Ein Bericht von Dr. Matthias Stumpf E-Mail:
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Nachdem ich in den ZM davon gelesen hatte, dass „Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen" noch Kollegen suchte, stand nach kurzer Überlegung fest, dass ich 3 Wochen des Sommers dort als Zahnarzt arbeiten wollte. Ich wusste wenig über dieses Land, deshalb waren die Neugier und die positiven Erfahrungen, die ich Jahre vorher bei einem Hilfseinsatz in Brasilien gesammelt hatte mit dafür verantwortlich, dass wir im August von Berlin nach Ulan Batar abhoben.
Wir, das waren Hildegard und Klaus, Zahnärzte aus Innsbruck und Düsseldorf und meine Frau Annegret, die als Assistenz mitkam.
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Team vom SKMH in Nepal
Ein Bericht von Dr. Beckmann E-Mail:
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Mein Einsatz in Nepal begann am 20. Jan.2012. Nach einer Flugreise über Doha holte mich ein Fahrer beim Flughafen Kathmandu ab und brachte mich durch überfüllte Straßen zum SKMH bei Sankhu. Nach einer sehr kalten Nacht, der Gasofen war defekt, lernte ich meine beiden Mitarbeiter Rukmini und Hari kennen, die mir nach und nach beibrachten, wie die Behandlungen ablaufen. Sie dolmetschten von nepalesisch ins Englische, stellten meist schon treffsichere Diagnosen und legten mir zu Recht, was ich benutzen sollte. Die Zusammenarbeit funktionierte gut, ich konnte meine langjährige Berufserfahrung einbringen, einige schwierige Extraktionen, Osteotomien und Resektionen durchführen.
Ein nicht so alltäglicher Indieneinsatz fernab des Tourismus
Andhra Pradesh vom 10.-28 Februar 2012, ein Erfahrungsbericht von ZA Michael Drechsel E-Mail:
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Am 10.02.2012 ging sie los, meine 2. Reise nach Indien. Mit vielen Materialien, Kugelschreibern,
Luftballons, Aufklebern und Spendengeldern in der Tasche konnte ja eigentlich nichts schief gehen.
Nach ca. 10 Stunden Non-Stop-Flug erreichte ich Chennai gegen 23.45 Uhr. Am nächsten Tag
„las“ ich noch eine Zahnmedizinische Fachangestellte aus Rostock am Flughafen auf und dann
ging’s mit dem Nachtzug nach Norden, nach Narakodur im Bundestaat Andhra Pradesh. Die Zugtickets
und auch die Abholung vom Bahnhof hatte der CMS wieder sehr gut organisiert.
Zahnärztlicher Einsatz im "Schönsten Ort des König Pandi" März 2011
Ein Bericht von Dr. Ina Rieger
E-Mail:
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Fast an der Südspitze Indiens, im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, liegt das kleine Dorf Azhagiapandipuram. Dieser für uns schwer auszusprechende Name bedeutet auf Tamil:
"Schönster Ort des Königs Pandi". Dort befindet sich ein Kinderdorf des Christlichen Missionsdienstes, das Heimat für ca. 300 Kinder ist, die Waisen sind oder aus unvorstellbar armen Verhältnissen stammen.
Im "childrens village" haben sie ein festes Dach über dem Kopf, Nahrung, Kleidung, eine geregelte Schulausbildung und können gegebenenfalls einen Beruf erlernen. Finanziert wird dies alles über Spenden und Patenschaften.
Ein Projekt zur schulischen Bildung
- Bericht von Markus Wössner -
Eine Schule im Himalaya
Nun stehe ich da! Auf dem Pausenhof im entfernten Nepal, Kristi Nachnechour. Mit drei Freunden zusammen im abgelegenen Bergdorf, vor Augen das Annapurna-Massiv. Eine lange Reise liegt hinter uns. Vor mir links und rechts ein Spalier aus je gut 30 kleinen Nepali-Kindern.
In unglaublicher Kulisse den Tränen nah, sammle ich die vielen Blümlein ein, die mir entgegengestreckt werden. In diesem Moment überwältigen mich Freude und Glück, pure klatschende Dankbarkeit um mich nehme ich wie im Sinnesrausch wahr. Wie kam's dazu?
Nachdem ich die Anzeige der „Zahnärzte ohne Grenzen" in der ZM über weiteren Bedarf an Zahnärzten für den diesjährigen Hilfseinsatz in der Mongolei gelesen habe, war mein Interesse sofort geweckt. Ein Besuch der Homepage der Nürnberger-Stiftung bekräftigte in mir das Interesse an einem humanitären Einsatz verbunden mit vielerlei Reiseeindrücken.
