Home arrow Erfahrungsberichte arrow Asien / Mongolei / Zuummod Sum / v. Dr. Volker Schmidt, Nuernberg / 7.2007

Anmeldung

Sponsoren:
Advertisement
Asien / Mongolei / Zuummod Sum / v. Dr. Volker Schmidt, Nuernberg / 7.2007 Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Volker Schmidt--AD--DWLF ID 0003--Tel.0049-160-9865 4259   
Dienstag, 28. August 2007

Thema: Ein völlig fremdes Land wird kennen und lieben gelernt. 2 Zahnstationen werden gegründet, und eine weitere finanziell und personell unterstützt. Juli 2007

Dr. Volker Schmidt     D-90491 Nuermberg
EMail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können       Tel. Prax.: +49-911 599 300 

baby_an_bord.jpgMit einem Tag Verspätung, wegen starken Gewittern über Moskau, holte Dr. Claus Macher seine Kollegen Dr. Volker Schmidt und Dr. Walter Niederalt (alle drei sind in Nürnberg niedergelassene Zahnärzte)
am Dschingis-Khan-Flughafen in Ulan Bator ab.

Ulan Bator ist die Hauptstadt der Mongolei und beherbergt mit etwa eineinhalb Millionen Einwohnern den Großteil der mongolischen Bevölkerung. Der Rest der Bevölkerung, etwa eine weitere Million Mongolen, verteilt sich auf eine Fläche, die mehr als fünfmal so groß ist, wie die Bundesrepublik Deutschland, so dass das Land extrem dünn besiedelt ist. Dies gilt allerdings nur für die Menschen, denn gleichzeitig grasen etwa 25 Millionen Nutztiere (Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Yaks…) in den weiten Steppen und HügellandschafDer erste Tag war für uns eine sehr beeindruckende Einführung in das mongolische Landleben. Wir wurden gleich mit den Riten des mongolischen Jurtenlebens vertraut gemacht. So durften wir die Schlachtung eines Schafes zu unseren Ehren erleben und auf mongolischen Pferden mit den aus Deutschland mitgebrachten Sätteln reiten. 2_pferdefussbad.jpgDie einheimischen Reitlehrer amüsierten sich dabei köstlich über die große Unerfahrenheit von uns Langnasen aus Deutschland. Immerhin wurden alle drei Gangarten bis zum Galopp ohne Sturz überstanden.
Dabei fanden wir drei Reiterdebutanten sogar ausreichend Zeit die beeindruckende Weite und Einsamkeit der mongolischen Landschaft zu genießen. Der Erfolg wurde anschließend gebührend mit Stutenmilch und Dschingis-Khan Wodka bei einem Gesangswettbewerb zwischen deutschem und mongolischem Liedgut in der Jurte begossen. Höhepunkt des Tages war die Übergabe eines dreijährigen Rennhengstes als Symbol höchster Freundschaft an den Stiftungsgründer.3dentiere.jpg
Am folgenden Tag besuchten wir die Christina-Nobel-Stiftung und lernten den engagierten Leiter Edward Thornton kennen. Dieser zeigte sich hocherfreut über unser Hilfsangebot und leitete uns an die Armen-Klinik „Mother and Children Research“ weiter. Dort hat die Christina-Nobel-Stiftung eine Zahnstation mit drei Zahnarztstühlen eingerichtet und beschäftigt drei einheimische Zahnärzte. Unsere dreitägige Mitarbeit war sehr willkommen, da zwei Zahnärzte Urlaub hatten und die verbliebene junge Kollegin ungern Extraktionen durchführte. 4_volker_lacht.jpgDas Patienten-Klientel bestand vor allem aus Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 18 Jahren. Leider konnten die meisten Zähne nicht mehr erhalten werden, so dass wir erster Linie zum spärlich vorhandenen Extraktions-Instrumentarium greifen mussten. Als großes Glück zeigte sich, dass wir aus Deutschland aufgrund einer großzügigen Spende der Firma Aventis genug Anästhetika mitgebracht hatten, da vor Ort Mangel herrschte. 5_kanalkind.jpgDie Christina-Nobel-Stiftung unterhält außerdem eine fahrbare „Night-Clinic“. Mit diesem Krankenwagen fahren zweimal wöchentlich eine Ärztin und eine Krankenschwester abends durch die Stadt und versorgen die Straßenkinder, die teilweise in der Kanalisation leben, mit Essen und Medikamenten.
