Liebe Kollegen, Zahnärzte ohne Grenzen,
spät kommt er, doch erkommt, der Reisebericht von unserem Nepaleinsatz in Trishuli
vom 26.4 - 18.05.2008............
Bericht über die Reise nach Trishuli in Nepal vom 27.04.-19.05.2008
Mit ca. 25 kg Übergewicht an Gepäck, das wir aber bereits bei der Flugbuchung beantragt hatten (medizinische Güter), landeten wir nach ca. 26 Stunden Anreise in Kathmandu.
Am Zoll gab es keinerlei Schwierigkeiten und wir wurden nicht kontrolliert.
Am nächsten Tag mussten wir zunächst ein Vorstellungsgespräch beim örtlichen „medical council" machen und dazu eine Menge Unterlagen (rechtzeitig besorgen!) einreichen. Dieses „Zulassungsgespräch" ist nur sonntags möglich und sollte schon bei der Buchung mit eingeplant werden, da sonst einige wertvolle Tage bis zur Arbeit verloren gehen können. Die Unterlagen kann man in Zukunft vorher einreichen und Ramesh Shresta vom Lionsclub in Trishuli hilft dabei. Ebenso wird von ihm der Transfer nach Trishuli perfekt organisiert.
Nach einer Fahrt im randvollen Minibus, drei Stunden über eine mit Schlaglöchern gespickte Straße, wurden wir zu unserem Quartier gebracht. Dort im „Guesthouse" packten wir zunächst die Desinfektions- und Reinigungsmittel aus, um Waschbecken und WC einigermaßen benutzbar zu machen. Was die Sauberkeit betrifft, muss man hier manchmal auch zwei Augen zudrücken können.
Am Dental Point warteten dann schon einige Patienten und es ging gleich los mit der Arbeit. Eine der ersten Patientinnen war 10 Stunden zu Fuß unterwegs und wartete auch schon einige Stunden, andere kamen aus der näheren Umgebung
An einer neuen indischen Einheit konnten wir gut arbeiten. Arun, ein „dental assistant", der in Abwesenheit deutscher Zahnärzte, den Dental Point gut am laufen hält, übersetzt Nepali in Englisch (trotzdem Englisch-Deutsch Wörterbuch mitnehmen!), so dass es kaum sprachliche Probleme bei der Behandlung gibt. So wurden Zähne gezogen, Füllungen gelegt und auch mal eine Wurzelfüllung gemacht.
Es gibt auch einen großen Bedarf an Informationen über Hygiene und Lagerhaltung. Hierbei wurde Gabriele Frank, meine zahnmedizinische Fachangestellte gefordert, die doch so einiges an Hygienemaßnahmen erklärte.
Beeindruckend war auch der der Tag weit draußen im „Dental-Camp", einige Stunden entfernt, durch unwegsames Gelände mit Enduro -Maschinen raus ins Hinterland, wo Helfer mit einfachsten Mitteln einen „Behandlungsraum" eingerichtet haben. Über Radio, Plakate oder durch Hörensagen erfuhren die Menschen vom dem zahnmedizinischen Camp. Es kamen 190 Patienten an einem Tag, ca. 300 Zähne wurden gezogen.
An diesem Tag waren wir durchweg beschäftigt, bis auf eine äußerst angenehme Unterbrechung nämlich das Mittagessen. Beste nepalesische Hausmannskost (daal bhaat) mit allen Raffinessen in gemütlicher Runde.
Da in dieser Gegend schon seit vier Jahren kein Zahnarzt mehr war, war dieser Einsatz für die Menschen dort ganz einfach sinnvoll und hilfreich. So viele dankbare Gesichter sieht man sonst nie.
Kein einziger hatte einen Termin oder war in Eile, selbst wenn Sie Stunden warten mussten. Es war ein Arbeiten, zwar anstrengend, aber in Ruhe und ohne zeitlichen Druck. Das kennt man aus unseren Landen nicht.
Es liegt uns sehr am Herzen das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Lionsclub in Trisuhli hervorzuheben ohne die dies alles nicht zu bewerkstelligen wäre.
Bis dato war der nächste Zahnarzt in Kathmandu, drei Autostunden entfernt, was für viele mehr als eine Tagesreise bedeutet.
Auch kümmerten sie sich in Ihrer Freizeit nicht nur um die Belange der Zahnstation, sondern auch um uns und zeigten uns Land und Leute, wie wir es sonst nie erfahren hätten. Dafür nochmals unseren allerherzlichsten Dank!
Dr. Friedrich Szkudlarek
Gabriele Frank
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