Ich habe während meines Studiums schon einige Länder in Asien bereist und war somit ein großer Fan dieses Kontinents. Die Mongolei reizte mich insbesondere aufgrund ihrer geographischen Lage: nördlich begrenzt von Russland, südlich von der Volksrepublik China. Das Land besitzt eine Fläche, die vier Mal größer als Deutschland ist, dabei aber nur 2,8 Millionen Einwohner zählt.
Teilnahme am Großeinsatz der Zahnärzte ohne Grenzen (DWLF) in der Mongolei
Wie bereits im Jahr 2010 führte der DWLF auch in 2011 einen fast flächendeckenden zahnärztlichen
Hilfseinsatz in der Mongolei durch - eine enorme logistische Anstrengung in einem Land, das nahezu viermal die Fläche der Bundesrepublik Deutschland einnimmt, äußerst dünn besiedelt ist und nur über eine gering ausgebaute Verkehrsinfrastruktur verfügt.
58 Kollegen und Helfer teilten sich diese Aufgabe, verteilt über sechs Wochen des Sommers.
Bei meinem zweiten Aufenthalt in der Mongolei 2011 konnte ich 2 Wochen in einem der nördlichsten Ortschaften verbringen: Tzagaannuur am gleichnamigen See, 9 Autostunden (270 km) nördlich der Provinzhauptstadt Muron (Khövsgöl Aimag) entfernt. Die Taiga (auch borealer Nadelwald) bildet die auf der Nord-Halbkugel die nördlichste, durchgehende Vegetationszone. Meist aus Lärchen bestehend, sind die Hügel bewaldet, während die Niederungen moorig sind (Tundra).
Klaus und ich als Zahnärzte, Laura als mongolische Kollegin, Buumi als mongolische, deutsch sprechende Helferin, Davatscho begleitete uns als Landarzt dieser Gegend. Renate war unsere Prophylaxehelferin (ZMF)
Am Dienstag hörten wir erstmalig, dass ein Ausflug in die mongolische Taiga zu den Rentiernomaden geplant sei: Donnerstag los und Freitag zurück - wir sollten Extraktions-Instrumente mitbringen. Über das Hinkommen kursierten zunächst nur Mutmaßungen: 7 Stunden Reiten, Übernachtung im Freien etc. Renate wurde blass und blässer.
So blieb der Mittwoch-Vormittag unser letzter Arbeitstag in Tzagaannuur, denn der Nachmittag wurde gebraucht, alle Geräte, Instrumente und Materialien zu sortieren und einzupacken, immerhin 17 große Pakete, die bereits am Donnerstag Richtung Muron geschickt werden sollten, zusammen mit Subta (gespr.:Sufta), meiner mongolischen Kollegin, mit der ich zusammen gearbeitet hatte.
Der Donnerstag begann gemächlich mit Frühstück um 9 Uhr, letzte Sachen in der Klinik richten, Einkäufen in verschiedenen Läden (u. A. erhebliche Mengen Vodka, Bonbons, lange Unterhosen, um sich beim Reiten nicht die Schenkel wund zu reiben - wer weiss, welche Sättel wir bekommen.), Beladen der Autos (Mocka´s Lexus 470 und Batbajar´s Toyota), ein starke Lampe und Gewehre zum Jagen sollten auch noch mit. Nach weiteren Einkäufen waren wir auf die Autos verteilt (je fünf), aber getankt musste auch noch werden. Danach fiel Mocka ein, er bräuchte noch jemanden zum Schlachten des mitzunehmenden Lammes (Schamanen wie Mocka dürfen das nicht). Der war nach einigem Suchen gefunden, wurde einfach von einer Baustelle hinweggeholt - die Arbeit konnte ja warten. Dass er noch sein Schlacht-Werkzeug holen wollte, bedeutete nur eine weitere kleine Verzögerung. Kurz vor 1 Uhr waren wir endlich auf Tour. Ein kurzer Halt noch, weil Badbajar eben mal einen Kormoran schiessen wollte (mit Kugel (!), mit der er natürlich nicht traf), aber das konnte uns schon nicht mehr aufregen.
Tzagaannuur liegt in der Provinz Khövsgöl-Aimag, rund 650 km nordwestlich von UB entfernt am nördlchen Rand
der Mongolei, nicht weit von der russischen Grenze Um dorthin zu kommen, nahmen wir das Flugzeug nach Murun (1 ½ Stunden),
anschliessend ging es im russischen Jeep weiter, 9 Stunden für 270 km.
