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DWLF Hilfe und Besuch der Straßenkinder von Ulaanbaatar v. Dr. Claus Macher, Nuernberg / 2007. Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Claus Macher - AD -- DWLF ID 0001 -- Tel. 0049 -176 -7000 2160   
Sonntag, 16. September 2007

Thema: Strassenkinder und die Christina Nobel Childrens Foundation (www.CNCF.org)

Bericht über die schwierige soziale Situation von Jugendlichen. 

Dr. Claus Macher    EMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können     Tel.: +49 911-4752224 oder +49 176 7000 2160
 


klein_-_sara.jpgWir haben einige Tage in Ulan Bator in der Zahnstation der Christina Nobel Childrens Foundation (CNCF) bedürftige Kinder behandelt und ihre fahrbare "Nightclinic" begleitet, die den Straßenkindern hilft, die in der Kanalisation wohnen.
Wir sind übereingekommen, eng mit der CNCF zusammen zu arbeiten und ihre schon bestehende Zahnstation personell als auch finanziell zu unterstützen.

CNCF kennt auch wie die DWLF keine religiösen oder politische Grenzen...

Ein DWLF Mitarbeiter wird in seinem Urlaub die CNCF in Vietnam besuchen und unsere Hilfe anbieten.

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Schon am Anfang unserer Reise hat Tuul Sodnompil, eine Chirurgin und unsere Verantwortliche für die Mongolei, mit der Christina Noble Children Foundation (CNCF; www.cncf.org) Kontakt aufgenommen. Wir haben viel Positves  von der CNCF durch Gesine Schiele aus Eysölden und Maria Nutz aus Spalt gehört. Beides sind Orte in der Nähe von Nürnberg.
CNCF ist in der Mongolei und in Vietnam vertreten und gehört in unseren Augen zu den kleinen Hilfsorganisationen, die viele intelligente Menschen mit einem guten Herzen bündeln. Was wir in Ulan Bator gesehen haben, war sehr überzeugend, und  wir haben eine sehr hohe Achtung vor den Aktivitäten des CNCF. Sie ist klein aber sehr effektiv. Nicht umsonst hat sie 2006 die Auszeichnung als beste NGO (non goverment organisation), also Hilfsorganisation in der Mongolei bekommen.
Dabei ist ihr Budget nicht groß, aber die „Women and Menpower“ umso mehr.

Der Leiter der Sektion Mongolei, Eamonn Thornton ( er wird Edward gesprochen) - ein Ire mit einer Mongolin verheiratet – empfing uns sehr freundlich und wir konnten alles hautnah miterleben und sehen, wofür sich die Stiftung einsetzt. Es sind die Kinder, die oft die Gesellschaft schon abgeschrieben hat, die kaum eine Chance haben, und die zum Teil in der Kanalisation leben, aber auch Waisen- und Findelkinder.
Eamonn Thorton ist ein engagierter Organisator und ist mit seinem ganzen Herzblut dabei.

Am ersten Tag geleitet uns Eamonn in die Armenklinik Maternal and Child Medical Research.
CNCF hat dort eine Zahnstation mit 3 Stühlen und war zu dieser Zeit personell wegen der Ferienzeit nicht gut bestückt, so dass wir eine Woche später dort für ein paar Tage die Behandlung bedürftiger Kinder durchführten, die oft von weit her kamen.
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Da Anaesthetika nur wenig vorhanden waren, wurden die von uns mitgebrachten und von der Firma Aventis  gesponsorten Karpulen mit Freude angenommen.

Tuul Sodnompil und Dr.Claus Macher besichtigten mit Eamonn„Childrenvillage“.
Das Kinderdorf ist etwas am Stadtrand angesiedelt und es sind auf einem gemieteten Grund (sie würde diesen Grund sehr gerne kaufen!) viele Geers (Yurten oder Nomadenzelte) aufgebaut.
In jedem Geer wohnt eine Familie. Diese besteht aus einer Mutter (sie ist häufig eine Frau mit einem unehelichen Kind), die dann 4-6 Kinder an ihrer Seite hat und für die Sie verantwortlich ist.
klein_-_geer-kinderdorf_2007_von_claus_741.jpgklein_-_edward_und_kinder_2007_von_claus_699.jpgErstaunt war ich, was für eine vorbildliche Ordnung in den Zelten herrschte. Es gab dann noch eine Küchen- und Essenyurte und zudem befestigte Gebäude: eine Bäckerei, in der größere Kinder des Kinderdorfes das Bäckerhandwerk lernen ein Waschhaus und ein Haus mit sanitären Einrichtungen, wo man sich auch Duschen kann.
Der Kühlraum für die Lebensmittel ist besonders einfallsreich und energiesparend: es ist ein Container, der in einem Erdhügel steckt: er ist ringsum von Erde umgeben, so dass  im Sommer wie im Winter immer ungefähr dieseklein-uzahnuntersuchung_2007_von_claus_729.jpglbe Temperatur herrscht.

