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Erlebnisbericht über die Arbeit in Nepal
Träume werden wahr, wenn man die Dinge selbst in die Hand nimmt! 
Ich bin seit 1996 in einer ganz kleinen Einzelpraxis in Berlin-Kreuzberg niedergelassen.
Als mein Mann 2002 von Kollegen erzählte, sie hätten eine Trekkingtour in Nepal gemacht, da sagte ich nur: Das wäre ein Traum für mich, das Dach der Welt zu bewandern........
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Kein „ja" von mir, aber auch kein „nein" auf die Frage von ihm, ob wir dort auch einmal hinfliegen wollen. Wochen vergingen. Plötzlich waren da Flüge nach Kathmandu im Oktober 2002, ich konnte es noch gar nicht so richtig fassen.
Der erste Eindruck von Kathmandu: Bloß schnell hier weg! Nicht zu vergleichen mit der bewundernswerten Himalayalandschaft. 16 Tage wanderten wir zu zweit mit unseren 13-15 kg schweren Rucksäcken durch die Berge; Erholung, tolle Aussichten und am faszinierendsten die Menschen, die in den Bergdörfern leben. Leben wie im Mittelalter, einfach, arm aber unzählig viele strahlende, glückliche und freundliche Gesichter. Nicht nur die Natur, sondern vor allem die Menschen strahlen eine natürliche Ruhe und Gelassenheit aus, da muss man sich trotz der Strapazen einfach erholen.
Mittlerweile waren wir schon 3 mal beim Trekking (noch immer nicht genug), und wir können Nepal schon fast als unsere 2. Heimat bezeichnen. Selbst bei der Ankunft in Kathmandu fühlen wir uns inzwischen heimisch.
Da stellt sich doch glattweg die Frage: Warum nicht mal hier arbeiten? In einer unserer vielen Zahnärzte-Fachzeitschriften stolperte ich über einen Einsatz-bericht aus Nepal. Der Kontakt zu ZÄ ohne Grenzen war schnell hergestellt. Während unseres letzten Aufenthaltes in Nepal 2006 besuchten wir u.a. das Sushma-Koirala-Memorial-Hospital (SKMH). Meine Augen wurden groß und strahlten, als ich das sah. Eine wunderschöne Anlage auf einem kleinen Plateau über einen sich ständig verändernden Flussbett. Auch hier wieder Ruhe und freundliche Atmosphäre. Nicht zu letzt zu erwähnen, dass die Patienten hier in einer kleinen Oase gesund werden dürfen. Für mich stand sofort fest: Hier will ich arbeiten und helfen.
Zuhause angekommen, wurden alle organisatorischen Maßnahmen ergriffen. Selbst mein Mann wollte sich dort nützlich machen. Also nutzten wir unseren verbleibenden Urlaub und flogen vom 19.12.2007-06.01.2008 nach Nepal, d.h. auch Weihnachten einmal anders: weg von zu hause, fern der Familie, den Freunden – zugunsten eines guten Zweckes. Auch hier ging ein Jugendtraum von mir in Erfüllung.
Im SKMH angekommen, hatten wir das Gefühl, sofort in einer großen Familie aufgenommen z u werden. Sowohl das SKMH-Team als auch das kleine Dental-Team arbeiten super Hand in Hand. Ein paar Tage dauerte es, bis ich mich an die neue Arbeitssituation, die Räume, Technik, Arbeitsmittel (es ist alles vorhanden) und an die Patienten gewöhnt hatte, aber dann fühlte ich mich wieder ganz in meinem Element. Es gibt nur einen gravierenden Unterschied zwischen der Arbeit zu hause und der in Nepal: ich konnte endlich einmal n u r als Zahnärztin arbeiten, als das, wofür ich vor Jahren meine Approbation erhielt. Kein BWL, keine Budgetierung, keine Reformen, sondern arbeiten um zu helfen. Das kann ich nur jeden dringend empfehlen, denn es sind interessante und beeindruckend Erfahrungen, die man dabei sammelt.
Für Unterkunft und gutes Essen ist natürlich auch auf dem Gelände des Hospitals gesorgt und in der Umgebung findet man tolles Gemüse und Obst, welches man ohne Probleme bei den Einheimischen kaufen kann.
In der kleinen Zahnarztpraxis im SKMH habe ich alle zahnärztlichen Leistungen durchgeführt, auch wenn man sagen muss, dass die Mehrheit der Behandlungen die Zahnextraktionen ausmachen. Hier muss man sich einfach an die Gepflogenheiten der Einheimischen halten, auch wenn es einem nicht immer leicht fällt. Die Patienten sind oft lange (Stunden) zu Fuß oder mit dem Localbus zum Hospital unterwegs und haben wenig oder kein Geld. Da muss man sich für die Extraktion entscheiden, auch wenn eine Wurzelbehandlung möglich wäre.
Aber den vielen fehlenden Zähnen können wir jetzt Dank eines kleinen eingerichteten Zahntechnischen Labors Abhilfe verschaffen. Miriam, eine deutsche Zahntechnikerin, war ein paar Wochen vor uns angereist und hat mit der Einrichtung des Labors in Zusammenarbeit mit dem SKMH begonnen. Mein Mann hat vor Ort noch einige elektrische Arbeiten verrichtet, sodass Anfang Januar 2008 die ersten Reparaturen und der erste einfache Zahnersatz mit gebogenen Auflageklammern hergestellt werden konnte.
Damit auch diese Arbeiten weitergeführt werden können, wenn mal kein deutscher Zahnarzt oder Zahntechniker vor Ort ist, haben wir Hari, dem einheimischen Dental-Hygieniker, Abdruck nehmen, Modelle ausgießen, Klammern biegen und Kunststoff-verarbeitung gelernt. Es hat uns allen viel Spaß bereitet. 
Sehr beeindruckend ist vor allem auch die große Dankbarkeit der Patienten.
Man sieht, der zahnärztliche Bedarf ist riesig. Helfer sind immer willkommen. Es gibt noch viele andere Stationen, in denen Hilfe benötigt wird, so dass es auf keinen Fall das letzte Mal war, wo ich bzw. wir in diesem Sinne gearbeitet haben. Dank einer transportablen Zahnarzteinheit, welche nun im SKHM deponiert ist, können auch in den Camps erweiterte Zahnbehandlungen (nicht nur Extraktionen) durchgeführt werden.
Dr. Heike Reetz
Urbanstr. 114
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Fax 030-69409362
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