Das Dorf hat ca. 2.000 Einwohner (mit Einzugsbereich des Umlandes) und ist vor uns noch niemals von Zahnärzten besucht worden.
Es liegt am gleichnamigen See und ist umgeben von nach Salbei duftendem Grasland. Die Hügel sind bewaldet, die höher gelegenen
Berge felsig. Es gibt mehrere kleine Läden für die Grundbedürfnisse, ein kleines Restaurant, in dem wir frühstückten und Mittag- und Abend-Essen
einnahmen (gut gewürzt, u.A. Fisch und Rindfleisch), eine Tankstelle und das Krankenhaus.
Nach 33-jähriger Tätigkeit als niedergelassener Zahnarzt hatte ich das Bedürfnis, einen kleinen persönlichen Beitrag für eine humanitäre Hilfsorganisation zu leisten. Ein kleiner Artikel in der ZM machte mich auf DWLF (www.dentists-without-limits-foundation.org), eine gemeinnützige Institution, die vor allem die Mongolei unterstützt, aufmerksam. Nach 3 kurzen E-Mail-Kontakten über das Wochenende war die Zusammenarbeit beschlossen, wobei mir die Tragweite meines Entschlusses nicht ganz bewusst war. Mir war nur klar, dass schon viele Kollegen an solchen Einsätzen beteiligt waren und dass ich dies wohl auch schaffen sollte. Ich würde also in die Mongolei reisen, um der dortigen Landbevölkerung meine zahnärztliche Hilfe anzubieten. Die Vorbereitungen gingen los mit Lesen, Umhören und Internet-Recherche.
Schnell stellte sich dann heraus, dass die Reisekosten selbst zu übernehmen waren und dass die zahnärztliche Ausstattung vor Ort unvollständig sein würde. Die Teams wurden von DWLF zusammengestellt und der Einsatzort in der Mongolei festgelegt. Während unserer Einsatzzeit waren noch 5 weitere Teams eingeteilt. Drei Wochen vor uns hatten bereits 6 weitere Teams ihre Einsätze an anderen Orten abgeschlossen. Unserem Team wurde Möngönmorit sum („Sieben Reiter"), ein Ort mit ca. 2500 Einwohnern, wie sich später herausstellen sollte, zugeteilt. Die Mongolei ist aufgeteilt in 21 Aimags, die bei uns Bundesländern entsprechen. In den Aimags gibt es unterschiedich viele Sums, die unseren Kreisstädten ähneln. In den Sums gibt es in der Regel auch ein Krankenhaus.
In unserer Gruppe sollte noch ein gleichaltriger Kollege aus Dresden und eine Bekannte von ihm, die aber nur über wenige zahnmedizinische Kenntnisse verfügte und eine zahnmedizinische Assistentin mit Prophylaxekenntnissen aus der Nähe von Kulmbach in Franken teilnehmen. Mir war sofort klar, dass bei dieser Konstellation neben zahnmedizinischen Herausforderungen auch ein reger Erfahrungsaustausch über die unterschiedlichen Lebensbedingen und Lebensläufe von Menschen aus Ost- und Westdeutschland stattfinden würde. Dies war dann auch der Fall und viele interessante Gespräche fanden zu diesem Thema statt. Mir wurde die Gruppenleitung zugeteilt und mir war ziemlich mulmig, da dies ja mein erster Einsatz war. Aber mit Mut stellte ich mich der Aufgabe. Zusammen mit dem Kollegen stellten wir mit Hilfe von Sponsoren und Eigenmaterial eine zahnärztliche Grundausstattung von Hygieneartikeln, Anästhetika, Füllungsmaterial, Endoinstrumentarium, chirurgischen Spezialinstrumenten u.s.w. zusammen. Also einfach alles, was man als Zahnarzt so braucht. Insgesamt hatten wir für die Gruppe 40 kg Übergepäck bei MIAT, der mongolischen Fluglinie, frei, was wir auch gänzlich ausnutzten. Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen Sponsoren bedanken, die uns bei diesem Einsatz zum Teil sehr großzügig unterstützten. Überwiegend stießen unsere Bitten auf offene Ohren. Nur eine Firma, die mit rot-blau wirbt, sah sich nicht imstande, uns ein paar Kinderzahnbürsten zukommen zu lassen. Nach über 170 E-Mail-Kontakten und unzähligen Telefonaten traf sich unsere Gruppe 2 Wochen vor dem Abflug zu einer letzten Absprache und zu einem persönlichen Kennenlernen in Nürnberg.