Der Spielplatz ist mit  Blumenkästen eingesäumt. Jedes Kind ist für ein zugewiesenes Stück verantwortlich. Alles ist sehr gepflegt, da schon bald eine Wettbewerbssituation entstand, weil jeder der Beste sein wollte.

Die Kinder sind freundlich und gerade sind 2 Zahnmedizinstudentinnen aus Irland dabei, die Zähne zu untersuchen.

Es wird den Kindern ein Schulunterricht ermöglicht, der sie so weit bringt, dass sie den Anschluss an eine Klasse in den öffentlichen Schulen finden können.
Dann bemüht man sich, ihnen eine Ausbildung in einem für sie geeigneten Beruf zu ermöglichen.

Alles in allem ein liebevolles und gut durchdachtes Konzept.




Am nächsten Nachmittag besuchen wir die Straßenkinder. Wie viele es wirklich sind lässt sich nicht abschätzen. Es sind auch Kinder aus Problemfamilien darunter. Die Kinder wollen nicht mehr nach klein_-_kanalisation_2007_von_claus_754.jpgHause und leben lieber in der Kanalisation, in deren Schächte die warmen Wasserrohre der Fernheizwerke entlanglaufen. Bei 40Grd. Minus im Winter die einzige Überlebenschance.

Viele der Kinder verdienen sich auf den Großmärkten durch das Schleppen von schweren Säcken zu den Autos der Kunden ein bisschen Geld. Seife und frische Wäsche haben viele schon länger nicht mehr gesehen; in die Schule gehen sie nicht. Sie warten schon auf das Auto der CNCF- einem Unimog mit einem Sprechzimmer hinten drauf. Es ist ein kastenähnlichen Aufbau mit seitlichen Sitzbänken und wird „Nightclinic“ genannt. Zwei Mal in der Woche dreht der Unimog seine Runden und hält immer an denselben Plätzen.

Die erste Gruppe der Kinder kommt herein. Die junge Ärztin Sara und ihre Krankenschwester Dagva - sie arbeitet schon seit 1998 bei der CNCF -kennen jedes Kind mit Namen und unterhalten sich mit ihnen. Sie werden ernst genommen und haben einen Witz und eine Heiterkeit in sich, die ich spüre, obwohl ich kaum etwas verstehe. Jedes Kind bekommt 2 Brötchen, eine Buttermilch und einen Apfel.
klein_-_die_besatzung_der_nightclinic_2007_von_claus_762.jpgEin verletzter Junge wird verbunden; ist jemand krank, bekommt er Medizin.

Sara und Dagva sind voll dabei. Man spürt, sie lieben ihre Straßenkinder und Tuul hilft auch mit.

Ein Junge will mir zeigen, wo er wohnt. Wir haben nicht viel Zeit, da wir gleich weiterfahren müssen und ich renne hinter ihm her. Da steigt er auch schon in ein offenes Loch der Kanalisation – nein, nachfolgen tue ich ihm nicht.

Auf diese Kanallöcher muss man  beim Autofahren in Ulan Bator aufpassen. Manchmal fehlen einfach die Deckel der Kanalisation, weil jemand sie entfernt und das Metall verkauft hat. Mit dem Auto rein gefahren bedeutet dies: ein Achsenbruch vorne, zumindest aber ein platter Reifen und eine verbogene Felge.

Ich finde es schön, dass so eine kleine Hilfsorganisation wie die CNCF sich um Randgruppen kümmert, die wegen Geldmangel des Staates keine Zukunft hätten.
 
Wie auch bei uns : keine religions- noch politische Grenzen.
Wir haben wieder Schwestern und Brüder im Geiste gefunden.



Mit Eamonn Thornton haben wir folgendes vereinbart:
 
Er übernimmt die Rolle des Projektmanagers der Zahnstation und die Terminplanung vor Ort.
Als Projektmanager in D und werde ich dann selbst für den Nachschub und die medikamentöse Ausstattung verantwortlich sein.

Allerdings kann die CNCF nicht die Unterbringungskosten und das Essen bezahlen – dazu ist ihr Budget bei der Fülle der Aufgaben zu klein.

Aber ein Besuch dort ist dennoch zu empfehlen.

Ein Mitarbeiter von DWLF  wird bei einem Vietnamurlaub neben her ausloten, ob die DWLF der CNCF in Vietnam  nützlich sein kann.


Wenn Sie Interesse haben, - auch mit anderen Berufen - diese Stiftung personell oder finanziell zu unterstützen - wir stellen gerne die Kontakte her.



Ihr Claus Macher 

 
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