Zwischenzeitlich lernten wir Frau Prof. Narovpil, Leiterin einer privaten Zahnklinik und Universitäts-Dozentin kennen. Sie zeigte sich über unsere Pläne zur Errichtung von Zahnstationen im dünn besiedelten Umland begeistert, da die mongolischen Zahnärzte meist eine Stellung in der Hauptstadt anstrebten und das finanzielle Risiko einer Praxisgründung in strukturschwachen Gegenden scheuten. Sie gab uns viele gute Ratschläge und zeigte sich äußerst hilfreich bei der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung. Am fünften Tag fuhren wir nach Zuunmod, einem von der Hauptstadt Ulan Bator etwa 40 Kilometer entfernt gelegenem Ort und mit mehr als 10000 Einwohnern der zweitgrößten Stadt der Mongolei. 6_men_at_work.jpgDort begutachteten wir die letzten Arbeiten an der von der Stiftung DWL neu eingerichteten zahnärztlichen Behandlungseinheit. Diese wurde am folgenden Tag feierlich eingeweiht, nachdem wir vom Governeur im Rathaus herzlich empfangen und mit Auszeichnungen bedacht worden waren. Außerdem regte der Governeur eine engere freundschaftliche Bindung zwischen den beiden Städten Nürnberg und Zuunmod an. Die errichtete Zahnstation ist die einzige in einem Einzugsgebiet von etwa 80000 Einwohnern. Die Patienten standen bereits Schlange, nachdem sich die Nachricht über die neue Zahnstation wie ein Lauffeuer verbreitet hatte. Bei den kleinen Patienten sorgten vor allem die mitgebrachten und von der Firma Novartis gespendeten Plüschtiere, Kugelschreiber und Schirmmützen für große Freude und halfen die Angst vor uns fremd aussehenden Zahnärzten schnell zu überwinden.
Am nächsten Tag wurden wir nach getaner Arbeit vom mongolischen Außenminister Nyamaa Enkhbold höchstpersönlich und sehr freundschaftlich empfangen und im Diplomaten-Hotel zum Mittagessen eingeladen. Dieser zeigte sich begeistert über die Ziele der Stiftung, sicherte uns seine volle Unterstützung zu und verschaffte uns innerhalb einer Stunde einen Gesprächstermin bei der Gesundheitsministerin, der wir ebenfalls unsere Pläne unterbreiteten.gesundheitsministerin.jpg
Der folgende Tag begann mit einer anstrengenden und abenteuerlichen Jeep-Fahrt auf schlüpfrigen Sand- und Lehmpisten nach Batsumber. Diese etwa 120 Kilometer im Norden von Ulan Bator gelegene Kreisstadt beherbergt knapp 10000 Einwohner. Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar gibt es dort weder fließend Wasser noch eine Kanalisation. Selbst der Gang zur meist weit entlegenen Toilette wird zum Abenteuer. Wir besichtigten zunächst die Klinik mit unserer neu errichteten Zahnstation, die am folgenden Tag eingeweiht wurde. Zu dieser Feierlichkeit erschien neben dem Bürgermeister und der gesamten Krankenhausbelegschaft sogar ein Kameramann des Lokalfernsehens. Sein TV-Bericht am selben Abend sorgte dafür, dass die Zahnstation am nächsten Tag dermaßen Zulauf erhielt, dass wir uns gezwungen sahen, Nummern zu vergeben und teilweise die Patienten auf den nächsten Tag vertrösten mussten. 8_clausi_vor_der_kamera.jpgVon der Leiterin der Klinik erhielten wir das Versprechen, dass die Belegschaft innerhalb eines Jahres auf Englisch mit möglichen Besuchern Konversation betreiben kann. Der Bürgermeister stellte uns ein Grundstück in Aussicht, auf dem die Stiftung eine für Europäer geeignete Unterkunft errichten kann, so dass dem Besuch weiterer Kollegen und auch Famulanten nichts mehr im Wege steht. Da sich Dr. Walter Niederalt als Projektmanager für Batsumber zur Verfügung stellt, wird eine partnerschaftliche Verbindung mit seinem Heimatort Rosstal angestrebt. Erste Banden sind bereits geknüpft. Während unseres Aufenthaltes in Batsumber besuchten wir auch eine Nomadenfamilie im entlegenen Outback. Die Hausherrin selbst ist Hebamme und besucht weit entfernte Nomaden-Siedlungen mit dem Motorrad oder Pferd, oft die einzige Fortbewegungsmöglichkeit in der Mongolei, um medizinische Hilfe zu leisten. Mit großem Interesse lauschten wir ihren Schilderungen. Selbst warme Kleidung ist für die Nomaden oft unerschwinglich und wir entschlossen uns, auch hier bei der Beschaffung hilfreich zu sein. Erfreulicherweise stellte uns der Hausherr drei seiner Pferde zur Verfügung und ließ uns freie Hand beim Ausritt. Für begeisterte Reiter ist die Mongolei ein wahres Eldorado! 10_zwei_maedels.jpg
Die beiden letzten Tage nutzen wir, um zurück in der Zivilisation die Hauptstadt Ulan Bator zu erkunden und uns von den Strapazen zu erholen.
Fazit: Beide von der DWL errichteten Zahnstationen sind durchaus geeignet, so dass dort Zahnärzte, Famulanten, Helferinnen und ggf. auch Zahntechniker arbeiten können und um das wunderbare Land mit den herzerfrischend gastfreundlichen Mongolen von dort aus zu erkunden. 11_mogis_etwas.jpg 
 
< zurück   weiter >

Umfragen

Wie alt sind Sie?
 
Spendenkonto: Zahnärzte ohne Grenzen,
Ev. Kreditgenossenschaft eG, Kassel
BLZ 520 604 10 – Kto. Nr.: 5 302 471
IBAN: DE 83520604100005302471 – BIC: GENODEF1EK1
© 2012 dentists without limits