich bis dorthin gewohnt hatte, ins 50 Meter entfernte Gästehaus umziehen.
In diesem Zeitraum kamen mehrere deutschen Zahnärzten in die Mongolei. Neben ihrer Hilfe brachten sie auch einige Materialien mit die wir auf die drei Zahnstationen aufteilten.
Gemeinsam behandelten wir mit der transportablen Einheit im Ger die Nomaden, was ich nach meiner persönlichen Erfahrung jedem empfehle. Denn nach der Arbeit wurde für uns ein Schaf geschlachtet (in einer so "menschlichen" und gefühlvollen Art, wie ich es mir nie vorstellen konnte), welches mir trotz meiner anfänglichen Bedenken sehr gut geschmeckt hat.
Auch die Übernachtungen im Ger waren etwas rustikaler aber dafür wurde man mit einem Sternenhimmel belohnt, wie man ihn nur selten sieht.
Den ganzen Sommer lang blieb es trocken und warm, und lud natürlich zu einem Ausritt auf den Pferden ein.
Im September wurde es um einige Grad kälter und ich merkte, dass der Sommer vorbei war.
Dennoch ließ ich mich nicht davon abhalten, gemeinsam mit einigen Freunden Anfang Oktober eine Tour durch die Wüste Gobi zu machen. Wir übernachteten erneut im Ger bei Nomaden, aßen Hammelschwanzsuppe und erlebten berauschende Vodkanächte und wurden mit vielen wunderschönen mognolischen Liedern besungen.
Das war nur ein Bruchteil von meinen persönlichen Ereignissen die ich in der Mongolei erleben durfte.
Und wie Sie es wahrscheinlich schon gemerkt haben bin ich als Vegetarier hingegangen und kam als halbe Mongolin zurück (zumindest was das Fleischessen angeht!!!).
Ich beglückwuensche alle Zahnärzte, Famulanten und Helferinnen, die in die Mongolei reisen wollen.
Sie werden ebenfalls so gastfreundliche, herzliche Menschen und auch eine ereignisreiche und abenteuerliche Zeit in der Mongolei erleben.
Das garantiere ich Ihnen.
Es gibt Dinge, die erlebt man nur in der Mongolei: 320 Tage blauer Himmel im Jahr, der wunderschöne Gesang, die hochstehende Kultur, der liebevolle Umgang mit den Menschen und den Tieren und die Weite der Natur. Schuld an dem einmalig klaren Sternenhimmel ist die extrem niedrige Luftfeuchtigkeit; selbst professionelle Asthmatiker vergessen nach 2 Tagen ihren Spray zu benutzen oder Tabletten einzunehmen - sie sind in diesem gesunden Klima nicht mehr nötig.
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