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Dr. Walter Niederalt:: Das Mittagessen mit dem mong. Außenminister / 2007 Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Walter Niederalt--PME+AD--DWLF ID 0054 -Tel. 0049-170-566 0357   
Mittwoch, 29. August 2007
Jurte
Es wurde in den Jurten viel gesungen ....








Thema: Investitions und Erlebnisbericht von einem Hilfseinsatz in der Mongolei im Juli 2007

Dr. Walter Niederalt   D - 90402 Nuernberg
EMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können     Tel. +49 911 222364



In der Mongolei mit ihren nun fast 3 Millionen Einwohnern, von denen 2/3 in der Hauptstadt Ulan Bator leben, und wo auf einen Quadratkilometer nicht einmal 2 Menschen kommen, haben die 3 Freunde des DWLF bei ihrem ersten Besuch nur positive Erlebnisse gehabt.
Sie hatte mit der ländlichen Bevölkerung trotz leichter Sprachprobleme nette Kontakte und waren häufig ihre Gäste.

Sie wurden von dem Außenminister Nyamaa Enkhbold zu einem persönlichen Mittagessen eingeladen, wurden mit Ehrenauszeichnungen von dem Governor Enkhbat bedacht und haben zwei Zahnstationen eingeweiht, die DWL finanziert hatte. Jeder hat als Gastgeschenk noch ein schnelles Pferd geschenkt bekommen......


Begonnen hat aber unsere Begeisterung durch die mongolische Musik, die wie folgt angekündigt war:

Jazzstudio Nürnberg und „Zahnärzte ohne Grenzen“
präsentieren am 25.3.07:

Reihe:“ Grenzgänger“

Khukh Mongol


musikerin-klein.jpg Dshtseren Erdenebold:
Leitung, Querflöte, Trommel, Laute, Gesang
Davaahuu Ganzorik: Hackbrett, Gesang
Boldbaatar Zolzaja: Pferdegeige, Obertongesang
Luvsansharav Chujagsaihan: Pferdegeige, Gesang, Tobshuur

Mongolische Musik: Zwischen Folklore, Klassischer Musik und Ethnojazz

Khukh Mongol ist eine traditionelle mongolische Volksmusikgruppe in Ingolstadt (Bayern). Der Name "Khukh Mongol" (Blaue Mongolei) wurde wegen der besonderen Bedeutung der Farbe Blau für alle Mongolen gewählt. Alle neugeborenen mongolischen Kinder haben einen blauen Fleck auf ihrem Hintern. Die Mongolei ist außerdem als das Land des blauen Himmels bekannt. An fast 300 Tagen im Jahr ist der Himmel über der Mongolei klar und blau.

Dr.Cornelia Reiss-Huke wird den Abend einleiten mit einem Vortrag zum Thema:
„Die Schönheit der Entwicklungsländer und unsere Hilfen.“

http://www.khukhmongol.de




Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Land. Von den nun fast 3 Millionen Einwohnern leben etwa 2/3 in der Hauptstadt Ulan Bator. Die Infrastrukturen, was Gesundheits- und Verkehrswesen betrifft, sind in den 21 Provinz-Aimags ( = Verwaltungsbezirke ) sehr dürftig.
Seit dem Niedergang der „Volksrepublik Mongolei“ praktizieren viele der Zahnarztkollegen dort, wo ein wirtschaftlicher Aufschwung stattfindet, also in der Hauptstadt Ulan Bator.
Die Provinzen mit ihrer vorzugsweise nomadischen Bevölkerung sind, was medizinische Versorgung angeht, sehr im Hintertreffen.
Wir von der Stiftung „Dentists Without Limits“ (DWL) sehen hier einen großen Handlungsbedarf und setzen unsere Kräfte in den entsprechenden unterversorgten Regionen ein.
So konnten wir gleich im Juli 2007 in zwei Zahnstationen
in Zuunmod Sum und in Batsumber Sum arbeiten, die zuvor Tuul Sodnompil im Auftrag des DWL installiert hatte.

Der Ort der Zahnstation im Spenderland wurde mit dem Ort des Geberlandes verknüpft, in dem der Projektmanager zu Htuul_klebt_das_praxisschild_2007_fr_walters_bericht_05_-klein.jpgause ist. Hier entstanden freundschaftliche Bande zwischen Batsumber Sum und Markt Rosstal zum einen und zwischen Zuummod Sum und Nürnberg zum anderen.

Die Dentalstationen wurden von der Bevölkerung sofort begeistert angenommen.
In Tuv aimak war zuvor die Relation Einwohner : Zahnstationen 82.000:1 !! Bei diesem Missverhältniss mußten wir überwiegend die Zähne ziehen.

