Zwei Zahnärztinnen ohne Grenzen
Ein herausragender Informationsbericht, der Appetit
macht und zeigt, was zwei Frauen mit Phantasie und Unter-
nehmungslust alles erleben können. C. Macher
Nachdem ich 2007 drei Wochen „grenzenlos“
in Nepal war und in Trishuli gearbeitet hatte,
sollte mein nächster Nepalaufenthalt eine
Steigerung in jeder Hinsicht werden.......
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........vor allem, weil Flüge nach Nepal in der Hauptreisezeit nicht immer
zu den gewünschten Zeiten zur Verfügung stehen, hatten sich diesmal 
vier Wochen Aufenthalt ergeben.
Außerdem hatte ich die Reise zusammen mit meiner Kollegin Dr. Sabine Rahmlow geplant. Am 23.10.08 traten wir gemeinsam die Reise, mit je 17 kg Spenden im Gepäck, an.
Das Sushima Koirala Memorial Hospital war unser erster Einsatzort. Wir wurden von einem Fahrer des SKMH abgeholt und waren sofort von der Buntheit der Stadt Kathmandu un d der Landschaft in Richtung Sankhu begeistert
Christa Drigalla
Reisernte in Sankhu
Wir hatten ein schönes, mit Rattanmöbeln eingerichtetes Zimmer mit herrlichem Ausblick auf den Fluss und die Reisterassen. Dusche und Küche waren gleich nebenan und auch eine Kantine, die man nutzen kann, gibt es.
Im SKM haben wir eine Woche mit dem Assistenten Harry in der Zahnambulanz gearbeitet. Die Patienten kommen ohne Anmeldung, meist mit Schmerzen, oder auch, um ihre Zähne reinigen zu lassen. Das Behandlungszimmer ist sehr gut ausgestattet. Manche „Mitbringsel“ sind sogar etwas zu speziell. Befestigungsmaterial für Keramikinlays wird dort eher nicht benötigt! Neben der Behandlung haben wir die Schränke aufgeräumt und gemeinsam mit Harry die Flächen gereinigt. Es kostet immer einige Überw indung, den dental assistent darauf hin anzusprechen, ist aber überall dringend notwendig. Darauf, dass es weiter so gemacht wird, müssten unsere Nachfolger achten.
Nagarkot Farmhouse
In die Zeit im SKM-Hospital fielen gerade 3 Tiharfeiertage, die wir zu einem Ausflug nach Nagarkot nutzten. Schon dort waren wir von dem Ausblick auf die hohen schneebedeckten Berge begeistert, aber es sollte noch viel besser kommen.
Christa Drigalla war uns bei der Registrierung und der Organisation der Weiterreise ins Amppipal hospital behilflich, die wir nach einer Woche mit Thomas Hales „Geheimnisvolles Nepal“ im Gepäck, antraten. In diesem Buch beschreibt ein Missionsarzt seine Erlebnisse in Amppipal in den 70er Jahren. Vieles erkennt man heute noch wieder!
In Amppipal wurden wir von einem überwältigenden Blick auf Annapurna und Manaslu und auch von Dr. Günter Kittel begrüßt, der zu dieser Zeit Dr.
Weg nach Nagarkot
Wolfhard Starke während seines Urlaubs vertrat. Wir genossen seine und die Gesellschaft unserer menschlichen Mitbewohner im Gästehaus: Veronika, eine „Fast“ärztin aus der Schweiz und Toni, ein Abiturient aus Deutschland. Günter und Veronika zeigten uns die nähere Umgebung. Die herrliche Landschaft mit Reisterrassen, Bananenstauden, Riesenweihnachtssternen, Bougonvileen, Tagethes, Canna indica und blühendem Senf vor schneebedeckten Achttausendern und wunderbar blauem Himmel beeindruckte uns sehr.
Mit Dr. Günther Kittel auf dem Berg Liglikot
An unserem ersten Arbeitstag untersuchten wir 650 Schulkinder(!). Ca 170 Schüler und auch einige Lehrer waren behandlungsbedürftig und wurden neben den vielen Erwachsenen, die aus der Umgebung ins Hospital kamen, durch uns behandelt.
Es war keine Seltenheit, dass etwa 20 Erwachsene und noch eine Schulklasse gleichzeitig im Warteraum auf die Behandlung warteten. Am ersten Behandlungstag waren wir von dem Andrang so überwältigt, dass wir Teepause und Lunch ausfallen ließen. Auf Dauer konnten wir aber nicht auf Maile Didis Omelett und das Daal Bhaat zum Lunch verzichten. Bei der Behandlung unterstützen uns Prehm, ein sehr vielseitiger Assistent, der sonst in Amppipal die Zähne zieht und Toni aus Leipzig, der absaugte oder die Lichthärtlampe hielt. Auch hier haben wir „nebenbei“ die Schränke ausgewischt und die als Schrankpapier
Maile Didi
verwendeten Tageszeitungen mit Datum aus dem vorigen Jahrhundert entfernt. Frühstück in Amppipal
Unsere mitgebracht en Spenden konnten wir gut gebrauchen und ei niges ist davon noch übrig geblieben. Wir hoffen, dass Herr Franke unsere Arbeit weiterführen kann und dass in Zukunft öfter Zahnärzte aus Deutschland das „Abenteuer Amppipal“ wagen. Es ist etwas ganz Besonderes in dieser abgelegenen Berggegend zu arbeiten und zu wohnen. Jedes Mal auf dem fünfminütigen Weg von unserem Gästehaus ins Hospital konnten wir den Blick auf die herrliche Bergwelt genießen.
Jede Behandlung der Patienten ersparte ihnen weitere Schmerzen oder Probleme.
Füllungen, die wir dort nicht legen, legt kein anderer! Die untersuchten Schulkinder benötigen eine
Fortsetzung der konservierenden Behandlung.
Günstig ist, zu zweit nach Amppipal zu gehen, entweder zwei Zahnärzte oder ein Zahnarzt mit Helferin. Wichtig ist, mit dem Vorgänger in Kontakt zu treten, um sich über benötigte Sachen austauschen zu können. Wenn es keinen direkten Vorgänger gibt, sind konkrete Fragen über Babu Ram Giri an Dr. Starke zu stellen, der dann den Assistenten Prehm wegen benötigter Sachen befragen sollte. Leider gibt es nicht immer eine Internetverbindung.
Guesthouse in Amppipal
Nach 11 Tagen verließen wir Amppipal wieder mit dem Jeep und fuhren ab Dumre mit dem Bus nach Pokhara. Unterwegs flog ein Rucksack
vom Dach, konnte aber geborgen werden.In Pokhara tauchten wir wieder in die Zivilisation mit herrlichem Essen, warmer Dusche, schönen Betten und Internet ein.
Freiwillig verließen wir diese aber wieder und brachen zu einer kleinen Annapurnarunde auf und konnten nun auch auf Dhaulagiri und Fishtail blicken und durch Rhododendrondschungel wandern.
Pass zwischen Ghorepani und Tadapani
Nach diesen beeindruckenden Erlebnissen sind wir in die Hauptstadt Kathmandu zurückgekehrt, die man nach der Beschaffung einiger Souvenirs auch gern wieder Richtung Heimat verlässt.
Swayambhunath in Kathmandu
Karla Roeding
Dr. Sabi ne Rahmlow
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