|
ALS ZAHNARZT OHNE GRENZEN
Bericht von Karla Roeding, Zahnärztin - Dresden - EMail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Tel.Priv. 0049-351-8490803
Wenn mir vor 1989 jemand gesagt hätte, dass ich einmal drei Wochen in
Nepal arbeiten könnte, ich hätte es nicht geglaubt.

Nach einigen Wirrungen, erst war ein Einsatz in Pokhara geplant, hatte
ich mich für Trishuli entschieden. Am 19.11.2007 flog ich mit Quatar
Airways nach Kathmandu. An dieser Stelle möchte ich für die Reiseplanung
und gute Beratung das "Reisebüro Yak und Yeti" empfehlen.
Nachdem das Interview beim Nepal Medical Council (immer sonntags)
absolviert war, konnte ich mit meinem Betreuer Binaya, er ist der
Präsident des Lionsclub Trishuli, einem Sterilisator von ZOG, 17 kg
Spenden, die ich beschafft hatte und 13 kg eigenem Gepäck, die Fahrt mit
dem Microbus über den 2000m hohen Pass nach Trishuli antreten. Es war
eine schöne Fahrt mit herrlicher Aussicht, zumal ich ganz vorn links
saß. Rechts ging es oft ca. 500m abwärts, natürlich ohne Leitplanken.
Interessant wurde es immer, wenn ein Bus, meist noch mit Leuten auf dem
Dach, entgegenkam.
In der Dental Clinic in Trishuli wurde ich mit Blumenketten und mit
rotem Farbpulver für die Stirn empfangen.
Gewohnt habe ich im Hydrowater Guest House, welches sehr einfach ist,
aber mit großen Mangobäumen umgeben. Abends zirpten die Grillen.
Dort habe ich auch gegessen. Morgens habe ich immer Brot, Omelett und
Obst bekommen, abends natürlich Daal Bhaat mit Gemüse.
Wahrend meines Einsatzes arbeitete Arun, der "little Doctor" in der Dental Clinic. Er hat meist zwischen mir und den Patienten gedolmetscht.
Außerdem war noch Sirsana eine Helferin, da. Ich hatte
Desinfektionsmittel mitgebracht und habe Desinfektion, Reinigung und
Sterilisation erklärt. Vorher wurden die Instrumente nur abgewaschen und
ausgekocht. Außerdem zeigte ich auch das Anrühren von Materialien, z.B.
Unterfüllung, die noch gar nicht vorhanden war, aber Dank der Hilfe von
Christa Drigalla aus dem SKMH in einem Paket dort ankam. Alles wurde mit
großem Interesse aufgenommen und wenn möglich, gleich in die Tat
umgesetzt. Auch eine Wurzelbehandlung an einem Frontzahn konnte ich 
beginnen.
Höhepunkt meines Aufenthaltes war das vom Lionsclub Trishuli
organisierte Dental Camp in einem entlegenen Bergdorf. Durch Aushänge
wurde vorher das Camp angekündigt, so dass auch aus den Nachbardörfern
noch Leute kommen konnten. Wir sind mit 4 Motorrädern in einer Art Moto-
Cross über Stock und Stein durch mehr oder weniger ausgetrocknete
Flussläufe in das Dorf gefahren. Dort gibt es keinen Strom und Wasser
nur an der Strasse. Ich habe wie die Bewohner und meine 7 Begleiter in den fensterlosen Lehmhütten gewohnt
und gegessen. Die Einheimischen
kochen zum Teil noch am offenen Holzfeuer auf dem Lehmfußboden ihrer
Hütten. Auch in so eine Hütte nahm ich die Einladung zum Tee oder zum
Essen gerne an. Nur das lange Sitzen auf dem Fußboden ist ziemlich
mühsam.
Gearbeitet haben wir in einem Neubau mit Fenstern (natürlich ohne
Scheiben), die alle von Schaulustigen besetzt waren. An zwei Tagen habe
ich über 50 Zähne extrahiert, zum Glück alle mit allen Wurzeln.

Ich denke, dass ich einiges bewirken konnte und habe sehr viel
Anerkennung und Dank erhalten.
Das werde ich nie vergessen.
Karla Roeding im Dezember 2007
|