Tuul Sodnompil, unsere "Responsible for Mongolia", Dolmetscherin und Organisatorin eröffnet die Zahnstation in dem Krankenhaus in Zuunmod, indem sie 15 Jahre als Chirurgin gearbeitet hatte. Wie man an den Wappen sieht, gibt es eine freundschaftliche Verbundenheit mit den Zahnärzten Nürnbergs.


walter_trinkt_stutenmilch_mongolei_2007__1213_-klein.jpgvolker_trinkt_wodka__mongolei_2007__1215-klein.jpg

Wir landeten am Sonntag, den 22.Juli um 06:30 Uhr in Ulan Bator, wurden am Dschingis-Khan Airport von Tuul und Claus abgeholt und gleich weit in die mongolische Steppe hinausgefahren um das Landleben kennen zu lernen.
Es wurde eigens ein Schaf geschlachtet und ein Murmeltier zubereitet. Man genoss die

Stutenmilch für Walter oder Wodka für Volker? Egal, es ist alles gesund!

beeindruckende Weite und Einsamkeit der mongolischen Landschaft. Der Erfolg eines ersten Ausritts auf mongolischen Pferden wurde anschließemongolei_2007_pferd_claus_1230__klein.jpgnd gebührend mit Stutenmilch und Chinggis-Vodka bei walter_mit_seinem_gaul_img_1345_-klein.jpgvolker_mit_seinem_zossen_mongolei_2007_-klein.jpg

Wie bringt man so ein Geschenk sicher nach Hause? Reitend? Vorerst warten unsere Hengste in der Mongolei auf unsere Wiederkehr...





einem Gesangswettbewerb mit deutschem und mongolischem Liedgut in der Jurte begossen. Höhepunkt des Tages war die Übergabe eines dreijährigen Rennhengstes als Symbol höchster Freundschaft an den Stiftungsgründer.
claus_besuselt_von_khan_bru_-klein.jpgAm folgenden Tag besuchten wir die Christina-Nobel-Stiftung, eine weltweite Initiative, die sich vorzugsweise um Straßenkinder kümmert. Dort zeigte man sich hocherfreut über unser Angebot mitzuhelfen und leitete uns an die Armen-Klinik „Mother and Children Research“ weiter. Dort hat die Christina-Noble-Children´s-foundation eine Zahnstation mit drei Zahnarztstühlen eingerichtet, die aber nur von einer jungen Kollegin besetzt war. Unsere dreitägige Mitarbeit war vor allem wegen unserer mitgebrachten Anästhetika, eine Spende der Firma Aventis, sehr willkommen. Anästhetika sind noch Mangelware in der Mongolei. Wir behandelten vor allem Kinder und Jugendliche zwischen vier und 18 Jahren. Leider konnten die meisten Zähne nicht mehr erhalten werden, so dass wir immer wieder zum spärlich vorhandenen Extraktions-Instrumentarium greifen mussten.


Urteil Claus: In der Mongolei gibt es hervorragende Biere


vol._und_walter_bei_zb_mongolei_2007__1251_klein.jpgAm fünften Tag fuhren wir nach Zuunmod, einem von der Hauptstadt Ulan Bator etwa 40km entfernt gelegenem Ort im Süden mit mehr als 10.000 Einwohnern.
Dort begutachteten wir die letzten Arbeiten an der von der Stiftung DWL neu eingerichteten zahnärztlichen Behandlungseinheit. Diese wurde tags darauf feierlich eingeweiht, nachdem wir vom Gouverneur des Zentral-Aimaks im Rathaus herzlich empfangen worden waren. Außerdem regte der Gouverneur eine engere freundschaftliche Bindung zwischen den beiden Städten Nürnberg und Zuunmod an. Die errichtete Zahnstation ist die einzige in einem Einzugsgebiet von ca. 82.000 Einwohnern. Die Patienten

Gemeinsam gibts keine Probleme; unsere in Nepal gefertigten DWL T-Shirts machen sich gut.

claus_hat_den_zahn_raus-mong._2007-klein.jpgpatientenansturm_in_batsumber_-klein.jpgstanden bereits Schlange, nachdem sich die Nachricht über die neue Zahnstation wie ein Lauffeuer verbreitet hatte. Bei den kleinen Patienten sorgten vor allem die mitgebrachten und von der Firma Novartis gespendeten Plüschtiere, Kugelschreiber und Schirmmützen für große Freude und halfen die Angst vor den fremden „langnasigen“ Zahnärzten schnell zu überwinden.




Claus: Hurrah! Der Zahnist raus! Patientenansturm in Batsumber nach
der Fernsehsendung

walter_vollbild_in_aktion_-klein.jpgrcken_mit_logo-klein.jpg
volker_in_aktion-klein.jpg















Walter: Ich weiß ja, Sie konnten nicht früher kommen, wir sind ja auch erst seit gestern da!
Egal, wem der Rücken gehört: wir sind ja DWL-ler und in diesem Land gibt es viel zu tun!
Volker: Vielen Kindern hier müßte man Mundhygiene- und Ernährungshinweise geben.

Hier ist ein großer Bedarf an Zahnärzten, Famulanten, Helferinnen und Zahntechnikern.





enkhbold_klein1037.jpgAm nächsten Tag wurden wir nach getaner Arbeit vom mongolischen Außenminister Nyamaa Enkhbold höchstpersönlich empfangen mit den Worten: "normaler Weise spreche ich mit Herrn Steinmeier aus Deutschland, aber..." im Diplomaten-Hotel zum Mittagessen eingeladen. Er zeigte sich begeistert über die Ziele der Stiftung, sicherte uns seine volle Unterstützung zu und verschaffte uns innerhalb einer Stunde einen Gesprächstermin bei der Gesundheitsministerin, der wir ebenfalls unsere Pläne unterbreiteten.

