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Mein Name ist Dr. Horst Ritter und ich betreibe mit einem Kollegen zusammen seit 14 Jahren eine Gemeinschaftspraxis in Nürnberg. Im Dezember 2003 las ich zum ersten Mal einen Bericht von Claus Macher über seine Aktivitäten in Nepal. Vielleicht auch etwas durch die vorweihnachtliche Stimmung beeinflusst, fühlte ich mich von dem Bericht sehr angesprochen. 2004 besuchte ich eine Informationsveranstaltung über Nepal und beschloss anschließend, mich für einen Einsatz im SKM-Hospital zur Verfügung zu stellen.
Nach einigen Telefonaten mit Sybille Keller, die mir die notwendigen Informationen zukommen ließ, und den entsprechenden Vorbereitungen wie Visa, Flugticket, Übergepäckregelungen mit der Fluggesellschaft usw. war es dann im März 2005 soweit. Mit mir zusammen waren zur gleichen Zeit auch ein Medizinstudent, eine Physiotherapeutin, zwei emeritierte Professoren für Kieferchirurgie, eine Anästhesistin und Hein Stahl dort. Also eine bunte Mischung aus ganz unterschiedlichen Menschen mit sehr verschiedenen Lebensläufen. Die beiden Kieferchirurgen und die Anästhesistin beendeten ihren dreiwöchigen Aufenthalt nach meiner ersten Woche und ich übernahm die Nachbehandlung ihrer Patienten, die hauptsächlich in Wundreinigung, Nahtentfernung, Plattenkontrollen- und -anpassungen und auch Entlassungen der Patienten bestand. Die meist komplexen Lippen-Kiefer-Gaumen Spalten müssen in mehreren Operationen behandelt werden und häufig auch von verschiedenen Operationsteams, so dass eine genaue Dokumentation äußerst wichtig ist. Die Arbeit in der Zahnstation war problemlos möglich. Eine neue indische Behandlungseinheit ermöglicht das gesamte Behandlungsspektrum und mit Rukmini, der nepalesischen Helferin steht einem eine sehr kompetente und freundliche Helferin zur Seite, die neben ihrer Helferinnentätigkeit auch die Kommunikation mit den nepalesischen Patienten übernimmt. Zwischen den Behandlungen blieb immer wieder auch mal Zeit, den Kieferchirurgen oder Dr. Settje, dem Chirurgen des SKM-Hospitals, bei ihrer Arbeit über die Schulter zu sehen. Ein Höhepunkt meines Aufenthaltes war sicherlich das Behandeln in einem Bergdorf bei Christas Health Post. Christa Drigalla, ausgebildete Krankenschwester und Hospitalmanagerin, lebt und arbeitet seit ca. sechs bis sieben Jahren im SKM-Hospital und hat in den Bergen eine kleine Gesundheitsstation gegründet, in der die sie am Wochenende Patienten untersucht und behandelt. Dort finden immer wieder Außeneinsätze der Zahnärzte aus dem Hospital statt. Die Behandlung im Freien ist für das ganze Dorf ein Ereignis und man ist während der Behandlung umringt von neugierigen Dorfbewohnern. Bei meinem Aufenthalt habe ich viele sehr engagierte Menschen getroffen, Christa Drigalla, die Familie Settje, Hein Stahl und die anderen Helfer, um nur einige zu nennen. Alles sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich aber von dem gemeinsamen Ziel leiten lassen, den Menschen im SKM-Hospital zu helfen. Insbesondere Hein Stahl, der Leiter der Sektion Nepal von Interplast, vereinigt viele Eigenschaften in sich, die eine erfolgreiche Entwicklungshilfe erst möglich machen. Es reicht bei weitem nicht nur der gute Wille zum Helfen aus, um solch ein erfolgreiches Projekt wie das SKM-Hospital realisieren zu können. Entwicklungshilfe in dieser Größenordnung ist sehr komplex und es müssen viele Hindernisse überwunden werden, um langfristig erfolgreich zu sein. Nur die Zusammenarbeit vieler Helfer kann dies ermöglichen und das ist meines Erachtens den Verantwortlichen im SKM-Hospital sehr gut gelungen. |