Wie schon einmal hörten wir die Worte: Da kommen Zahnärzte 10- tausend Kilometer aus Deutschland, um unserem Volk zu helfen - unfassbar....
Der Außenminister besorgte uns nach dem Essen auch noch einen Termin bei der Gesundheitsministerin....



Der folgende Tag begann mit einer anstrengenden und abenteuerlichen Jeep-Fahrt auf schlüpfrigen jeep_durch_den_bach_-klein.jpgSand- und Lehmpisten nach Batsumber. Diese ca. 120km im Norden von Ulan Bator gelegene Kreisstadt beherbergt etwa 9000 Einwohner, mit etwa 5000 Menschen im Kernort und weiteren 4000 Menschen in den umliegenden, weit gestreuten, nomadischen Jurtendörfern.
Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar gibt es im Kernort kein fließendes Wasser und keine Kanalisation. Wir besichtigten zunächst die kleine Polyklinik mit unserer neu errichteten Zahnstation, die am folgenden Tag eingeweiht wurde.
Zu dieser Feierlichkeit erschienen neben dem Bürgermeister und der gesamten
Krankenhausbelegschawalter_mit_dr._nema_mongolei_2007_-klein_003.jpgft auch ein Kameramann des
praxisschild_butsumber_klein_004.jpg

Lokalfernsehens. Sein Bericht am selben Abend sorgte dafür, dass die Zahnstation am nächsten Tag dermaßen Zulauf erhielt, dass wir uns gezwungen sahen, Nummern



Die Projektmanagerin in der Mongolei, Dr. Nema und der Projektmanager in Deutschland, Dr. Walter Niederalt aus Markt Rosstal, die beide zusammen für die Zahnstation verantwortlich sind.
Auf gute Zusammenarbeit!

zu vergeben und teilweise die Patienten auf den nächsten Tag vertrösten mussten.
Dr. Walter Niederalt erklärte sich als Projektmanager für Batsumber bereit.
In seiner Ansprache machte er auf einige symbolische Verbindungen zwischen Batsumber und seinem Heimatort Roßtal aufmerksam. Das Pferd ist gleichermaßen im mongolischen als auch im Roßtaler Wappen. Batsumber bedeutet „Spitzer Berg“. Der Kern Roßtals steht auf einem Bergsporn. Der Name Roßtal, wenn auch etymologisch mit gutem Grunde umstritten, bedeutet Tal der Pferde. Als dann noch übersetzt wurde dass der Name des Roßtaler Bürgermeisters ein altes deutsches Wort für Pferd ist, war allgemeine Erheiterung und großer Applaus angesagt . Der Bürgermeister aus Batsumber lässt Maximilian Gaul herzliche Grüße ausrichten mit dem Wunsch um eine Partnerschaft beider Orte.

Die Zahnstation wurde dann auch auf den Namen „Markt Rosstal“ getauft.

Hebamme unterwegs
Die Hebamme mit ihrem Mann und der Sterilisationstrommel fertig für ihren Einsatz
Während unserer drei Tage in Batsumber bereisten wir auch das Umland mit seinen Nomadenfamilien. Die Hausherrin einer Jurte ist Hebamme und besucht weit entlegene Nomaden-Siedlungen mit dem Motorrad oder Pferd um auch allgemeinmedizinische Hilfe zu leisten.












alle_3_zu_pferd_2007_fr_walters_bericht_001-klein.jpg






Auch dort wurden uns sofort wieder kostenlos Pferde zur Verfügung gestellt um die Mongolische Weite und Schönheit der Landschaft vom Sattel aus zu erfahren.







Von einander lernen
Von einander lernen
Die beiden letzten Tage nutzten wir, um die Hauptstadt Ulan Bator mit ihren Museen und Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen und uns von den anstrengenden Exkursionen zu erholen.
Fazit:Wir haben in der Mongoleri viele überaus freundliche uns sympathische Menschen kennen gelernt. Hier herrscht Aufbruchstimmung und der Blick nach Westen ist voller Hoffnung. Wir haben mit unserer Initiative ein Mosaiksteinchen für die Völkerverständigung und im mongolischen Gesundheitswesen einen Akzent gesetzt. Die von uns finanzierten Zahnstationen sind dafür eingerichtet, dass dort Zahnärzte, famulanten, Helferinnen wie auch Zahntechniker aus Europa mit den mongolischen Kollegen zusammenarbeiten und sich austauschen können. Nebenbei können die hoffentlich zahlreichen Gäste dieses wunderbare Land mit den herzerfrischenden gastfreudlichen Mongolen kennen lernen.

Wollen Sie nicht auch einmal die schöne mongolische Welt erleben? Wie das geht? Hinweise und Adressen finden Sie demnächst unter unserer Rubrik "Projekte".

Dr.Volker Schmidt, Dr. Claus Macher und Dr. Walter Niederalt

 
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